Lange im Wasser: Simone Gräff (v. l.), Thomas Fleiter und Inge Reichelt im Sennesee am Reiterhof Hachmann. - © Sigurd Gringel
Lange im Wasser: Simone Gräff (v. l.), Thomas Fleiter und Inge Reichelt im Sennesee am Reiterhof Hachmann. | © Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock Neujahrsschwimmen im Sennesee

Silbernes Eispferdchen für Simone Gräff

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. 4,6; 5,1; 7,5; 3,9 – bei der Zahlenreihe handelt es sich nicht um ein neues Lottospiel. Das sind die Wassertemperaturen des Sennesees in Stukenbrock-Senne in den vergangenen Jahren. Gemessen immer am 1. Januar beim Neujahrsschwimmen der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock. Der Badespaß lockt von Jahr zu Jahr immer mehr Neulinge ins Wasser, Organisator Thomas Jurkschat erwartet zum 12. Neujahrsschwimmen aber auch wieder viele Stammgäste. So wie Simone Gräff. Sie ist von Beginn an dabei, am Montag wird sie dafür das Eispferdchen in Silber erhalten. Das Abzeichen selbst ist der 46-Jährigen nicht so wichtig. „Es ist ein nettes Beiwerk, ich mache es aber für mich", sagt sie. Und sie ist ein Beispiel dafür, dass man als Teilnehmer nicht ein halbes Jahr lang kalt duschen muss, um dabei sein zu können. „Das ist eine reine Kopfsache", behauptet sie. Das Eispferdchen gibt es seit 2008 Im Jahr 2005 sind ein paar Mutige zum ersten Mal in den Sennesee gestiegen. Im Jahr darauf verlegten sie den Einstieg auf die Seite des Reiterhofes Hachmann. Das war der offizielle Beginn des Neujahrsschwimmen, seitdem treffen sich die Schwimmer am Hof. Nur einmal musste das Neujahrsschwimmen ausfallen, weil die Stallungen des Reiterhofs abgebrannt waren. 2008 gingen die Schwimmer zum ersten Mal ohne wärmende Neoprenanzüge ins Wasser, und Thomas Jurkschat verteilt seitdem die Eispferdchen, in Anlehnung an das bekannte Seepferdchen-Schwimmabzeichen. Jeder Teilnehmer kann ein Abzeichen für drei Euro kaufen, wer dreimal dabei war, bekommt eines in Bronze, wer zehnmal dabei war, erhält das Silberne. Und das bekommt Simone Gräff – wenn sie nicht noch kurz vorher absagen muss. Simone Gräff ist Mitglied im DLRG. Eine besondere Vorbereitung hält sie für das Bad im kalten Wasser für nicht notwendig. Man könne sich mental darauf einstellen, sagt sie. Die Teilnahme sieht sie eher als persönliche Herausforderung an. „Ich friere wie alle anderen auch", sagt sie. Und: „Wenn ich das schaffe, klappt auch das Jahr." Ihren Mann Andreas kann sie nicht dafür begeistern. Der will lieber in Ruhe ins neue Jahr gehen. Für Simone Gräff ist das Neujahrsschwimmen ein fester Termin. Ausgestattet mit einer Wollmütze, weil der Körper die meiste Wärme über den Kopf abgibt, steigt sie in den See. Zwischendurch streckt sie die Hände in die Höhe, weil die Finger schnell ziemlich kalt werden. Wichtig sind ihr auch warme, geschützte Füße. Sie zieht Neoprensocken und Wasserschuhe an. Auch um sich vor Verletzungen zu schützen, wenn die Füße etwas taub werden. Denn neben den Extremsportlern wie Thomas Fleiter, Carsten Hilker oder „Orca" Bruno Dobelmann ist Simone Gräff eine der Letzten, die aus dem Wasser steigt. Einen Tipp für Anfänger hat der Orca noch: Vorher kaltes trinken, damit sich die Blutgefäße nicht weiten und der Körper nicht auskühlt. Teilnehmen kann jeder, der gesund ist und eine Abkühlung vertragen kann, ergänzt Thomas Jurkschat.

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