Empfehlung: An Spitzentagen soll für den Verkehr auf der Heinrich-Kuper-Straße die Einbahnstraßenregelung gelten. - © Meyer
Empfehlung: An Spitzentagen soll für den Verkehr auf der Heinrich-Kuper-Straße die Einbahnstraßenregelung gelten. | © Meyer

Rietberg City-Outlet in Rietberg: Stadt braucht mehr Parkplätze

Verkehrsplaner hält Parkleitsystem für zwingend erforderlich – Parkhäuser am Nord- und Südtor decken nur wochentags den Bedarf

Birgit Vredenburg

Rietberg. Verkraftet der Knotenpunkt Heinrich-Kuper-Straße/Torfweg die verkehrliche Mehrbelastung durch das geplante City-Outlet (CO)? „Schon die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass dieser Bereich nicht ausreichend leistungsfähig ist", resümierte Verkehrsplaner Daniel Ebbert jetzt in einer Infoveranstaltung zur Verkehrsplanung im Zusammenhang mit dem CO. Für einen Kreisverkehr, der sich hier anbiete, fehle es an den benötigten Flächen. Die zweite angedachte Lösung, den Verkehr über eine abknickende Vorfahrt von der Heinrich-Kuper-Straße in den nördlichen Torfweg zu lenken, funktioniere ebenfalls nicht. Stattdessen empfiehlt Ebbers eine „nicht sehr anwohner- und bürgerfreundliche Lösung", wie er selber sagte. In Spitzenzeiten, wenn also alle 325 Plätze des Parkhauses an der Heinrich-Kuper-Straße besetzt seien, solle das Teilstück zwischen Parkhaus und Torfweg zu einer unechten Einbahnstraße werden. Ebbert: „Diese Situation ist nicht optimal, aber akzeptabel, da wir nur über wenige Stundenintervalle reden." Der Verkehr auf dem südlichen Torfweg werde dadurch zwar zunehmen, die Mehrbelastung auf der Heinrich-Kuper-Straße (zurzeit 4.500 Pkw) mit dieser Lösung aber von 55,1 auf 51 Prozent sinken. Die aktuelle Verkehrsbelastung in der Stadt schätzt Ebbert als „verhältnismäßig moderat" ein. Aus verkehrsplanerischer Sicht gebe es hier noch bis zu 40 Prozent Potenzial nach oben. Zu erwartende Mehrbelastungen von jeweils bis zu 13,7 Prozent auf der Bahnhofstraße, 4,5 Prozent auf der Rathausstraße, 30,6 Prozent auf der Mastholter Straße, 25 Prozent auf der Bokeler Straße, 12,5 Prozent auf der Delbrücker Straße, 17,3 Prozent auf der Westerwieher Straße, 11,1 Prozent auf der Wiedenbrücker Straße und bis zu 14,6 Prozent auf dem Torfweg seien daher akzeptabel. Aber: „Ein Parkleitsystem ist zwingend erforderlich, um den Verkehr zu lenken und aus der Innenstadt herauszuhalten. Ein solches System ist ein absolutes Muss und Grundlage der gesamten Planung", machte Ebbert deutlich. Die vorgestellte Analyse stützt sich auf eine Verkehrszählung an sechs zentralen Knotenpunkten im Mai dieses Jahres sowie die Ermittlung der Verkehrsbelastungen auf der Rathausstraße, dem Torfweg und der Westerwieher Straße aus dem Jahr 2015. Ebbert hat seinen Berechnungen zudem eine Outlet-Verkaufsfläche von 9.350 Quadratmeter zugrunde gelegt: 3.250 Quadratmeter am Nordtor, 1.700 Quadratmeter entlang der Rathausstraße und 4.400 Quadratmeter am Südtor. Dieser Wert könne sich aber noch verschieben. Bei zusätzlichen 1.000 Quadratmetern seien an Werktagen 120 Fahrzeuge mehr zu erwarten. Im Fazit kommt Ebbert zu dem Ergebnis, dass die geplanten Parkhäuser am Nord- und Südtor montags bis freitags für den Outlet-Bedarf ausreichen. Nur wenn beide Häuser besetzt seien, solle das Parkhaus am ZOB den Überschuss abdecken. An verkaufsintensiven Tagen benötige das Outlet hier 70 Parkplätze. Unter Berücksichtigung des allgemeinen Bedarfes empfiehlt Ebbert für das Parkhaus am Torfweg eine Größenordnung von 380 bis 440 Stellplätzen. In Spitzenzeiten sollen auch Teilbereiche des Schützenplatzes, der an das Vogelschutzgebiet grenzt, als Parkfläche genutzt werden. „Wir sind diesbezüglich im Gespräch mit der Unteren Naturschutzbehörde", teilte der städtische Fachbereichsleiter Matthias Setter mit.

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