Robert D. und Artur T. müssen sich erneut vor Gericht verantworten. - © Wolfgang Rudolf
Robert D. und Artur T. müssen sich erneut vor Gericht verantworten. | © Wolfgang Rudolf

Rietberg/Bielefeld Erster Prozesstag im neu aufgerollten Raubmord-Prozess: Angeklagte schweigen erneut

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil gegen Artur T. und Robert D. aus Gütersloh aufgehoben. Nun müssen sie sich abermals wegen Mordes vor dem Bielefelder Landgericht verantworten

Nils Middelhauve

Rietberg/Bielefeld. Äußerlich haben sich die beiden Angeklagten etwas verändert, doch blieben sie ihrer Linie treu – und schwiegen vor Gericht: Robert D. (48) und Artur T. (50) aus Gütersloh müssen sich abermals vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Sie sollen im November 2015 gemeinsam mit einem Mittäter den brutalen Raubüberfall auf das Brüderpaar Heinrich und Werner S. begangen haben, bei dem der damals 64-jährige Heinrich getötet wurde. Im Dezember 2016 hatte die X. Große Strafkammer des Landgerichts die beiden Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes sowie versuchten Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Robert D. war angeklagt, gemeinsam mit dem zu jener Zeit noch flüchtigen Piotr L. am späten Abend des 3. Novembers 2015 maskiert ins Haus der Brüder S. in Rietberg eingedrungen zu sein, nachdem sie von Artur T. mit dessen Auto in die Nähe des Tatorts gefahren worden waren. Beute von 700 Euro Laut Anklage verletzte Robert D. Werner S. mit massiver Gewalt schwer und ließ diesen bewusst- und hilflos gefesselt liegen. Dann sollen sich Piotr L. und Robert D. dem im Fernsehzimmer sitzenden herzkranken Heinrich S. zugewandt und diesen schwer misshandelt haben. Da auch dieser das im Haus vermutete Bargeldversteck der Brüder nicht verriet, würgte laut Anklage einer der beiden Eindringlinge Heinrich S. bis zum Tod. Im Anschluss sollen L. und D. das Haus mit einer Beute von lediglich 700 Euro verlassen haben. „Um 23.19 Uhr wurden sie von Artur T. an der Straße aufgelesen. Sie berichteten ihm von dem Geschehen. Mit teils stark überhöhter Geschwindigkeit flohen sie nach Gütersloh", sagte Oberstaatsanwalt Vennewald in der Verlesung des Anklagesatzes. Im Januar 2016 wurden T. und D. festgenommen, seitdem sitzen beide in Untersuchungshaft. Piotr L. verbüßt derzeit eine Strafhaft in seiner polnischen Heimat. Nach dem Urteil vom 23. Dezember 2016 legten die Angeklagten Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob jedoch das Urteil auf und verwies den Fall an eine andere Kammer des Bielefelder Landgerichts zurück. Der Grund: fehlerhafte Gesetzesanwendung und Beweisführung. Jetzt müssen sich T. und D. vor der I. Großen Strafkammer des Landgerichts unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Korte verantworten. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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