Nicht erlaubt: Die rot-weißen Stelen zeigen an, dass in Richtung Brücke nicht mit dem Fahrrad gefahren werden darf. Radler müssen die andere Seite für beide Richtungen nutzen. - © Kristoffer Fillies
Nicht erlaubt: Die rot-weißen Stelen zeigen an, dass in Richtung Brücke nicht mit dem Fahrrad gefahren werden darf. Radler müssen die andere Seite für beide Richtungen nutzen. | © Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock Mit dem Rad sicher durch die Stadt

Straßenverkehr: Die erste Fahrradstraße der Stadt ist ausgeschildert, aber noch nicht fertig. Für Radler und Pedelec-Fahrer gibt es einiges in der Stadt zu beachten.

Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock. Gerade bei dem guten Wetter derzeit in Schloß Holte-Stukenbrock sieht man wieder mehr Schüler und Berufstätige mit dem Fahrrad fahren, oder das Rad in der Freizeit hervorholen. Die Kolpingsfamilie hat die Dorfpolizisten Claus Mikus und Michael Schulmann eingeladen, um die Verkehrszeichen für Radfahrer zu erklären. In Schloß Holte-Stukenbrock gibt es seit November Neues zu beachten. „Seit die ersten Verkehrszeichen vor mehr als 100 Jahren für unbeschrankte Bahnübergänge entstanden, kamen immer mehr Zeichen dazu", sagt Mikus. „Das kann verwirren." Die Polizisten bringen Licht in den Verkehrszeichen-Dschungel. FUSS- UND RADWEG „Grundsätzlich gilt für Fahrradfahrer, dass sie die Straße benutzen", sagt Hauptkommissar Claus Mikus. Schilder weisen auf andere Verhaltensregeln hin. Zwei Schilder machen den Fußgängern und Radfahrern klar, wie sie sich auf Bürgersteigen zu verhalten haben. Gemeinsame Fuß- und Radwege sind mit einem blauen Schild gekennzeichnet, das in der Mitte mit einem waagerechten Strich die beiden Abbildungen Fußgänger und Fahrrad trennen. „Das weiße Rad auf dem blauen Hintergrund zeigt, dass ich als Fahrradfahrer diesen Weg nutzen muss", erklärt Mikus. „Ich habe nicht die Alternative, auf der Straße zu fahren." Je nachdem, in welche Richtung das Schild zeigt, darf auch nur in diese gefahren werden. Befindet sich unter dem Verkehrszeichen ein weiteres Schild mit Pfeilen in zwei Richtungen, dann ist auf dem Weg der Verkehr in beide Richtungen möglich. „So eine Kombination gibt es an der Holter Straße in Höhe des Gymnasiums." Während auf dem Weg der Gymnasium-Seite in beide Richtung gefahren werden kann, ist auf der gegenüberliegenden Seite das Fahrradfahren nur in Richtung Autobahnbrücke erlaubt. Dort ist das Schild „Getrennter Fuß- und Radweg" aufgestellt. Es zeigt, ebenfalls auf blauem Grund, ein Fahrrad und Fußgänger, die allerdings getrennt sind durch einen aufrechten Strich. Radfahrer dürfen hier laut Verkehrsrecht nicht auf den Gehweg ausweichen, auch nicht zum Überholen eines anderen Fahrrads. FAHRRADSTRASSE Städte wie Münster, Bonn oder Bremen haben sie schon lange. Nun ist auch SHS nachgezogen und hat seine erste Fahrradstraße geöffnet. Seit November sind die Pollstraße und die Marktstraße am Pollhansplatz als „Fahrradstraßen" ausgeschildert. „Fahrradfahrer können die ganze Straßenbreite nutzen und dürfen sogar nebeneinander fahren. Das ist normalerweise nicht erlaubt", erklärt Mikus. „Und die Autofahrer müssen ihnen den Vorrang lassen." Überhaupt haben Autofahrer dort nur etwas zu suchen, „wenn sie ein Anliegen haben", ergänzt Kollege Michael Schulmann. Ein Anlieger-Schild unter dem Fahrradstraße-Verkehrszeichen deutet Autofahrern an, dass sie nur als Bewohner die Straße benutzen dürfen. „Wer sein Kind zur Schule bringt oder Flaschen zum Glascontainer, der hat auch ein Anliegen", so Schulmann. Bevor die Stadt sich für den Pollhansplatz als Fahrradstraße fest entschieden hatte, wurde die Polizei um Rat gefragt. Mikus: „Wir haben da gleich zugestimmt. Die Sicherheit wird für Radfahrer durch solche Straßen erhöht." Noch ist die Fahrradstraße nicht fertig, teilt Pascal Lideck von der Stadt mit. Weitere dieser Straßen in SHS sind aber gut möglich. Fahrrad Frei Das weiße Schild mit dem schwarzen Fahrrad und der Aufschrift „frei" zeigt an, dass es dem Radler freigestellt ist, ob er die Straße oder den Gehweg zum Fahren nutzt. Dabei muss er aber auf Fußgänger besondere Rücksicht nehmen. Auch linke Radwege dürfen benutzt werden. Das Zeichen steht zum Beispiel am Hallenbad, wo es nur eine Gehwegseite gibt. EINBAHNSTRASSEN Für Fahrräder gelten auch die Verkehrsschilder, die kein Fahrrad-Piktogramm zeigen. „Einbahnstraßen dürfen auch nicht von Radlern von der falschen Seite befahren werden", erklärt Hauptkommissar Mikus. Eine Ausnahme gilt, wenn unter dem Verkehrszeichen ein Fahrrad-frei-Schild angebracht ist. PEDELECS Die Elektrofahrräder werden oft von älteren Radlern genutzt. Pedelecs unterstützen den Fahrer mit einem Motor, wenn er in die Pedale tritt – bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Pedelecs unterliegen noch den Verkehrszeichen für Fahrradfahrer. „Einen Unterschied machen die S-Pedelecs aus, deren Motor bis zu 45 km/h unterstützt", sagt Claus Mikus. „Die müssen ebenso wie Mofas auf der Straße fahren." Polizist Mikus empfiehlt allen, die sich ein Pedelec zulegen, sich intensiv mit dem Rad zu beschäftigen, zum Beispiel an Kursen teilzunehmen. „Pedelecs sind ganz anders ausgerüstet als normale Fahrräder. Die Bremsen greifen schneller und sie kommen schneller auf Geschwindigkeit." Der Sicherheitshinweis, Helm zu tragen, gilt für alle: „Helm tragen sollte jeder Fahrer, egal ob mit oder ohne Motorantrieb."

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