Erste Amtshandlung: Der frisch gebackene Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier verleiht Friedel Kochtokrax das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz. - © Birgit Vredenburg
Erste Amtshandlung: Der frisch gebackene Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier verleiht Friedel Kochtokrax das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Abschied nach 25 Jahren von "Mister Zuverlässig"

Rietberger Schützengilde: Friedel Kochtokrax wird bei der Generalversammlung mit dem St.-Sebastianus-Ehrenkreuz geehrt. Ulrich Glinski bekommt einen Orden für 70-jährige Treue

Birgit Vredenburg

Rietberg. Friedel Kochtokrax, erster Kassierer und laut Vorsitzendem Stefan Kay "Mister Zuverlässig" der Rietberger Schützengilde, hat seinen Posten nach 22 Jahren an Tom Strothoff übergeben. Zwei Jahren lang hat er seinen designierten Nachfolger auf diesen Tag vorbereitet. "Ich weiß jetzt schon, dass du mir fehlen wirst", sagte Kay bei der Generalversammlung. Donnernder Applaus und eine besondere Auszeichnung "Du bist nicht nur ein ausgewiesener Fachmann, der die Aufgaben eines Kassierers mit großem Fleiß und Detailwissen erfüllt hat, sondern auch ein toller Mensch", bedankte sich Kay für insgesamt 25 Jahre Vorstandsarbeit. Von den versammelten Gildeschützen mit donnerndem Applaus verabschiedet, überraschte der jüngst zum Bezirksbundesmeister gewählte Mario Kleinemeier - "für mich ist das heute die erste offizielle Veranstaltung im neuen Amt" - den langjährigen Schatzmeister anschließend mit einer ganz besonderen Auszeichnung. "Ich habe heute die ehrenvolle Aufgabe, einem sehr engagierten Schützenbruder das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz überreichen zu dürfen, denn die Verdienste dieses Mannes sind beispielhaft und nachahmenswert", verkündete Kleinemeier. Kochtokrax, 1949 geboren und seit 1983 Mitglied der Gilde, dankte und versicherte: "Mit Tom Strothoff haben wir den richtigen Nachfolger gefunden". Auch finanziell ist die Gilde gut aufgestellt. Durch einen erzielten Überschuss von 912,27 Euro hat sich der Bestand in 2017 auf nunmehr 56.219 Euro erhöht. "Die Kassenlage lässt uns optimistisch in die Zukunft schauen. Ein Ruhekissen ist sie aber nicht", bilanzierte zweiter Vorsitzender Dirk Ehlers. Mit dem Schützenheim und dem Schützenplatz - "ein im Kassenbericht nicht ausgewiesener schuldenfreier Vermögensposten" - sei der Verein gleichzeitig in der Pflicht. "Das Schützenheim ist jetzt knapp 15 Jahre alt, irgendwann kommen Reparatur- und Renovierungskosten auf uns zu". Der Vorstand versuche deshalb, die Einnahmenseite der Kasse zu stärken und vermiete den Schützenplatz auch in diesem Jahr wieder zur Veranstaltung von Volksflohmärkten. Im letzten Jahr verzeichneten die Grünröcke 46 Neuanmeldungen, aber auch 11 Austritte und 22 Sterbefälle, wodurch die Mitgliederzahl nur geringfügig auf 1.116 angewachsen ist. Gleichzeitig hat sich der Bestand der Sterbekasse von 15.323 auf 13.920 Euro reduziert. Im weiteren Verlauf bestätigte die Versammlung den Verwalter der Sterbekasse Michael Aufderstroth sowie den ersten Vorsitzenden Stefan Kay für weitere fünf Jahre im Amt. Der gebürtige Mastholter Christian Stücker (42), der seit 17 Jahren in Rietberg lebt, wurde an diesem Abend als Neuzugang in den Vorstand gewählt.

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