Frisch ans Werk: Fürs Foto kneten die Auszubildenden Saskia (r.) und Verena Teig, der zu Testzwecken aufgebacken wird, ordentlich durch. Ausbilder Reinhard Diekhans, Siegfried Alteilges, Swen Binner (IHK), Thomas Niehoff (IHK) und Wolf D. Meier-Scheuven (IHK) und Bernd Otte (v.l.) schauen zu. - © Birgit Vredenburg
Frisch ans Werk: Fürs Foto kneten die Auszubildenden Saskia (r.) und Verena Teig, der zu Testzwecken aufgebacken wird, ordentlich durch. Ausbilder Reinhard Diekhans, Siegfried Alteilges, Swen Binner (IHK), Thomas Niehoff (IHK) und Wolf D. Meier-Scheuven (IHK) und Bernd Otte (v.l.) schauen zu. | © Birgit Vredenburg

Rietberg IHK-Präsident lobt Unternehmen WP Kemper

„Exzellente Ausbildung“

Rietberg. Ein Viertel aller Unternehmen in OWL, die ausbilden könnten, tun es nicht. „Aus unterschiedlichsten Gründen“, wie Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld weiß. Auf der anderen Seite wird es für Firmen immer schwieriger, geeignete Kandidaten für offene Ausbildungsstellen zu finden – und das bei einer derzeitigen Jugendarbeitslosenquote von 7,5 Prozent. Um die Leistungen vorbildlich ausbildender Unternehmen in den Vordergrund zu stellen, hat Meier-Scheuven jetzt im Rahmen seiner diesjährigen Best-Practice-Tour die WP Kemper GmbH in Rietberg besucht. Der weltweit agierende Hersteller innovativer Lösungen zur Teigherstellung und Verarbeitung kann eine außergewöhnlichen Quote vorweisen: 15 der derzeit insgesamt 150 Beschäftigten sind Auszubildende.54 Prozent der Mitarbeiter bei Kemper selbst ausgebildet „Diese Zahl ist beeindruckend“, sagte Meier-Scheuven. Allgemein liege der vergleichbare Wert im Maschinenbau bei 4,5 Prozent. Darüber hinaus werde hier am Beispiel der zwei angehenden Industriemechanikerinnen Saskia und Verena deutlich, „dass auch Frauen in typischen Männerberufen erfolgreich ausgebildet werden können“. Um den Frauenanteil im Betrieb (derzeit 10 Prozent) weiter zu steigern, hat Kemper einen eigenen Flyer erstellen lassen, der speziell Mädchen ansprechen soll. Denn während von hundert eingehenden Bewerbungen im Bereich Industriekaufmann/frau 75 Prozent weiblich sind, bewerben sich im Maschinenbau immer noch hauptsächlich Jungen – allerdings in deutlich kleinerer Zahl, wie Personalleiter Siegfried Alteilges einräumte. Im Wettbewerb mit der „kreisweit gewaltigen Konkurrenz um denselben Pool an Bewerbern“ biete Kemper 15 bis 20 Praktikanten im Jahr die Gelegenheit, in den Betrieb und die verschiedenen Ausbildungsberufe hinein zu schnuppern. Mit Erfolg, wie Geschäftsführer Bernd Otte betonte: „54 Prozent unserer Mitarbeiter haben wir selbst ausgebildet“. Und: „Natürlich kostet Ausbildung Geld, aber die Kräfte arbeiten ja schon im Betrieb mit. Und wenn sie die Prüfung bestanden haben, ändert sich eigentlich nur eins: der Stundenlohn“. Die allgemeine Kritik, viele Jugendliche seien nicht ausbildungsfähig oder -willig, kann Otte nicht bestätigen. IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff unterstrich die Notwendigkeit, dass insbesondere weniger bekannte Unternehmen ihr Ausbildungsmarketing verstärken, denn vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde es in den nächsten Jahren zunehmend schwieriger, Ausbildungsstellen adäquat zu besetzen.

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