Baugrube: Das neue Haus in Stukenbrock bekommt eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen. - © kap
Baugrube: Das neue Haus in Stukenbrock bekommt eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen. | © kap

Schloß Holte-Stukenbrock Bezahlbarer Wohnraum fehlt noch immer

Sozialer Wohnungsbau: Am Kreisel in Stukenbrock entstehen derzeit 21 öffentlich geförderte Wohnungen. Der Bedarf in der Stadt ist viel höher

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Geringverdiener, Alleinerziehende und Menschen mit kleiner Rente, sie haben es bei der Suche nach Wohnungen, die sie sich leisten können, besonders schwer. Trotz reger Bautätigkeit suchen gerade Singles und Familien auch in SHS oftmals vergebens nach günstigen Mietwohnungen. „Derzeit gibt es in der Stadt 328 Sozialwohnungen“, nennt Maria Brock aktuelle Zahlen. „Wir sind auf einem guten Weg, aber es sind immer noch zu wenige.“ Benötigt würden insbesondere kleine Wohnungen für Einzelpersonen und solche für Familien ab vier Personen. „Im Jahr 2016 waren 137 Suchende bei uns gemeldet“, berichtet Maria Brock, die sich bei der Stadt um die Wohnraumversorgung kümmert. „Darunter waren 64 Singles und 33 Familien.“ Aktuelle Zahlen für 2017 gebe es noch nicht, „sie werden sich aber etwa auf dem gleichen Niveau bewegen“, vermutet Maria Brock. Wohnungssuchende, die sich bei der Stadt melden, nimmt sie in eine Kartei auf. „Wenn freier Wohnraum gemeldet wird, mache ich Vorschläge.“ Die Mieten für Sozialwohnungen würden vom Kreis Gütersloh als Bewilligungsbehörde für den öffentlichen Wohnungsbau vorgegeben, erläutert Brock. Abteilungsleiter Andreas Holtkamp bestätigt, dass die Grundmiete in Schloß Holte-Stukenbrock aufgrund der neuen Förderbestimmungen seit vergangener Woche von 5,25 auf 5,50 Euro pro Quadratmeter erhöht worden sei. Holtkamp weiß: „Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist hoch.“ Viele Menschen wüssten zudem gar nicht, dass sie Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein hätten. Der Wohnberechtigungsschein wird auf Antrag für eine angemessen große Wohnung ausgestellt, wenn das Einkommen eine gesetzlich bestimmte Einkommensgrenze nicht übersteigt. Entscheidend für öffentlich geförderte Mietwohnungen ist auch die Wohnungsgröße (siehe Kasten).„Wichtig ist, dass die Mieter gut zusammenpassen“ Aktuell entstehen in SHS an zwei Stellen Sozialwohnungen. Bezugsfertig sind bereits ein Dutzend Wohneinheiten in der Neubausiedlung Gerkens Hof. „Die Mietverträge sind zum 1. Januar dieses Jahres unterschrieben worden“, bestätigt Maria Brock. Die Kommunale Haus und Wohnen GmbH (KHW) hat bekannt gegeben, dass sie neben der bereits bestehenden Wohnanlage in der Fallersleben- sowie der Freiligrathstraße weitere Mehrfamilienhäuser errichten möchte. Insgesamt 23 öffentlich geförderte Wohnungen sollen dort entstehen. Baubeginn ist für Ende 2018/Anfang 2019 geplant. Gebaut wird derzeit bereits am Kreisel in Stukenbrock gegenüber der Feuerwache. 21 Wohnungen zwischen 50 und 95 Quadratmetern sollen auf dem 1.600 Quadratmeter großen Baugrundstück zwischen Haupt-und Römerstraße in den kommenden Monaten in die Höhe wachsen. Bauherr Boris Bredenbals aus Hövelhof hat das Grundstück von der Stadt erworben. Bezugsfertig sollen die Wohnungen voraussichtlich im Frühsommer 2019 sein. Eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen sowie 17 Stellplätze im Außenbereich soll es geben und einen Kinderspielplatz. Die Investitionssumme beläuft sich auf knapp drei Millionen Euro. Boris Bredenbals will die Vermietung selbst übernehmen, denn ihm ist es wichtig, „dass die Mieter gut zusammenpassen“. Möchte jemand öffentlich geförderten Wohnraum schaffen, dann werden die Anträge vom Kreis bearbeitet. „Die Zahl der bewilligten Anträge variiert je nachdem, wie viele Gelder von Bund und Land kommen“, erläutert Pressesprecher Jan Focken. Er hat Zahlen bei der NRW-Bank besorgt. Danach gab es am 31. Dezember 2016 337 geförderte Wohnungen in SHS. „Interessant ist eine Prognose der NRW.Bank, die von einem Rückgang zum 31.12.2025 auf 290, zum 31.12.2030 auf 250 und zum 31.12.2035 auf 220 mietpreisgebundenen Wohnungen ausgeht“, sagt Focken. „Dabei wurde für den vorhandenen Wohnungsbestand das Auslaufen der Sozialbindungen berücksichtigt. Nicht mit einfließen konnte die nicht zu prognostizierende Neubautätigkeit und die vorzeitige Rückzahlung von Förderdarlehen.“

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