Die Siegerinnen: Gaby Hoffmann (v. l.), Inge Heffner, Claudia Reimann, Heike Merettig und Gabi Halstrick, die mit ihren Vogelkäfig-Kostümen die meisten Punkte sammelten, haben Jörg Grothaus vom Gasthof "Zur Post" in ihre Mitte genommen. - © Foto: Karin Prignitz
Die Siegerinnen: Gaby Hoffmann (v. l.), Inge Heffner, Claudia Reimann, Heike Merettig und Gabi Halstrick, die mit ihren Vogelkäfig-Kostümen die meisten Punkte sammelten, haben Jörg Grothaus vom Gasthof "Zur Post" in ihre Mitte genommen. | © Foto: Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Kehraus: Zwitschernde Vögel flattern zum Sieg

Zum Ende der närrischen Zeit werden die besten Kostüme der Weiberfastnacht prämiert. Maskottchen Stuki übt deutliche Kritik an bösen Diskussionen in den sozialen Netzwerken

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. 24 Grad und Sonnenschein bei der Weiberfastnacht in Stukenbrock? Da hatte sich Karnevalsmaskottchen Stuki wohl vertan. "Ich nicht", zeterte der bunte Hahn, unter dessen buntem Federkleid wie immer Manuela Brock-Schniedermann steckte, "aber Petrus". Der sei leider so verpeilt gewesen, "dass er dieses Jahr an Karneval wohl nur in Rio weilt". Die Jecken in Stukenbrock ließ er im Regen stehen und schickte Sturmtief Thomas gleich noch hinterher. Wettertechnisch sah es beim Kehraus am Veilchendienstag auch nicht besser aus. Die große Fete zur Karnevalsverabschiedung fand aber ohnehin im trockenen Saal des Gasthofes "Zur Post" statt. Dort stand neben ausgelassener Stimmung zu Partyhits wie gewohnt die Prämierung der schönsten Kostüme der Weiberfastnacht im Mittelpunkt. Zwar waren nicht alle Gruppen dabei, dennoch war der Saal gut gefüllt. Und längst nicht nur die Weiber hatten sich noch einmal verkleidet, um in jecker Manier dem Alltag zu entfliehen. Gesichtet wurden auch zwei perfekt gestylte Figuren aus der Sesamstraße. Ernie und Bert, die sogleich Kontakt mit zwei gelben Bibos aufnahmen, hatten sich unter das Publikum gemischt. Je länger der Abend, desto höher die Spannung. Eine achtköpfige Jury hatte die schwere Aufgabe, die sechs bestkostümierten Gruppen herauszusuchen. Zur-Post-Chef Jörg Grothaus und das Dreigestirn Sylvia Hölter, Astrid Kobusch und Melanie Müller gaben am Ende die Gewinner bekannt. Und sie hatten sich spontan entschlossen, einen Sonderpreis zu vergeben. Der ging an Matthias Kruse und Kai Bürmann alias Ernie und Bert. "Seit Jahren denken sie sich Besonderes aus", lobte Jörg Grothaus. Und diesmal hätten sie sich selbst übertroffen. Nicht zuletzt wegen ihres Ernie-und-Bert-vorbildlichen Kopfschmucks. "Die haben das wirklich gemacht, die Haare sind fast weg", sagte Grothaus und herzte die beiden orange- und gelbgesichtigen Ehrenpreisträger. Die Weiber-Sieger des Abends waren Gabi Halstrick, Claudia Reimann, Inge Heffner, Heike Merettig und Gaby Hoffmann. Das Ex-Fünfgestirn des Stukenbrocker Weiberkarnevals hatte mit seinem kreativen Outfit als zwitschernde Vögel im Käfig bereits in Paderborn für Aufsehen gesorgt. Beim dortigen Karnevalsumzug waren sie zur kreativsten Fußgruppe gewählt worden. "Völlig überrascht", seien sie gewesen, berichtet Gabi Halstrick. "Davon erfahren haben wir erst aus der Zeitung." Diesmal erlebten sie die Krönung live. Für die Holzkäfige auf dem Kopf hatten unter anderem der Schwiegervater (81) und der Schwiegersohn von Gaby Hoffmann Hand angelegt. Gabi Halstrick nähte die Röcke selbst. Leider waren wegen der wetterbedingten Absage des Umzuges an Weiberfastnacht nicht alle Kostüme zur Geltung gekommen. Dass es deshalb "eine böse Diskussion" in den sozialen Netzwerken gegeben hatte, verurteilte nicht nur Maskottchen Stuki aufs Schärfste. "Am besten können nämlich immer die kritisieren, die so gar nix haben zu organisieren", reimte der bunte Hahn, "und ehe ich das nächste Opfer für Facebook bin", verschwand Stuki "zack" in seiner grünen Kiste. Schluss mit lustig. Aus und vorbei. 257 öde Tage wird er dort nun verbringen, bevor er gemeinsam mit den Jecken am 11.11. die nächste fünfte Jahreszeit begrüßt. Diese Zeit wird er vor allem dafür nutzen, "um erst einmal ordentlich zu trocknen, damit er nächstes Jahr wieder fit ist für Rocken".

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