BVB-Fanclub an der Torwand: Jan Strathoff (v.l.), Julius Westhoff, Marcus Frerich, Jerome Bisping, Sebastian Elbracht und Alexander Oeverhaus präsentierten sich auf der letzten Gewerbeschau. - © Robert Becker
BVB-Fanclub an der Torwand: Jan Strathoff (v.l.), Julius Westhoff, Marcus Frerich, Jerome Bisping, Sebastian Elbracht und Alexander Oeverhaus präsentierten sich auf der letzten Gewerbeschau. | © Robert Becker

Rietberg BVB-Fanclub aus Rietberg ist einer der größten in Deutschland

Schwarzgelbe Grafschaftler

Robert Becker

Rietberg. Nach dem Abgang von Jürgen Klopp schickte der Fanclub "Die Grafschafter Rietberg" eine Videobotschaft los. Eine tolle Ehe sei nach sieben Jahren in die Brüche gegangen, vermeldeten die "Grafschafter" bei Klopps Vertragsauflösung im Frühsommer. Inzwischen hat sich der Fanclub, der mit 198 Mitgliedern zu den größten der Schwarzgelben zählt, mit dem Nachfolger angefreundet. "Tuchel ist fachlich vielleicht sogar besser, aber Kloppo war den Fans näher", sagt Fabian Reinkemeier, Gründungsmitglied und lange Zeit 2. Vorsitzender des Rietberger BVB-Fanclubs. Während der Klopp-Zeit konnte der Fanclub seine Mitgliederzahl stark ausbauen. Das Jahr 2012, wo Dortmund im Londoner Wembley-Stadion im Finale der Champions League gegen die Bayern stand (und verlor), sei von der Mitgliederentwicklung das beste gewesen, erinnert sich Reinkemeier jetzt auf NW-Nachfrage. "Größe allein ist uns aber nicht so wichtig", ergänzt Reinkemeier. Der hat seinen Posten als "Vize" aus beruflichen Gründen abgegeben und ist jetzt als Schriftführer im Vorstand aktiv. Vorsitzender der Grafschafter ist André Potthoff. Besonders an der Entwicklung des Rietberger Fanclubs ist, dass gleich nach der Gründung im März 2010 eine Gegenoffensive am Ort gestartet wurde, nämlich die Gründung eines Fanclubs des FC Schalke, des arg verhassten Ruhrgebietsnachbarn. Während die Rietberger BVB-Anhänger anfangs nur 25 Mitglieder hatten, wuchs der Blauweiße-Fanclub anfangs umso schneller und hatte innerhalb von Wochen 100 Anhänger. Inzwischen sind die Clubs in etwa gleich groß. Und - anders als im Revier - verstehen sich die unterschiedlichen Rietberger Fanlager prächtig. Einmal im Jahr wird ein gemeinsames Hallenturnier veranstaltet. Dass mit Ingo Anderbrügge für die Ende Dezember ausgespielte vierte Turnierauflage ein Schirmherr gefunden wurde, der schon für "blau" und für "gelb" gekickt hat, verdeutlicht die dahinter stehende Freundschaft. Nach drei Turniererfolgen der "Grafschafter" gewann prompt erstmals der blauweiße Rietberger Fananhang, der sich "KleinSchalke04" nennt. Deren Vorsitzender Lothar Brummel hatte lautstark im Vorfeld angekündigt, "die Borussen vom Thron zu stürzen". Dieses Jahr verläuft für die Grafschafter im Hinblick auf die Mitgliederentwicklung etwas ruhiger. "Durch den Höhenflug der Bayern", glaubt Fabian Reinkemeier, sei der ganz große Hype abgedämpft. Uninteressant sei eine Mitgliedschaft in dem Club, die übrigens in Anlehnung an das Gründungsjahr 19,09 Euro im Jahr kostet, gleichwohl nicht, sagt Reinkemeier. Die Grafschafter haben noch einige gemeinsame Fahrten auf dem Plan, beispielsweise das Rückrundenspiel gegen die Bayern. Dafür will der Club einen Bus chartern. Zehn Mitglieder haben eine Dauerkarte. Als großer BVB-Fanclub werden die Grafschaftler regelmäßig mit Kartenkontingenten aus Dortmund versorgt, so dass die Rietberger Hoffnung haben, als große Gruppe ins Stadion zu kommen. Ostern wollen sie ein FIFA-Turnier besuchen und schließlich gibt es noch ein kleines Sommerfest. "Und wir hoffen auf das DFB-Pokalfinale. Das ist unser Hauptziel", sagt Fabian Reinkemeier. Auf eine Audienz beim neuen Cheftrainer Tuchel setzen die Grafschafter hingegen nicht. Die werde Tuchel dem Fanclub wohl auch nicht geben, glaubt Reinkemeier. Beworben hat sich der Verein aber beim sogenannten "Spielertreff". Sollten sie da zum Zuge kommen, würden zwei Profis aus dem BVB-Kader die Grafschafter mal in Rietberg besuchen kommen.

realisiert durch evolver group