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Falsche Polizisten am Telefon

Trickbetrug: In Schloß Holte-Stukenbrock werden zurzeit Bürger von Betrügern angerufen, die sich als Polizeibeamte ausgeben. Die echte Polizei rät, sich nicht in Gespräche verwickeln zu lassen und den Vorfall zu melden

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Trickbetrüger versuchen es derzeit mit ihrer Masche in Schloß Holte-Stukenbrock. Am Dienstagabend meldete sich in bislang mindestens 15 Fällen ein unbekannter Täter telefonisch bei mehreren Anwohnern des Händelwegs und des Forellenwegs. Der Täter gab sich als Polizeikommissar aus und versuchte, mit den Angerufenen ins Gespräch zu kommen. Bevor es in diesen Fällen zu Schlimmerem kam, machten die Angerufenen alles richtig. Sie beendeten sofort das Gespräch und informierten die Polizei. Besonders perfide: In manchen Fällen benutzten die Täter die Namen von echten Polizisten. Rückrufe zu der angezeigten Nummer im Telefondisplay führten zu einem Anrufbeantworter und der Durchsage, dass die „Polizeiwache" aktuell nicht besetzt sei, man sollte sich in dringenden Fällen über 110 bei der Polizei melden. Vorfälle dieser Art häufen sich in jüngster Vergangenheit, teilt die Polizei mit. Die Betrüger rufen bei älteren Menschen an und versuchen, ihre Opfer in manchmal stundenlange Telefonate zu verwickeln. Sie erzählen ihnen, dass die Polizei Einbrecher festgenommen habe und bei diesen eine Liste mit weiteren geplanten Einbruchsorten gefunden habe. Darauf befände sich auch die Adresse des Angerufenen. In allen Fällen fordern die Täter die Opfer auf, Wertgegenstände und Bargeld zum eigenen Schutz an einen „Kollegen" zu übergeben. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, solle das Opfer mit niemandem über den Vorfall reden. Die Täter agieren häufig aus Callcentern im Ausland. Sie nutzen das sogenannte Call-ID-Spoofing. Dies ermöglicht die Anzeige einer frei wählbaren Telefonnummer im Display des Angerufenen mittels Internettelefonie. Die wahre Herkunft des Anrufes wird nicht nur verschleiert. Es entsteht der Eindruck, der Anruf stamme tatsächlich von der Polizei. So ist es möglich, Telefonnummern im Display erscheinen zu lassen, die 110 lauten oder von Dienststellennummern nur geringfügig abweichen, zum Beispiel (0 52 07) 91 62 00 statt der echten 9 16 20. Bei der Polizei erscheint jedoch nie die Nummer 110 im Telefondisplay. Die Polizei rät, bei derartigen Anrufen sofort das Gespräch zu beenden und aufzulegen. Hilfreich kann es auch sein, sich den Namen des Polizeibeamten geben zu lassen und dann die Polizei anzurufen unter Tel. (0 52 41) 86 90.

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