Sketch: Rosel alias Simone Geiping (r.) wäre gerne die Callas von der Holte. Aus dem Publikum hat sie Angelika Kache, Jutta Lammers-Terzenbach und Dorothea Boguschewski (v. l.) auf die Bühne geholt . - © Foto: Karin Prignitz
Sketch: Rosel alias Simone Geiping (r.) wäre gerne die Callas von der Holte. Aus dem Publikum hat sie Angelika Kache, Jutta Lammers-Terzenbach und Dorothea Boguschewski (v. l.) auf die Bühne geholt . | © Foto: Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Mickie Krause wird vom Engel geküsst

Frauenkarneval: Bauchschmerzen beim Filmdreh und ein unvergleichliches Döner for One begeistern die Weiber. Stars sorgen für Stimmung

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. Im vergangenen Jahr hat der Mann mit der unverwechselbaren Perücke für Mega-Stimmung auf Pollhans gesorgt. Jetzt ist Mickie Krause zurückgekommen, um sein Versprechen einzulösen, auch beim Frauenkarneval im Pfarrer-Rüsing-Haus aufzutreten. Und er hat tatsächlich noch acht Doubles mitgebracht. 100 Weiber sind völlig aus dem Häuschen. Die zehn Aktiven des Frauenkarnevals der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Schloß Holte haben mal wieder alles gegeben. An vier Tagen stehen sie auf der Bühne. Wer auch immer im närrischen Kostüm an den Tischen sitzt, kann gar nicht anders, als Tränen zu lachen und sich von der Stimmung anstecken zu lassen. Wenn Nicole Mende im roten Glitzerkleid Helene Fischer gibt und Herzen zum Beben bringt, Simone Grieß mit Schwester Stephanie Erichlandwehr mit Ball-Nummer zum Supertalent avanciert und die lustigen Witwen singend erzählen, wie sie beim Ableben ihrer Gatten nachgeholfen haben, dann ist das in jedem Fall ein "Donnerwetter" wert. Zum Schreien komisch sind die Sketche, allen voran das vom Silvester-Klassiker abgeleitete "Döner for One". In unvergleichlicher Manier schlüpft Simone Geiping burschikos in die Rolle des Ali. Die Rolle der türkischen Großfamilie muss er übernehmen und die 90-jährige Hatice (Jana Prager) inklusive ihrer (nicht vorhandenen) Gäste mit doppelten Raki bewirten und dabei geschickt übers (Plüsch-)Kamel stolpern. "Sensationell", finden das die jecken Weiber. Auf der Heiterkeitsskala ganz oben landet auch der Filmdreh mit dem von Bauchschmerzen geplagten Lieschen (Stephanie Erichlandwehr). Und weil es der kritische Regisseur mal schneller, dann hektischer, dramatischer und schließlich stimmungsvoller haben möchte, windet sich Lieschen immer wieder schmerzvoll auf dem Tisch. Da bleibt kein Auge trocken. Volker Mende und Gisela Sykora begleiten das Programm mit Musik und Humor. Zwischendrin, da nehmen die Klatschweiber Gisela Sykora, Sylvia Kroll und Roswitha Galus, die wieder mit dabei ist, aufs Korn, was im vergangenen Jahr so auf der Holte passiet ist. Vom nicht realisierten Industriemuseum ("da hat die Stadt eine Chance versäumt") bis zum Sturmtief Friederike ("auf die Feuerwehr ist auch an stürmischen Tagen Verlass") ist alles dabei. Noch viel mehr zu bieten hatte das vierstündige Programm. Rosel, "die Callas aus der Holte" (Simone Geiping) beispielsweise, die sich in der Kur fürs Singen entschieden hatte und so gerne auch "Rehabilitationsübergangspartner", kurz Rüp, gehabt hätte. Die weiteren Mitwirkenden: Claudia Pollmeier-Schaumann, Susanne Lillmanstöns, Bernadette Lange, Susanne Niebiossa und Stefanie Mittelteicher (Requisiten).

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