Frisch gemäht: Die einstige Hundewiese am Bibeldorf wird für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft zur Spiel- und Freifläche umfunktioniert. - © Birgit Vredenburg
Frisch gemäht: Die einstige Hundewiese am Bibeldorf wird für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft zur Spiel- und Freifläche umfunktioniert. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Keine Hundewiese für Rietberger Vierbeiner

Das Gelände an der Rottwiese ist seit zwei Monaten
geschlossen. Ein Ersatz ist nicht in Sicht. Die Stadt nimmt Angebote gern entgegen

Birgit Vredenburg

Rietberg. Eine neue Hundewiese südlich der Johanneskapelle? Diesen Vorschlag der Verwaltung hat der Rat im April mit knapper Mehrheit abgelehnt - ohne eine Alternative benennen zu können. Die alte, im Jahr 2008 angelegte Hundewiese an der Rottwiese wurde daraufhin Anfang Juni geschlossen. Eine Ersatzfläche für die fast 2.000 registrierten Hunde im Stadtgebiet ist nach wie vor nicht in Sicht. Stadtsprecher Jürgen Wohlgemuth weist darauf hin, dass der Standort an der Johanneskapelle nicht nur von den Politikern, sondern auch von Hundebesitzern abgelehnt wurde, mit denen die Stadt im Gespräch ist. Die Suche nach einer Alternative gestalte sich schwierig und brauche Zeit. Denn zum einen habe die Verwaltung in der Vergangenheit bereits zahlreiche Flächen geprüft, die aus verschiedenen Gründen dann doch nicht in Frage kamen, zum anderen stünden weitere Flächen "nicht in unendlicher Anzahl" zur Verfügung. Wohlgemuth: "Wer ein geeignetes Areal an die Stadt verpachten kann, soll sich gerne melden." Die Kosten für das Anlegen einer neuen Hundewiese lassen sich, so der Stadtsprecher, zurzeit noch nicht beziffern. Das hänge ganz von der Fläche ab, die letztlich den Zuschlag bekomme. 7.000 Euro hatte die Verwaltung für die Zaunanlage um das zunächst favorisierte Areal an der Johanneskapelle, das eine Größe von etwa 1.500 Quadratmetern aufweist, veranschlagt. Auf Nachfrage der NW, wo im Stadtgebiet Hunde frei laufen dürfen, verweist Wohlbemuth auf das Landeshundegesetz. Demnach sind die Vierbeiner innerhalb der bebauten Ortsteile, in umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen, auf Kinderspielplätzen, bei öffentlichen Versammlungen, sowie in öffentlichen Gebäuden an der Leine zu führen. Die Leinenpflicht, die auch für den Emsradweg zwischen Pulverdamm und Kläranlage gelte, sei hingegen am Mastholter See rechtlich weder umsetz- und verfolgbar, da der Rundweg sich ohne "Umfriedung" außerhalb der geschlossenen Bebauung befinde. Die Beschilderung zur Anleinpflicht sei lediglich als "nett gemeinter Hinweis" zu verstehen. Die alte Hundewiese am Bibeldorf wurde geschlossen, weil in direkter Nachbarschaft eine Flüchtlingsunterkunft gebaut und Anfang des Jahres bezogen wurde. Was dem Haus, das zurzeit 23 Geflüchtete beheimatet (davon drei Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre) fehlt, ist eine Aufenthaltsfläche. "Wir als Stadt sind bemüht, den angemieteten Wohnraum mittelfristig zu kündigen und die Menschen in unseren eigenen Unterkünften unterzubringen", erklärt Wohlgemuth. Das betreffe auch Familien mit Kindern. 25.000 Euro stehen im städtischen Haushalt bereit, um die bisherige Hundewiese "in naher Zukunft", so der Stadtsprecher, in eine Spiel- und Freifläche umzuwandeln. Dass die Wiese seit Monaten brach liegt, ohne sichtbare Maßnahmen, erklärte er damit, dass dort zurzeit ein Mittel einwirken müsse, um die Hinterlassenschaften der Hunde unschädlich zu machen. Dieser Prozess müsse abgewartet werden, ehe auf der Fläche Kinder spielen können.

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