Andrang: Mit mehr als 100 Ausstellern lockt die Rietberger Besuchermesse Jahr für Jahr mehr Interessenten ins Rietberger Schulzentrum. An eine räumliche Erweiterung ist bereits gedacht. - © Birgit Vredenburg
Andrang: Mit mehr als 100 Ausstellern lockt die Rietberger Besuchermesse Jahr für Jahr mehr Interessenten ins Rietberger Schulzentrum. An eine räumliche Erweiterung ist bereits gedacht. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Berufemesse wird Selbstläufer

Die Zahl der Aussteller war noch nie zuvor so groß

Birgit Vredenburg

Rietberg. Weit mehr als 2.500 Besucher und 108 Informationsangebote aus den Bereichen Wirtschaft, Hochschule, öffentlicher Dienst, sowie Studien- und Berufspraxis: Die Rietberger Berufemesse erfreut sich wachsender Beliebtheit. "Die Zahl der Aussteller war diesmal so hoch wie nie zuvor", freut sich Organisator Thomas Hönemann. Mittlerweile stoße die inzwischen 11. Veranstaltung im Kern des Schulzentrums zwar an ihre räumliche Kapazitätsgrenze, neue Optionen seien aber wahrscheinlich, wenn die Gesamtschule im nächsten Jahr mit einsteige. "Gespräche über eine Zusammenarbeit laufen bereits", verrät Hönemann. Dass in der gut gemischten Ausstellerliste aus regionalen und weit angereisten Anbietern erstmals auch die Londoner Dockland Academy vertreten war, erfüllt den stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums Nepomucenum mit besonderem Stolz, denn "die Uni ist mit dem Wunsch, sich in Rietberg zu präsentieren, auf uns zugekommen". Dieser Fall sei beispielhaft für eine neue Entwicklung. "In den ersten Jahren habe ich viele Klinken geputzt und Überzeugungsarbeit leisten müssen bei Unternehmen und Hochschulen - jetzt ist das gar nicht mehr nötig. Inzwischen ist die Rietberger Berufemesse ein Selbstläufer", zieht Hönemann eine rundum positive Bilanz. Mittlerweile würden 90 Prozent der Schüler-Interessen abgedeckt. Zudem komme von vielen Unternehmen, die auch auf anderen Messen vertreten seien, häufig das Feedback, dass sie am liebsten nach Rietberg kämen - wegen der besonderen Atmosphäre, der Publikumsdichte und der Qualität der Gespräche. "Ein großer Vorteil ist, dass über 50 Prozent der Kids ihre Eltern mitbringen", weiß Hönemann. Zum Erfolg "in der ostwestfälischen Provinz" habe auch beigetragen, dass von Anfang an Global Player wie Miele oder Bertelsmann und die drei Hochschulen Münster, Bielefeld und Paderborn mit im Boot gewesen seien. Mit der Referentin und Schulsozialarbeiterin Melody Hoppe und den Gesundheitsschulen im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld waren diesmal in dem bislang eher technik- und wirtschaftslastigen Angebot auch die Berufssparten Soziale Arbeit, Gesundheits- und Krankenpflege, Diätassistenz und Ergotherapie gut vertreten. "In Kooperation mit der Fachhochschule der Diakonie in Bethel bieten wir in allen Bereichen die Möglichkeit, Ausbildungen und Hochschul-Laufbahnen miteinander zu verbinden, um akademische Abschlüsse zu erlangen", erklärt Rainer Külker von der Schulleitung. Wenngleich der Bedarf in den Therapie- und Pflegeberufen aufgrund des demografischen Wandels groß sei, sei es nicht ganz einfach, den Nachwuchs für den Gesundheitsbereich zu begeistern. Die Schülerinnen Tabea Sophie Sonntag, Selina Scherer und Sarah Kim Seeberg haben indes in den unterschiedlichen Fachbereichen offenbar ihre Berufung gefunden: "Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, die Arbeit ist abwechslungsreich und von den Patienten bekommen wir sehr viel zurück". Külker betont: "Was wir brauchen, ist eine gesellschaftliche Aufwertung der Berufe im Pflege- und Gesundheitsbereich".

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