Geduldig: Um an gute Fotos, wie hier mit Kaiserpinguinen in der Antarktis auf Snow Hill Island zu kommen, kann es viele Stunden dauern. Thorsten Milse sitzt hier mit Kamera und Stativ auf schneebedecktem Eis. Und er hat Glück, denn die Pinguine sind neugierig. - © Foto: Privat
Geduldig: Um an gute Fotos, wie hier mit Kaiserpinguinen in der Antarktis auf Snow Hill Island zu kommen, kann es viele Stunden dauern. Thorsten Milse sitzt hier mit Kamera und Stativ auf schneebedecktem Eis. Und er hat Glück, denn die Pinguine sind neugierig. | © Foto: Privat

Bielefeld/Schloß Holte-Stukenbrock Fotograf ist Auge in Auge mit dem Pinguin

Thorsten Milse stellt seiner Naturfotografien aus

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock/Bielefeld. Bei minus 60 Grad geduldig, notfalls auch mal acht Stunden lang vor einer Höhle hocken, um den einen Moment nicht zu verpassen: Thorsten Milse weiß, wie es sich anfühlt, wenn Anspannung, Vorfreude und Eiseskälte eine Einheit bilden. Und er hat sie immer wieder erlebt, diese unvergesslichen Momente, wenn etwa die kleinen Eisbären zwei bis drei Monate nach der Geburt mit ihrer Mutter aus der schützenden Schneehöhle in die Freiheit tapsen. 35 in den Polregionen entstandene Landschafts- und Tieraufnahmen zeigt Thorsten Milse in der Zeit vom 8. bis zum 17. Dezember im Hotel Westhoff in Stukenbrock. Zu sehen waren sie davor bereits auf der Internationalen Funkausstellung, in den ICE-Centern deutscher Großstädte oder bei großen Naturfestivals, wie jüngst in Frankreich. Auch mehrere Fotobände hat Thorsten Milse bereits herausgebracht. Die Idee zur Ausstellung in Stukenbrock hatte der 52-Jährige, der seit Oktober 2013 in Stukenbrock lebt, gemeinsam mit Werner Mersch und André Bisplinghoff. Alle drei wollen den Besuchern den roten Teppich ausrollen. Hinter Sicherheitsglas Gleich vor dem Eingang sollen zwei der großformatigen Bilder das Interesse der Gäste wecken. Insgesamt 16 Rahmen mit stählernen Ständern, die eine Gesamthöhe von 2,36 Metern haben (die Bilder selbst messen 1,60 mal 1,10 Meter), sollen aufgestellt werden. In den Westhoff-Sälen, im Restaurant, vielleicht auch nahe der Kegelbahn, „mal schauen", sagt Thorsten Milse. In jedem Fall werden die Rahmen beidseitig mit Fotografien bestückt sein. Zeigen wird der bekannte Wildlife-Fotograf die Bilder hinter speziellem Museums-Sicherheitsglas, das für einen noch größeren Schärfeeindruck und Kontrast sorgt. Schon früh interessierte sich Thorsten Milse, der in Hillegossen aufgewachsen ist, für die Fotografie. Deshalb war es keine Frage für ihn, wie er sein Konfirmationsgeld am sinnvollsten investieren würde. „Ich habe mir eine Kamera und Objektive gekauft." Eichhörnchen und Feldhasen gehörten zu den ersten Motiven. Später dann ging es immer wieder auf Reisen und Milse konnte als staatlich geprüfter Elektrotechniker und auch durch seien Arbeit in einer Werbeagentur all seien Neigungen vereinen. Seine Bilder schickte er an Agenturen, die waren begeistert. Hobby zum Beruf gemacht „Irgendwann lief es so gut, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe." Das erste Buch, das Thorsten Milse mit seinen international ausgezeichneten Naturfotografien bestückte, handelte von kleinen Eisbären. Im Jahr 2006 war das, „und das war der absolute Renner". Wohl auch deshalb, „weil ein Jahr später Knut im Zoologischen Garten Berlin auf die Welt kam" und zum Publikumsliebling wurde. Königspinguine, auch sie hat Thorsten Milse neben gigantischen Eisbergen, Ringelrobben, „der leckeren Eisbärennahrung", dem Nordlicht und vielen anderen Motiven abgelichtet. Auch, wenn es nicht immer einfach war, den Auslöser bei unglaublicher Kälte zu betätigen. Momentan ist er etwa 180 Tage im Jahr unterwegs. Eines der nächsten Ziele dürften die Pinguine in Südgeorgien sein. „Ich mag Tiere über alles", schwärmt Milse. „Anders als Menschen sind Tiere frei von Vorurteilen." Und er kann sie genießen, „die Ruhe mitten im Nirgendwo".

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