Wollen das Dorf nach vorn bringen: Bürger und Geschäftsleute haben sich zur Ortsgemeinschaft Schloß Holte zusammengeschlossen. Sprecher ist Wolfgang Gerbig (2. v. l.). - © Gunter Held
Wollen das Dorf nach vorn bringen: Bürger und Geschäftsleute haben sich zur Ortsgemeinschaft Schloß Holte zusammengeschlossen. Sprecher ist Wolfgang Gerbig (2. v. l.). | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Holter Weihnachtsmarkt bleibt

Ortsgemeinschaft Schloß Holte: Beim ersten Treffen nach der Gründung wird eine Projektgruppe einberufen, die sich um die Finanzierung und die Kosten der Holter Traditionsveranstaltung kümmert

Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock. Nach der Gründung der Ortsgemeinschaft Schloß Holte fanden sich die Mitglieder am Mittwochabend im Schloßkrug zusammen, um sich einen Überblick über anstehende Projekte zu schaffen. Und damit es nicht nur bei Absichtserklärungen bleibt, machte Wolfgang Gerbig als Sprecher der Ortsgemeinschaft den Vorschlag, Projektgruppen zu bilden. 22 Mitglieder hat die Ortsgemeinschaft bisher. Bürger und Geschäftsleute, die den Ortsteil nach vorn bringen wollen, beispielsweise den Kirchplatz, laut Gerbig „der schönste Platz in der Stadt", mit neuem Leben füllen. Beherrschendes Thema bei der Versammlung aber war die Zukunft des Holter Weihnachtsmarktes. Denn diese Veranstaltung stand auf der Kippe, nachdem der Männerchor sich aus der Organisation zurückgezogen hatte. Im Vorfeld der Versammlung hat Gerbig mit Ordnungsamtsleiter Egon Henkenjohann gesprochen und verkündete den Anwesenden: „Die Stadt wird sich wie bisher auch weiter beim Weihnachtsmarkt engagieren. Jeder Beschicker, der sich im vergangenen Jahr am Markt beteiligt hat, wird auch für dieses Jahr eingeladen. Allerdings müssen mittel- bis langfristig die Kosten reduziert werden." Das sei, sagte Gerbig, schon im Sinne der Gleichbehandlung der Ortsteile notwendig. Es könne nicht sein, dass der Weihnachtsmarkt in Schloß Holte abzüglich aller Standgebühren mit 16.000 Euro (wie in 2017) unterstützt wird, während der Weihnachtsmarkt in Stukenbrock sich mit 3.000 Euro aus dem Stadtsäckel begnügen muss. Der Verwaltung sei klar, dass dieses Ziel nicht von jetzt auf gleich umzusetzen sei, es habe aber Priorität. Ein weiteres Ergebnis des Gesprächs mit Henkenjohann war die Aussage: „Es ist nicht Aufgabe der Stadt, einen Weihnachtsmarkt zu organisieren." André Schulz beispielsweise sagte, dass die Tipis toll wären, aber eben auch sehr teuer. „Vielleicht gibt es eine Alternative." Klaus Hose, Vorsitzender des Männergesangvereins, der bisher die Hauptlast der Organisation geleistet hat, ergänzte: „Ein Zelt kostet 1.500 Euro." Detlev Moosdorf hielt dagegen. Er fände es falsch, die Strukturen zu verändern. Schließlich kämen sogar Menschen von außerhalb, um den Holter Weihnachtsmarkt zu erleben. Und Nina Friedrichs sagte dazu: „Die Tipis sind ein Markenzeichen." Andreas Ohmke sprach sich für einheitliche Hütten aus, wurde aber sofort von Hose ausgebremst. „Hätten wir auch gern gehabt, aber man bekommt keine einheitlichen Hütten für eine Veranstaltung, die nur drei Tage dauert." Friedrich Dransfeld sprach sich für ein gestaffeltes Gebührensystem aus. Die Finanzierung müsse wachsen, zumal einige Betreiber bisher keine Standgebühren gezahlt hätten. Auch André Schulze sagte: „Wer Geld einnimmt, sollte auch Gebühren zahlen." Und dabei seien auch geringe Beträge hilfreich. Wolfgang Gerbig regte schließlich die Bildung einer Projektgruppe an, die sich vornehmlich mit Spenden, Gebühren, Werbung neuer/mehr Betreiber sowie einer Tombola beschäftigen sollte. Auch das Thema der Kostenreduktion solle bei der Projektgruppe immer auf der Tagesordnung stehen. „Im Grunde haben wir nur drei Stellschrauben", sagte Gerbig. „Wir können die Einnahmen erhöhen, wir können die Kosten reduzieren und wir können den Markt für Besucher noch attraktiver machen." Zwar sei der Fortbestand des Holter Weihnachtsmarktes gesichert, aber an Bedingungen geknüpft.

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