Angeklagt: Robert D. (46) aus Gütersloh. - © Patrick Menzel
Angeklagt: Robert D. (46) aus Gütersloh. | © Patrick Menzel

Rietberg/Bielefeld Rietberg-Mord: DNA-Spuren belasten Angeklagten

Ein Experte des LKA legt dem Gericht sein Gutachten vor

Nils Middelhauve

Rietberg/Bielefeld. Es ist ein Indizienprozess, die Beweislast ist jedoch erdrückend: Vor dem Bielefelder Landgericht hat gestern ein DNA-Experte des Landeskriminalamts (LKA) ein molekulargenetisches Gutachten erstattet. Dieses legt den Schluss nahe, dass der Angeklagte Robert D. (46) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an dem Überfall auf die Brüder Heinrich (64) und Werner S. (63) beteiligt war. D. steht unter dem dringenden Verdacht, einer der beiden Männer gewesen zu sein, die in der Nacht auf den 4. November 2015 die Brüder S. in deren Haus brutal überfallen haben - ein Überfall, den Heinrich S. nicht überlebte. Der ebenfalls angeklagte Artur T. (49) soll die Täter zum Ort des Geschehens gefahren und dort später wieder abgeholt haben. Zumindest für Robert D. wird es nun eng: Nachdem ihn bereits seine ehemalige Lebensgefährtin vor Gericht belastet hatte - er soll in den frühen Morgenstunden des 4. Novembers 2015 völlig verdreckt nach Hause zurückgekehrt sein - , legt nun das Gutachten des LKA eine Tatbeteiligung nahe: Auf zahlreichen am Tatort sichergestellten Gegenständen fanden sich DNA-Spuren, die von D. stammen könnten. Auf einem Handschuh, einigen Streifen Panzerklebeband, einem Tierfänger sowie einem Kabelbinder stellten die Experten darüber hinaus Spuren fest, die nach aller statistischer Wahrscheinlichkeit ausschließlich D. zuzuordnen sind. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

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