Beliebtes Event: Das Rietberger Kneipenfestival "Hänky-Pänky" hat Tausende in die historische Altstadt gelockt. Zuletzt gingen die Besucherzahlen zurück. - © Birgit Vredenburg
Beliebtes Event: Das Rietberger Kneipenfestival "Hänky-Pänky" hat Tausende in die historische Altstadt gelockt. Zuletzt gingen die Besucherzahlen zurück. | © Birgit Vredenburg

Rietberg "Hänky-Pänky" in Rietberg droht das Aus

Das Rietberger Kneipen-Festival kämpft mit geringen Besucherzahlen. Es werde immer schwieriger, kostendeckend zu arbeiten, sagen die Wirte

Birgit Vredenburg

Rietberg. Seit Jahren ist das Rietberger Kneipenfestival "Hänky Pänky" eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Stadt. Dennoch droht dem beliebten Event das Aus. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Rietberger Kneipenfestival" - eine Unterabteilung des Wirtevereins - wollen jetzt "einen Strich unter alle Rechnungen ziehen und gemeinsam überlegen, wie es weiter gehen kann", sagte Menne Vogt, Vorsitzender des Wirtevereins, gegenüber der NW. Auch Martin Strunz vom Gasthaus "1643" mag die Situation nicht schön reden. In den letzten drei Jahren habe sich gezeigt, dass es immer schwieriger werde, kostendeckend zu arbeiten. "Die Gemeinschaftskasse schreibt rote Zahlen und auch die Besucherzahlen sprechen eine deutliche Sprache", so Strunz. In der bisherigen Form werde das "Hänky Pänky" wohl nicht weiter laufen. Darüber seien sich alle einig. Strunz: "Irgendwann muss man reagieren. Es ist an der Zeit, die Konzeption zu überdenken und mit neuen Attraktionen aufzufrischen". In der heutigen Schnelllebigkeit der Formate laufe sich eine solche Veranstaltung irgendwann tot. Davor sei auch eine Traditionsveranstaltung wie das Rietberger "Hänky Pänky" nicht gefeit. Delbrück etwa habe das dortige Kneipenfestival schon vor drei Jahren, nach der 13. Auflage, eingestellt. Als das Rietberger Kneipenfestival 2003 aus der Taufe gehoben wurde, waren noch mehr als zwölf Wirte mit im Boot und Größen wie die "Thunderbirds" oder die "Rattles" rockten die Bühnen in der historischen Altstadt. "Damals hätten wir nie geglaubt, dass das Festival so viele Besucher von außerhalb nach Rietberg lockt", blickt der städtische Kulturbeauftragte Volker Pappert, der das "Hänky Pänky" vor 15 Jahren initiiert und stets als "nachhaltige Werbung für die Stadt gesehen hat", etwas wehmütig zurück. Rietberg habe immer mit musikalischer Vielfalt und damit punkten können, "dass die teilnehmenden Kneipen sich auf einer Laufstrecke von etwa 400 Metern konzentrierten", erinnert Pappert. Zum Bürgerkrug, der außerhalb der Partymeile liegt, wurden die Nachtschwärmer bis vor fünf Jahren sogar mit der "Rieti-Bahn" chauffiert. Nach 2013 wurde der urige "Express" jedoch eingestellt, weil die Fahrgäste den Zug eher als Taxi nach Hause nutzten, als für einen Absacker im Bürgerkrug. In den Anfangsjahren waren Spielstätten wie das Kolpinghaus, das Heimathaus, das Hotel "Zur Post" oder der Weinkeller Rieländer noch mit im Boot. Nach und nach verschwanden Lokale wie "Onkel Brunch", die "Galerie", "Da Nico" oder "Kaffee-Klatsch" von der Bildfläche, sodass die Zahl der teilnehmenden Kneipen sich im letzten Jahr auf nur noch sechs mehr als halbiert hatte; mit dem Ergebnis, dass auch die Besucherzahl geringer ausfiel. Tickets gingen zuletzt für 9,90 Euro im Vorverkauf und für 12 Euro an der Abendkasse über den Tresen. Für Busse aus den Ortsteilen und wieder zurück wurden zwei Euro berechnet.

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