Garten-Umgestaltung: Die Arbeiten hinter der Brennerei Stadler sind in vollem Gange. Vom Land gefördert, entfallen auf die Stadt nur 30 Prozent der Kosten. - © Birgit Vredenburg
Garten-Umgestaltung: Die Arbeiten hinter der Brennerei Stadler sind in vollem Gange. Vom Land gefördert, entfallen auf die Stadt nur 30 Prozent der Kosten. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Das sind die offenen Baustellen in Rietberg

Andreas Sunder erklärt, warum die Stadtwerke Soest bei Glasfaser ein guter Partner sind und wieso er das Fachmarktzentrum unabhängig vom COC realisieren will

Birgit Vredenburg

Rietberg. Das Projekt City-Outlet-Center, der Glasfaserausbau, neue Baugebiete, das von der Firma Lüning geplante Fachmarktzentrum an der Westerwieher Straße - das waren einige der Themen, über die Bürgermeister Andreas Sunder am Montagabend im Ratssaal 35 interessierte Bürger informierte. COC/Fachmarktzentrum "Viele konzeptionelle Entwicklungsempfehlungen hängen maßgeblich von der Frage ab, ob das City-Outlet-Center (COC) in Rietberg realisiert wird oder nicht." Dieser Satz ist in dem aktuellen Zwischenbericht zur Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Rietberg nachzulesen - bezogen auf das geplante Fachmarktzentrum am E-Center. Bürgermeister Andreas Sunder vertritt eine andere Sichtweise. "Nüchtern betrachtet, müssen wir die Überlegung, ob wir an der Westerwieher Straße gewisse Sortimentsbereiche zulassen, losgelöst von der COC-Frage entscheiden", sagte das Stadtoberhaupt jetzt in der Bürgerversammlung. Hintergrund ist, dass es den Investoren Tom und Leon Meyer nach wie vor nicht gelungen ist, die für das COC benötigten Verkaufsflächen zu generieren. Auf Nachfrage von Günter Höppner, welche zeitliche Zielmarke die Stadt den Investoren noch setze, erklärte der Bürgermeister: "Das kann ich nicht beantworten. Wir sind darauf angewiesen, dass die Flächenverfügbarkeit gelingt." Sunder, der davon ausgeht, mit der Ansiedelung eines Fachmarktzentrums vor den Toren der Innenstadt mehr Kaufkraft an Rietberg binden zu können, warb um Zustimmung für die geplante Änderung des bestehenden Einzelhandelskonzeptes, das zentrenrelevante Sortimente bislang nur in der Innenstadt zulässt. Bei den Gewerbetreibenden der Kernstadt löst das Vorhaben indes Existenzängste aus. Neuenkirchen Neben der Umgestaltung des Kirchplatzes, der künftigen Nutzung der Brennerei Stadler und dem zurzeit im Bau befindlichen öffentlichen Park am Quartier Diekamp (die NW berichtete) ging Sunder auch auf das neue Gebäude ein, das zurzeit anstelle des alten Becker-Hauses entsteht. Es wurde vor einem halben Jahr abgerissen. Der Neubau solle das alte Gebäude "von der Handschrift her zitieren, ohne dass wir historisierend nachbauen". Die ortsbildprägende Fassade werde sich in dem neuen Komplex in einer "etwas moderneren Formsprache" wiederfinden, so Sunder. Glasfaserausbau Auch der geplante Glasfaserausbau stand auf der Themenliste. Zwar habe mit dem Unternehmen "Deutsche Glasfaser" inzwischen ein zweiter möglicher Investor Interesse bekundet; es gebe aber Vorbereitungen, das Konsortium mit den Stadtwerken Soest, die nicht nur Telekommunikation, sondern auch Strom und Gas anbieten, an den Start zu bringen. Durch dieses Komplettpaket werde es der Stadt Rietberg möglich, sich an einer noch zu gründenden Tochtergesellschaft der Stadtwerke zu beteiligen. Diese Kooperation bietet laut Sunder den Vorteil, "dass wir mit am Tisch sitzen, wenn es um Ausbaugebiete geht". Bei aller Liebe zur Privatwirtschaft sei die Breitbandversorgung ein Thema der kommunalen Daseinsvorsorge. Und da sei es von Vorteil, einen Partner zu haben, der diesen Gedanken mittrage - anstatt "möglichst viel Rendite auf wenig Raum erwirtschaften zu wollen". Sunder: "Was spricht dagegen, dass die Stadt Rietberg sich im Sinne einer Wertschöpfung am Vertrieb von Strom und Gas beteiligt? Die Stadtwerke Soest erwirtschaften in diesem Bereich ein Plus von jährlich 2,2 Millionen Euro." Gewerbe-/Baugebiete Unter dem Stichwort neue Gewerbe- und Wohnbaugebiete teilte Sunder mit, dass im Rathaus an die 70 Anfragen für das neue Gewerbegebiet Bokeler Straße, das noch in diesem Jahr erschlossen werden soll, vorliegen. Im Bereich Wohnbauentwicklung gebe es rund 500 Interessenten. Dem gegenüber stehen rund 80 Grundstücke, die im Baugebiet "In den Emswiesen" entstehen, acht Bauplätze am Friedhof in Bokel, 16 Grundstücke im Erweiterungsgebiet an der Kreutzbreede in Druffel und rund 30 Grundstücke im Baugebiet Niggemeier in Mastholte. Auch für die Sanierung der alten Hofstelle Niggemeier, die demnächst ausgeschrieben werde, haben sich, so Sunder, Interessenten gemeldet.

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