Säbelrasseln: Die Vorstandsfrauen der kfd Rietberg mit der Vorsitzenden Silvia Edenfeld (Mitte) eröffneten das Programm. - © robert becker
Säbelrasseln: Die Vorstandsfrauen der kfd Rietberg mit der Vorsitzenden Silvia Edenfeld (Mitte) eröffneten das Programm. | © robert becker

Rietberg Kfd Rietberg feiert den Lumpenball

Seit den 70er Jahren halten die Frauen die Fahne für den Lumpenball hoch, mit dem früher die Frühlingsgöttin ermittelt wurde. Für 2020 kündigt sich bereits ein Generationswechsel an

Robert Becker

Rietberg. Lumpenball, damit sollte in Rietberg einst die Frühlingsgöttin ermittelt werden. Die Karnevalistin, die den Ball als letzte hält, gewinnt. Von diesem Brauch sind die Rietberger Frauen längst weg, die Fahne für den Lumpenball am Montag vor Karneval halten sie dennoch seit den 70er Jahren hoch. Für 2020 kündigt sich nun ein Generationswechsel an. „Nächstes Jahr machen wir noch, dann setzen wir uns zur Ruh’", sagte die Vorsitzende Silvia Edenfeld zur Begrüßung. Carola Peterhanwahr moderierte das Programm Carola Peterhanwahr führte durchs Programm. „Sieht die Welt beschissen aus, werfen wir Konfetti drauf", lautete ihr Motto. Gezeigt wurden Tanzstücke und Sketche. Der Vorstand gab zu, seine Aufführung Säbelrasseln, das tadellos „funktionierte", nur drei Mal geübt zu haben. Nach einer Pause im letzten Jahr zeigte die Mini-Prinzengarde jetzt wieder ihr Können. Die Emshallen-Flitzer folgten und verabschiedeten sich mit einer beeindruckenden Handwalk-Einlage. In der Schule nur noch Pausen und Pommes Ihren ersten Auftritt nach ihrer Wahl am Tag zuvor hatte das Kinder-Prinzenpaar. Prinz Jannis I und Katharina II gaben ihre Wünsche kund, die sie umsetzen würden, wenn sie tatsächlich regieren könnten: „In der Schule nur noch Pausen und immer Pommes essen." Es würde gelacht von morgens bis abends, sagten die beiden. Den Bürgermeister würden sie bitten, eine große Rutsche und eine Eisbahn zu bauen. Und die Sketche? Die Apotheken-Einlage war gut. Gegen Beschwerden aller Art helfe die Kirche, hatten die Frauen herausgefunden. Der Blasiussegen gegen Verschlucken, langweilige Predigt hören helfe gegen Schlafstörungen, ein Glas Wasser empfahlen sie als Verhütungsmittel. „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie die Pfarrsekretärin", schoben sie schnell noch nach. Therapiesitzung der Wochentage Eine Therapiesitzung der Wochentage sorgte ebenfalls für Erheiterung. Über DJ Ötzi, den Friseurbesuch, von geplagten Ehefrauen und dem Sandmann vor Gericht handelte der zweite Teil im dreistündigen Programm. Höhepunkt des Abends war der letzte Programmpunkt. „Sugar", alias Ingrid Theilmeier, warf sich – vom Virus befallen – wie in den Vorjahren an den einzigen Mann im Publikum, den Pfarrer Andreas Zander. Weil Umfragen in Rietberg gerade angesagt sind, machten die kfd-Frauen auch eine. Es ging dabei aber nicht ums City-Outlet. Carola Peterhanwahr sammelte die Stimmzettel ein, mit der das Publikum das Programm des Abends bewertete.

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