Die Autorin Maria Brandtönies las aus ihrem Erstlingswerk mit humorigen Erzählungen über den mäkeligen Konstantin Kohlrabe. - © FOTO: BIRGIT VREDENBURG
Die Autorin Maria Brandtönies las aus ihrem Erstlingswerk mit humorigen Erzählungen über den mäkeligen Konstantin Kohlrabe. | © FOTO: BIRGIT VREDENBURG

Rietberg Glücksstein oder Felsbrocken

Maria Brandtönies aus Mastholte präsentiert 130 Zuhörern ihr Erstlingswerk

Rietberg (NW). "Beim nächsten Mal wird alles anders" lautet der Leitspruch des jungen Konstantin Kohlrabe, Hauptfigur in dem vor wenigen Wochen erschienenen Erstlingswerk "Glücksstein oder Felsbrocken" von Maria Brandtönies aus Mastholte. Das Motto hatten sich auch die Veranstalter für die 92. Ausgabe von "Literatur in Rietberg" auf die Fahnen geschrieben. "Schließlich haben wir es mit einer Premierenfeier zu tun", sagte Bibliotheksleiter Manfred Beine.

"Ich habe mir sagen lassen, dass noch nie so viele Mastholter in Rietberg waren", scherzte Beine bei der Begrüßung der etwa 130 Gäste. Zur allerersten Lesung aus ihrem gut 300-seitigen Buch am Vorabend in Lippstadt meinte Beine: "Das war nur der Testlauf für Rietberg". Zur "eigentlichen Premierenfeier" im Alten Progymnasium gab es im Foyer des Kunsthauses, das in der Pause geöffnet war, Sekt und Häppchen zum Nulltarif. Der Eintrittspreis war mit 3,30 Euro im Vorverkauf und 5 Euro an der Abendkasse rekordverdächtig. "Das ging nur, weil die Autorin kein Honorar nimmt", erklärte Beine.

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Mit rund 130 Zuschauern liege die Mastholterin bei Literaturveranstaltungen in der Emsstadt allerdings "im absoluten oberen Feld". Zwischen 120 und 160 Besucher, das sei in Rietberg die Klasse von Peter Rühmkorf, Ralph Giordano, Inge Jens, Jan Philipp Reemtsma, Judith Zeh, Pavel Kohout "und jetzt eben auch von Maria Brandtönies". Die bedankte sich indes für die netten Worte "die mich wirklich beeindruckt haben" und begrüßte ihrer Zuhörer mit "Hier sitz ich nun, ich armer Tor, denn ich hab heut nichts Besseres vor". So ganz stimme das aber nicht: "Wenn ich so an das Fernsehprogramm in Kombination mit einem Sofa denke, hätte ich das auch wohl für diesen Platz eintauschen mögen".

Beim Schreiben ihres Buches habe sie nicht bedacht, "dass man von mir erwartet, Lesungen zu halten und das nicht zu knapp". Ihre Gedanken hierzu trug sie in einem Warm-up-Gedicht vor. "Auf die Bestsellerliste kommt man erst dann, wenn man das mit den Lesungen so richtig kann", lautete einer ihrer Verse. Die Kleiderfrage wolle dabei natürlich wohl überlegt sein: "Es wäre schrecklich, müsste man später in den Zeitungen lesen, klamottentechnisch wäre diese Vorstellung ein Griff in die Kloschüssel gewesen".

Die humorigen Erzählungen der 35-Jährigen Mastholterin ("wir wohnen im Zentrum von Rietberg") beschreiben das Erdendasein des mäkeligen Konstantin, der glaubt, "dass Väter die sind, die beim Kindermachen in der ersten Reihe stehen, beim Kinderkriegen andere vorlassen und bei der Aufzucht den Rückwärtsgang einlegen", später aber lernen, so etwas wie Glück und Dankbarkeit zu empfinden.

Artur Sperling aus Neuenkirchen hat die Lesung am Klavier begleitet.

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