So schnell kann’s gehen: Während sich die Extremsportler Nicole Kurnap und Thomas Fleiter von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock mit ihren Schwimmbojen noch über die Tour durch den See unterhalten und andere Hobbyschwimmer ins Wasser gehen, kommen die ersten nach wenigen Sekunden schon wieder heraus. - © Barbara Franke
So schnell kann’s gehen: Während sich die Extremsportler Nicole Kurnap und Thomas Fleiter von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock mit ihren Schwimmbojen noch über die Tour durch den See unterhalten und andere Hobbyschwimmer ins Wasser gehen, kommen die ersten nach wenigen Sekunden schon wieder heraus. | © Barbara Franke

Schloß Holte-Stukenbrock Neujahrsschwimmen: Mit 5 Grad ins neue Jahr

54 Teilnehmer kühlen sich im Sennesee ab. Diesmal steigt sogar ein Krokofrosch mit Olympischem Feuer ins Wasser

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Simone Gräff wünscht sich für das Neujahrsschwimmen eigentlich Eis und Schnee. Weil’s schöner ist. Das hat auch in diesem Jahr nicht geklappt, aber mit 5 Grad Celsius ist das Wasser wieder schön kalt. Als eine der letzten Hobbyschwimmerinnen steigt sie aus dem Sennesee und hüllt sich in den wärmenden Bademantel. „Wenn man rauskommt, fühlt man sich einfach gut", sagt sie. Sie nimmt zum zehnten Mal am Neujahrsschwimmen der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock teil und erhält dafür das Abzeichen „Silbernes Eispferdchen". Auf dem Weg zurück zum Reiterhof Hachmann kehren bereits die Lebensgeister zurück in den Körper, sagt sie. Einige Minuten hat sie es in dem kalten See ausgehalten – mehr als viele der anderen Schwimmer. „Reine Kopfsache", sagt sie. „Man muss über seinen eigenen Schatten springen." Jetzt noch einen warmen Kakao und später eine heiße Dusche zu Hause. Das ist ein guter Start ins Jahr, findet sie. Zum 12. Neujahrsschwimmen der DLRG gibt es einen neuen Teilnehmerrekord. Es kommen von Jahr zu Jahr mehr Menschen zum Reiterhof Hachmann. Diesmal sind es 54 Badegäste. Die Älteste ist Dauergast Inge Reichelt (83) aus Sende. Als die anderen sich noch am Ufer umziehen, tippt sie schon mit einem Fuß aufs Wasser. Der Jüngste ist der ehemalige Stukenbrocker Kinderprinz Hermann Niendorf (9). Im vergangenen Jahr war er schon dabei, stoppte aber auf Leistenhöhe. Diesmal geht er bis zum Hals in den See. Einer der Mutigen ist auch der Stukenbrocker Nicholas Halstrick (17). Sein Bruder Moritz (24) war im vergangenen Jahr bereits dabei und hat seinen jüngeren Bruder für den Badespaß begeistern können. „Er ist sogar geschwommen", sagt der Ältere ganz stolz. »Ohne Training geht das nicht« Und dann kommt plötzlich ein Krokodil – oder ein Frosch. Ganz einig sind sich die Zuschauer da nicht. Der Krokofrosch ist natürlich nur eine Verkleidung. Darin steckt Thomas Broeker vom Pfarrkarnevalteam Stukenbrock. Das hat sich für den diesjährigen Karneval etwas Besonderes einfallen lassen: die „Karnevalistischen Winterspiele". Dafür veranstaltet das Team einen Fackellauf durch alle Stadtteile und filmt das Ereignis. Die Jecken standen bereits gefühlte Stunden an den Bahnschranken und passierten die Emsquellen. Der Bürgermeister trug die Fackel durchs Rathaus. Der Film wird am 3. Februar gezeigt. Ein Kapitel schreibt Krokofrosch Thomas Broeker beim Neujahrsschwimmen. Die Fackel, die lässt er auch im kalten Sennesee nicht untergehen. Als letzte steigen wie erwartet nach etwa zehn Minuten die Extremschwimmer Thomas Fleiter und Carsten Hilker aus dem Wasser. Diesmal zum ersten Mal dabei ist Nicole Kurnap. Gemeinsam haben sich die drei seit dem Sommer auf diese Minuten vorbereitet. „Ohne Training geht das nicht", sagt Organisator Thomas Jurkschat. Für den Notfall schwimmt Marcus Hano im Trockenanzug mit und lässt sich von einem Tauchscooter ziehen. Einen Trockenanzug hat auch Thomas Jurkschat an. Er passt auf, dass sich die Hobbyschwimmer nicht übernehmen. Draußen warten für alle Fälle die Sanitäter Mona Wördehoff und Pascal Pollmeier. Alle Schwimmer kommen kalt aber glücklich ohne Hilfe aus dem Wasser.

realisiert durch evolver group