Dort kommt das Holz rein: Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (v. l.), Manfred Bonensteffen, Abteilungsleiter Tiefbau und Umwelt, Florian Ostermann von der Energieagentur Lippe und Lars Pollmeier von Polzenith am hinteren Ende des Holzheizwerkes. - © Gunter Held
Dort kommt das Holz rein: Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (v. l.), Manfred Bonensteffen, Abteilungsleiter Tiefbau und Umwelt, Florian Ostermann von der Energieagentur Lippe und Lars Pollmeier von Polzenith am hinteren Ende des Holzheizwerkes. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Holzschnitzel sorgen für Wärme

Vorreiterrolle: Mit dem Holzheizwerk am Hallenbad in Verbindung mit einem neuen und einem bestehenden Blockheizkraftwerk schafft SHS ein Leuchtturmprojekt im Kreis Gütersloh

Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock. Nicht das Wetter war der Risikofaktor bei der Lieferung des Holzheizwerkes des heimischen Herstellers Polzenith zum Standort am Hallenbad. Es war die Polizei. Denn wenn die karnevalsmäßig im Einsatz gewesen wäre und kein Begleitfahrzeug für den Schwertransport hätte bereitstellen können, wäre selbst der Weg vom Produktionsstandort An der Heller bis zum Hallenbad zu weit gewesen. Denn der Transport wog 33 Tonnen und hatte eine Breite von 4,30 Meter. „Tagesgeschäft", sagt Lars Pollmeier und grinst. Es sei übrigens der erste Auftrag der öffentlichen Hand, den Polzenith, das es immerhin seit 1963 gibt, mit dem Holzheizkraftwerk für die Heimatstadt abwickelt. „Natürlich wurden die Arbeiten ausgeschrieben und nicht einfach an die heimische Industrie gegeben", sagte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. „Wir wollten diesen Auftrag", sagte Pollmeier. „Es wäre doch seltsam gewesen, wenn hier an unserem Standort ein Mitbewerber das Heizwerk gebaut hätte." Auch die Hochbauarbeiten wurden vom heimischen Unternehmen Lakämper ausgeführt. Erste Gespräche Anfang 2014 Vier Jahre lang hat es gedauert, bis das Projekt realisiert werden konnte. Anfang 2014 fanden erste Gespräche mit der Energieagentur Lippe statt. Es sollten Möglichkeiten eines Nahwärmenetzes an öffentlichen Liegenschaften eruiert werden. Dann wurde eine Machbarkeitsstudie als Grundlage für einen Beschluss im Energie- und Umweltausschuss präsentiert. Danach sollte das vorhandene Blockheizkraftwerk im Hallenbad für die Wärme- und Stromerzeugung weiter betrieben werden. Auch der vorhandene Gasheizkessel soll als Spitzenlastkessel weiter genutzt werden. Als Wärmequelle soll ein Holzhackschnitzelkessel eingesetzt werden. Und den liefert Polzenith quasi schlüsselfertig in Containerbauweise. Er wird im Werk An der Heller komplett montiert, verkabelt und ausprobiert. „Aufbau und Montage sind an einem Tag erledigt", sagt Lars Pollmeier. „So etwas bieten nur wir." Den Vorstoß in regenerative Energie lässt sich die Stadt einiges Kosten. Das ganze Projekt schlägt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche. Darin enthalten sind zwei Förderungen in einer Gesamthöhe von 245.550 Euro. Dafür bekommt die Stadt das Holzheizkraftwerk mit angegliedertem Blockheizkraftwerk. Die erzeugte Wärme sind 2,65 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Quasi als Abfallprodukt wird Strom gewonnen, der die Hälfte des Bedarfs der Turnhalle, des Hallenbades und der Realschule deckt. Manfred Bonensteffen, Abteilungsleiter Tiefbau und Umwelt, sagte: „Außerdem sparen wir im Vergleich zum Bestand mehr als 70 Prozent CO2 ein. Das entspricht 525 Tonnen CO2 pro Jahr. Christian Hayk, Vorsitzender des Fachausschusses, sagte, dass dieses Projekt eine der ersten Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept sei. „Und wir haben es parteiübergreifend hingekriegt." Mit diesem „großen Schritt habe SHS eine Vorreiterrolle im Kreis Gütersloh übernommen."

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