Geheimtipp: Das zur Landesgartenschau 2008 angelegte Kräutergärtchen im Parkteil Neuenkirchen ist immer liebevoll gepflegt. - © Birgit Vredenburg
Geheimtipp: Das zur Landesgartenschau 2008 angelegte Kräutergärtchen im Parkteil Neuenkirchen ist immer liebevoll gepflegt. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Gartenschaupark Rietberg: Trotz gestiegener Besucherzahlen soll städtischer Zuschuss erhöht werden

Die Gartenschaupark GmbH hat 266.800 Euro Mehrerträge erwirtschaftet

Birgit Vredenburg

Rietberg. Jahrelang hatte die Sparkasse Rietberg den Gartenschaupark mit einer jährlichen Spende von 100.000 Euro unterstützt. 2018 zahlt die inzwischen mit Gütersloh fusionierte Bank nur noch 90.000 Euro. Für 2019 hat die Sparkasse Gütersloh-Rietberg eine weitere Kürzung um 10.000 Euro angekündigt. Laut Haushaltsplan-Entwurf soll die im letzten Jahr von 188.292 auf 600.000 Euro erhöhte Finanzspritze der Stadt in 2018 um weitere 30.000 Euro aufgestockt werden. Tatsächlich kostet der Park die Stadt jährlich mehr als 800.000 Euro (für 2018 sind 832.500, bis 2012 jährlich rund 810.000 Euro angesetzt), denn in der Transferaufwendung in Höhe von 630.000 Euro sind die Personalkosten (141.750 Euro), Versorgungsaufwendungen (15.950 Euro) und sonstige ordentliche Aufwendungen (44.800 Euro) nicht enthalten. Elf Mitarbeiter sind bei der städtischen Gartenschaupark GmbH angestellt. Etwa 25 arbeiten im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses, 30 weitere sind sind in den Bereichen Reinigung, Parkpflege, Kassen- und Sicherheitsdienst und Gastronomie tätig. Im Wirtschaftsjahr 2016 wurden die geplanten Besucherzahlen und Ertragsziele weit übertroffen. Gegenüber dem Planansatz kamen 344.711 statt der erwarteten 250.000 Besucher. Die Erträge aus Eintrittskarten, Spenden und Sponsoring beliefen sich auf rund 521.000 Euro. Durch diese positive Entwicklung sowie Einsparungen auf der Aufwandsseite (insgesamt 36.780 Euro) hat die Park GmbH in 2016 rund 266.800 Euro Mehrerträge erzielt, wodurch die geplante Entnahme aus der Gewinnrücklage von 705.400 auf 401.846 Euro gekürzt werden konnte. Der Buchwert des Parkgeländes belief sich zum Jahresende 2016 auf rund 2,54 Millionen Euro. Vielfältiges Kinder- und Familienangebot überzeugt die Haushaltsplaner Den zu erwartenden Rückgang beim Spendenaufkommen in den kommenden Jahren will die Stadt durch "angemessene Erhöhungen der Eintrittspreise und Schaffung neuer rentabler Angebote" decken. Die Verwaltungsspitze hofft, dass die Wirtschaft, der Förderverein und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer den Park auch in Zukunft unterstützen, denn sonst sei der jetzige Standard nicht zu halten. "Fallen diese Leistungen weg, wird das sicher negative Auswirkungen haben", heißt es aus dem Rathaus. Denn durch die Neukonzeption des Flora-Westfalica-Parks in Rheda-Wiedenbrück, den Vierjahreszeitenpark in Oelde, die Gärten und Parks in Gütersloh, den Schloß- und Auenpark in Schloß Neuhaus sowie die Landesgartenschau in Bad Lippspringe ergebe sich eine besondere Konkurrenzsituation. Wenngleich die Stadt die Entwicklung des Unternehmens Gartenschaupark Rietberg für 2017/2018 insgesamt positiv einschätzt, werde es in den kommenden Jahren darauf ankommen, dass die Bürger "ihren" Park weiterhin nutzen und unterstützen, die Wirtschaft und der Förderverein bereit seien, für die Unterhaltung und Projekte im Park zu spenden, das ehrenamtliche Engagement für und im Park erhalten bleibe, die Stärken des Parks auch über Rietbergs Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht werden (allein die rund 30.000 Einwohner reichten zur erfolgreichen Parkbewirtschaftung nicht aus) und die Stadt auch weiterhin bereit sei, den Verlustausgleich für den Park zu übernehmen. Als besondere Stärken und Chancen listet die Stadt im Haushaltsplan-Entwurf das vielfältige Kinder- und Familienangebot auf, den überregional einzigartigen, 23 Meter hohen Rutschenturm, den Hochseilklettergarten, die Wassererlebnisspielplätze, ein neu konzipiertes Jugend-Veranstaltungsangebot und den im weiten Umkreis einzigartigen Klimapark.

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