Ehemalige Hellweg-Klinik - © Karin Prignitz
Ehemalige Hellweg-Klinik | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Interessengemeinschaft fordert Sicherheit für die Anwohner

Kriminalität im Umfeld der Flüchtlingsunterkunft: Bokelfenner fühlen sich hilflos und schreiben der Politik. 143 Unterstützer

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Bürger im Bokelfenn fühlen sich wegen der gestiegenen Anzahl an Einbrüchen in den vergangenen Monaten im Umfeld der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete nicht mehr sicher. Die Neue Westfälische hat mehrfach über die Situation berichtet. Die bisher getroffenen Maßnahmen haben nach Ansicht der Bürger nicht zur Entspannung der Lage beigetragen. Deshalb haben sie jetzt selbst die Initiative ergriffen und die Interessengemeinschaft Bokelfenn gegründet. Am 1. Februar haben sich etwa 50 Bürger im Bokelfenner Krug getroffen und diskutiert. Für die IG Bokelfenn sprechen Ingrid Pautz und Norbert Hasselmeyer. Der Interessengemeinschaft gehören sowohl Bürger aus Oerlinghausen als auch Bürger aus Schloß Holte-Stukenbrock an. Die Mitglieder betonen, dass sie keinen Generalverdacht gegen die Georgier und Albaner aus der ZUE äußern wollen. „Wir können aber auch nicht eine generelle Unschuld bejahen", teilt Ingrid Pautz mit. Schließlich habe die Polizei jüngst drei Tatverdächtige festgenommen. Drei Albaner aus der Flüchtlingsunterkunft. Erste Amtshandlung der IG Bokelfenn ist ein Schreiben, in dem sie drei Kernforderungen formuliert. Das Schreiben ist gestern verschickt worden, adressiert an die beiden Bürgermeister Dirk Becker (Oerlinghausen) und Hubert Erichlandwehr (Schloß Holte-Stukenbrock), die Bezirksregierung Detmold, den Landtagspräsidenten André Kuper, hiesige Mitglieder des Landtags und die beiden Landesministerien für Flüchtlinge und für Inneres. „Die Grenze der Belastbarkeit ist inzwischen deutlich überschritten", heißt es in dem Schreiben. Die Bewohner fühlen sich hilflos und ausgeliefert und befürchten sogar eine Zunahme der körperlichen Gewalt. Gleichzeitig schwinde das Vertrauen in die Verantwortlichen, die Probleme lösen zu können oder zu wollen. Die IG Bokelfenn zählt auf, unter welchen Folgen die Anwohner in der Nähe der ZUE zu leiden haben. Von Schlafstörungen ist die Rede, Leben in Angst oder finanzielle Belastungen durch Sicherheitstechnik. Manche Anwohner verlassen abends ihr Haus nicht mehr, verzichten auf längere Spaziergänge oder wollen gar ihre Urlaubsreise absagen. „Zusammengefasst bezeichnen wir die Auswirkungen als erheblichen Verlust unserer Lebensqualität. Aufgrund der ständigen psychischen Anspannung und Belastung ist langfristig auch mit gesundheitlichen Folgen zu rechnen." Der Staatssekretär kommt noch einmal Die Forderungen decken sich mit denen der Resolution, die die Stadträte in Schloß Holte-Stukenbrock und Oerlinghausen bereits einstimmig auf den Weg gebracht haben. 1. Geflüchtete mit geringer oder keiner Bleibeperspektive auf alle Unterbringungseinrichtungen in NRW verteilen; 2. Sicherheitsmaßnahmen in der ZUE optimieren; 3. Kürzere Abschiebeverfahren. Zur Bekräftigung der Forderungen liegt dem Schreiben eine Unterschriftenliste mit 143 Unterzeichnern bei. Am 5. März gibt es die nächste Bürgerinformation in Oerlinghausen, an der unter anderem Staatssekretär Andreas Bothe (FDP) teilnehmen wird. Er hatte jüngst die ZUE besucht und mit seinen beschwichtigenden Äußerungen die Bewohner verärgert. ¦ Oerlinghausen

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