Winterliche Verhältnisse: Auf der Dechant-Brill-Straße in Schloß Holte-Stukenbrock greift an diesem Tag die situative Winterreifenpflicht für Autofahrer. Nur bei Schnee, Matsch oder Glätte müssen Winterreifen aufgezogen sein.? - © Foto: Tessa Rinkes
Winterliche Verhältnisse: Auf der Dechant-Brill-Straße in Schloß Holte-Stukenbrock greift an diesem Tag die situative Winterreifenpflicht für Autofahrer. Nur bei Schnee, Matsch oder Glätte müssen Winterreifen aufgezogen sein.? | © Foto: Tessa Rinkes

Schloß Holte-Stukenbrock Kostspielige Autofahrten bei Schnee und Eis

Verkehr: Bei winterlichem Wetter müssen Autofahrer auf einige Besonderheiten achten. Nicht nur die Sicherheit wird sonst vernachlässigt, auch die entsprechenden Bußgelder können teuer werden

Tessa Rinkes

Schloß Holte-Stukenbrock. Ein Morgen im Februar: Über Nacht hat es geschneit. Morgens hetzt man aus der Tür, man will nicht zu spät zur Arbeit kommen. Kurzerhand lässt man das Auto während des Scheibenkratzens warmlaufen. 20 Euro Bußgeld. Und zum Fahren reicht ein freies Guckloch. Wieder 10 Euro. Auch die Scheinwerfer werden auf die Schnelle nicht freigeräumt. 20 Euro. Und dann ist eventuell auch eine Lichtmaschine defekt, noch mal 15 Euro Bußgeld. Das Kratzen hat bereits wertvolle Zeit gekostet, daher fährt man trotz Schnee oder Glätte etwas schneller, als erlaubt. Das kostet mindestens 100 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Und zuletzt bemängelt die Polizei auch, dass man ohne Winterreifen fährt. 60 Euro und ein weiterer Punkt. Wenn die Polizei einen erwischt, kann eine Fahrt bei widrigen Wetterverhältnissen schnell teuer werden. Abgesehen davon, dass bei Unfällen der Versicherungsschutz erlischt. Auch wenn der Winter sich dem Ende neigt, bleibt trotzdem die Gefahr von Glatteis und rutschigen Straßenverhältnissen. Es könne Autofahrern Ärger einbringen, wenn sie sich nicht den Verhältnissen anpassen, erklärt Bezirkspolizist Claus Mikus.Scheinwerfer im Winter vom Dreck befreien Er rät den Autofahrern vorauszuschauen. „Bereits am Abend den Wetterbericht lesen, und gegebenenfalls sollte man etwas früher aufstehen.“ Um die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, sollte bei schlechtem Wetter mehr Zeit für die Fahrt eingeplant werden. „Vor einer Fahrt muss sichergestellt werden, dass der Fahrer ausreichend sieht und dass die Lichtmaschine in Takt ist“, erklärt Mikus. So müssen alle Glasflächen des Autos frei sein. Die Scheinwerfer sollten sauber sein und öfters geprüft werden, ob alle Lichter funktionieren. „Bei längeren Fahrten können die Scheinwerfer schnell verdrecken und sollten zwischendurch mit Wasser gereinigt werden.“ Auch ein Warmlaufen des Motors sei bei den heutigen Autos nicht mehr notwendig und schadet nur der Umwelt.Reifentausch bis 2024 Besonders teuer wird es, laut dem 500-seitigen Bußgeldkatalog der Polizei, wenn die Fahrweise nicht an der Straßenverhältnisse angepasst wird. Zu schnelles Fahren, bei glatten Straßen, kostet dann nicht mehr 25 Euro oder mehr, sondern mindestens 100 Euro. Zudem gibt es einen Punkt beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg. Auch einen Punkt bekommen Autofahrer, wenn bei winterlichen Verhältnissen keine Winterreifen aufgezogen wurden. Die Höhe des Bußgeldes liegt bei 60 Euro. „Es ist eine situative Winterreifenpflicht“, erklärt Mikus, und daher nicht zeitlich definiert. Nur bei Glatteis oder Schnee müssen Winterreifen aufgezogen sein. Der ADAC empfiehlt jedoch von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren. Allerdings müssen es nicht zwangsweise Winterreifen sein, auch Allwetterreifen sind erlaubt. Jedoch nur, wenn sie die „M+S“-Kennzeichnung besitzen. Seit diesem Jahr müssen zulässige Winter- oder Allwetterreifen auch das Alpine-Symbol, eine Schneeflocke, aufweisen. Alte Reifen müssen allerdings nicht sofort ersetzt werden, da eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2024 besteht. Eine Umrüstung kann bei der nächsten Erneuerung der Reifen erfolgen, die spätestens bei einer Restprofiltiefe von vier Millimeter erfolgen sollte, so der ADAC. Eine gezielte Kontrolle der Autoreifen führt die Polizei in Schloß Holte-Stukenbrock nicht durch, nur in Verbindung mit allgemeinen Verkehrskontrollen. Claus Mikus: „Und besonders bei Unfällen wird auf solche Vergehen geachtet. In diesen Fällen könnte der Versicherungsschutz erlöschen.“

realisiert durch evolver group