Feuerdrachen: Die Gewinnerinnen des Kostümwettbewerbs feiern mit dem Dreigestirn und Jörg Grothaus das Ende der fünften Jahreszeit. - © Kristoffer Fillies
Feuerdrachen: Die Gewinnerinnen des Kostümwettbewerbs feiern mit dem Dreigestirn und Jörg Grothaus das Ende der fünften Jahreszeit. | © Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock Die Feuerdrachen sind die Schönsten

Karneval: Beim Kehraus geht noch einmal die Post ab. Stuki ist zurück in seiner Kiste, und Bacchus fällt dem Feuer zum Opfer

Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock. Ende und Kehraus – die fünfte Jahreszeit ist offiziell für beendet erklärt worden. Karnevalisten und Jecken feiern vorher noch einmal ordentlich im Gasthof „Zur Post" und zelebrieren die   Rituale. Tradition wird beim Stukenbrocker Karneval nicht gebrochen. Nur manchmal etwas angepasst. Beim Kehraus, der gemeinsamen Abschlussfeier des Dreigestirns und des Stukenbrocker Karnevalsvereins (SKV), gibt es diesmal eine Änderung des zeitlichen Ablaufs. Stuki kommt gleich zu Beginn in die Kiste – ist ja schließlich vorbei mit dem Karneval. Erst am 11. November darf das Maskottchen des hiesigen Faschings die Kiste wieder verlassen. Der „Gott des Weines, Rauchens, der Fruchtbarkeit und Fröhlichkeit" mit Namen Bacchus, früher um Mitternacht verbrannt, muss diesmal schon einige Stunden früher sein Leben lassen. Und die schönsten Gruppen-Kostüme werden erst zur späten Stunde prämiert – bevor die Jecken dann bis in die Nacht feiern, das bleibt so feuchtfröhlich wie jedes Jahr. Das Dreigestirn aus Gaby Hoffmann, Melanie Müller und Astrid Kobusch hat gemeinsam mit dem SKV-Elferrat einen gebührenden Abschluss des Karnevalsfestes am Fastnachtsdienstag organisiert. Nach einem Auftritt der SKV-Tanzgarde kommt Karnevalsmaskottchen Stuki in die Kiste. Unter dem Federkleid des Maskottchens steckt wie immer Manuela Brock-Schniedermann. Die fünf besten Kostüme werden prämiert Für die verkleideten Jecken ist die Party damit aber nicht vorbei. Während im vergangenen Jahr auf die Bacchus-Verbrennung verzichtet werden musste, weil es so stark geregnet hatte, kann der Götzengestalt in Form einer Puppe dieses Mal „sein innerlichster Wunsch der Feuerbestattung erfüllt werden", wie Post-Wirt Jörg Grothaus verkündet. Hinter dem Gasthof wird Bacchus, der das Feiern eben so sehr liebt wie die Karnevalisten, an einen Pfahl gebunden. Grothaus: „Bacchus hat all die Vorzüge des Feierns zu gut gemeint und zu heftig genutzt. Und so ist er Opfer des Frohsinns und des heftigen Hineinschüttens geworden." Anschließend wird er vor den Augen der mehreren Dutzend Gäste angezündet. Die Tanzparty im Saal geht indes weiter, der SKV veranstaltet eine Tombola. Und eine Jury aus acht Mitgliedern vergibt Punkte bei der Wahl des schönsten Kostüms der Weiber. „Das war nicht ganz einfach, bei diesen vielen tollen Kostümen", sagt Jörg Grothaus während der Preisverleihung. „Die Sieger unterscheiden sich nur mit wenigen Punkten." Gewonnen haben die Feuerdrachen aus Schloß Holte mit ihren roten Lack-Outfits und den feuerfarbenen Perücken. Den zweiten Platz holen sich die Krampus-Damen. Der Krampus ist eine Schreckensgestalt mit Hörner und ist in Österreich der Begleiter des Nikolauses, so wie unser Knecht Ruprecht. „Wir wollten keine Teufel sein, aber auch nicht auf die Hörner verzichten", sagt eine der fröhlichen Drachen-damen bei der Prämierung. Den dritten Platz können sich die Damen im Flamingo-Kostüm sichern, auf Platz vier landen die „Diamanten des Meeres". Die „Rattenscharfen Rattenfallen" erreichen den fünften Platz. Mit aus Styropor gebasteltem Käse auf dem Kopf und großer Stoffratte vor dem Bauch nehmen sie ihren flüssigen Preis entgegen. Die Party ist damit aber immer noch nicht vorbei, gefeiert wird bis in die Nacht.

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