Rietberg Bürger können beim Haushalt mitreden

Klick Per Klick im Internet

Rietberg (NW). Rietberg hat zwar noch keinen Bürgerhaushalt. Dennoch können die Bürger jetzt schon Vorschläge und Meinungen zur städtischen Finanzplanung äußern. Zum aktuellen Haushalts-Entwurf für 2013 bietet die Stadt dafür auf ihrer Internetseite einen direkten Klick an, eine Mailadresse, deren Nachrichten unmittelbar bei Bürgermeister Andreas Sunder landen.

Und so wird es gemacht: Auf der Startseite der Stadt Rietberg unter www.rietberg.de findet sich rechts ein Punkt "Bürgerinformation" und darunter der Link "Haushaltsplan 2013". Wer darauf klickt, landet bei der Vorstellung des städtischen Haushaltsentwurfs und – ganz unten – bei der Mailadresse: haushalt@stadt-rietberg.de.

Noch etwas ist neu: Links im Menu auf der Haushaltsseite finden die Bürger unter "Haushaltsplan 2013" nicht nur den gesamten Etatentwurf und die Haushaltsrede von Kämmerer Dieter Nowak, sondern erstmals auch eine Kurzübersicht über die so genannten "Produktbereiche" des Haushalts.

Bürgermeister Sunder lobt in diesem Zusammenhang das Engagement eines städtischen Mitarbeiters: "Florian Kapp, ein junger Haushaltsexperte aus dem Rathaus, hat die Beschreibung dieser Produktbereiche quasi aus dem Behördendeutsch übersetzt. Ein guter Beitrag, damit der Haushalt für die Normalbürger kein Buch mit sieben Siegeln bleibt." Sunder stellt diesen Beitrag ausdrücklich zur Diskussion: Die Bürger können ihrem neuen Bürgermeister per Mail mitteilen, wie hilfreich sie diese Übersetzung finden.

Bis zu diesen Haushalts-Infos muss sich der Nutzer der Internetseite etwas "durchhangeln" - noch keine ideale Lösung und für Sunder die logische Erklärung dafür, dass bisher noch keine Bürger-Anregungen zum Haushalt bei ihm angekommen sind: "Das wird sich vielleicht nach dieser Bekanntmachung ändern."

Inwieweit in der Kürze der Zeit eventuelle Bürger-Vorschläge noch im aktuellen Haushalt berücksichtigt werden können, müsse man je nach Einzelfall entscheiden. Immerhin soll der Haushalt schon am 13. Dezember verabschiedet werden. Sunder versichert aber, dass alle Anregungen geprüft werden, auch wenn sie nicht sofort im Haushalt "aktenkundig" werden.

Die Mitmach-Aktion ist für Sunder ein guter Messfühler für ein künftiges Bürgerportal oder einen Bürgerhaushalt: "Hier können wir sehen, ob die Bürger diese Möglichkeit annehmen und sich für mehr Beteiligung an der Rietberger Politik begeistern lassen. Dann könnten wir demnächst öfter aktuelle oder strittige Themen auf der Internetseite der Stadt zur Diskussion stellen." Für ihn als Bürgermeister sei die zusätzliche Bürgernähe ein wichtiges Thema.

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