Präsentierten sich in Bestform: Jan Bürger, Oliver Gies, Christoph Hiller und Lukas Teske (v.l.) liefern im Rietberger Rundtheater ein mitreißendes Konzert ab. - © Birgit Vredenburg
Präsentierten sich in Bestform: Jan Bürger, Oliver Gies, Christoph Hiller und Lukas Teske (v.l.) liefern im Rietberger Rundtheater ein mitreißendes Konzert ab. | © Birgit Vredenburg

Rietberg A-capella-Gruppe "Maybebop" begeistert im Rietberger Rundtheater

Großartiges Konzert: Das neue Tourneeprogramm "sistemfeler" begeistert fast 650 Fans

Birgit Vredenburg

Rietberg. Kunst kommt von Können - und Jan Bürger, Lukas Teske, Oliver Gies und Christoph Hiller sind wahre Könner. Den Beweis haben die Sänger der A-cappella-Gruppe "Maybebop" mit einem mitreißenden Konzert in der Cultura abgeliefert. Allein mit ihren Stimmen füllen die vier hochmusikalischen Charmebolzen das Theaterrund mit dem Sound eines ganzen Orchesters aus. Bass Christoph Hiller, der erst zum zweiten Mal mit den sympathischen Jungs auf der Bühne steht, gibt in Rietberg einen beeindruckenden Einstand. Scheinbar mühelos schließt der musikalische Genrependler, der Ensembles von Kinder- bis Popchor leitet und als Dozent für Chorleitung an den Hochschulen Leipzig, Weimar und Frankfurt arbeitet, die Lücke, die durch den krankheitsbedingten Ausfall des "Maybebop"-Urgesteins Sebastian Schröder entstanden ist. "Innerhalb von nur drei Wochen hat er das komplette Programm inklusive Noten, Text, Choreografieschritte und Dramaturgie gelernt", stellt Oliver Gies anerkennend fest und wundert sich, dass der Ersatzmann auch "kompliziertes Zeug" wie "Die kleine Melodie", ein alter Jazz-Klassiker von Dave Brubeck, dem Gies einen rasanten und originellen Text verpasst hat, "auf den Punkt hinbekommt" und mit Songs wie "Teardrops" oder "Alle sind wir immer auf der Suche - und wissen nicht wonach" neue Farbe in die Band bringt. Auch das Publikum ist begeistert und schließt den "Neuen" sofort ins Herz. Die "Maybeboper", die sich in 16 Jahren gemeinsamer Schaffenskraft von einer Gruppe unter vielen zur wichtigsten A-cappella-Referenz in Deutschland gemausert haben, freuen sich, ihre mundgemachte Musik endlich auch einmal im Rietberger "Getreidesilo" präsentieren zu dürfen. Im Mittelpunkt ihres neuen Tourneeprogramms "sistemfeler", das Disziplinen wie Gangsta-Rap, alternative Metal, gregorianische Gesänge, Plattdeutsches und sogar einen Marsch umfasst, stehen facettenreiche Eigenkompositionen mit intelligenten Botschaften. Ihre Songs, die mal scharf, mal morbide, subtil und gerne komisch das aktuelle Zeitgeschehen behandeln, treffen ins Schwarze. Für Marcell aus Ahlen, ein beinharter Fan, der "Maybebop" schon mehrmals live erlebt hat und zum Geburtstag einen gemeinsamen Auftritt mit der munteren Truppe geschenkt bekam, geht ein Traum in Erfüllung, als er im zweiten Teil endlich auf die Bühne gebeten wird. Marcell wünscht sich das Lied "Festung" und singt den Bass aus dem Stand heraus mit so großer Hingabe - Christoph darf so lange im Publikum Platz nehmen - dass die Zuschauer vor Begeisterung johlen. "Das jemand mit uns ein Stück von uns singen will, ist der bestmögliche Fall", freut sich auch Oliver Gies über diesen besonderen Moment.

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