Überraschung gelungen: Thomas II. und Dagmar I. Freitäger regieren die Kolpingkarnevalisten in Neuenkirchen. - © Birgit Vredenburg
Überraschung gelungen: Thomas II. und Dagmar I. Freitäger regieren die Kolpingkarnevalisten in Neuenkirchen. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Proklamationssitzung: Thomas II. und Dagmar I. Freitäger schwingen in Neuenkirchen das Narrenzepter

Und das Dorfgraben-Septett verkündet eine neue Geschäftsidee, die nicht nur Neuenkirchener ins Schwitzen bringt

Birgit Vredenburg

Rietberg. Mit der Proklamation von Thomas II. und Dagmar I. Freitäger zum neuen Prinzenpaar haben die Kolpingnarren die Binsenweisheit, dass man im Wapeldorf erst Prinz im Karneval und dann Schützenkönig wird, auf den Kopf gestellt. Denn im Regieren kennen Freitägers sich aus. Vor elf Jahren eroberte das Paar den Thron der Neuenkirchener St.-Hubertusschützen. Tochter Leonie wurde im Sommer letzten Jahres Jungschützenkönigin, ihre Schwester Carolin hatte dieses Amt vor sieben Jahren inne. Und damit bei den Eltern inzwischen keine Langeweile aufkommt, haben Thomas II. und Dagmar I. Freitäger sich dem Throngefolge des amtierenden Königspaares Dieter Pauleickhoff und Birgit Hesse angeschlossen. Große Freude Die Freude war groß, als die neuen Tollitäten in den proppevollen Kolpinghaussaal einzogen, denn das Paar war bereits vor zwei Jahren für dieses höchste närrische Amt auserkoren, musste dann aber absagen, weil Prinzessin Dagmar erkrankt war. "Inzwischen ist sie vollständig genesen", jubelte KKGN-Präsident Dieter van Pels und mit ihm die ganze Narrenschar. Wenngleich der Schwerpunkt des neuen Prinzenpaares bisher eher im Schützenwesen lag - er ist stellvertretender Brudermeister der Hubertusschützen - ist Prinz Thomas II. karnevalistisch kein unbeschriebenes Blatt. Seine Eltern Karl und Margret Freitäger durften die KKGN zwei Jahre lang (von 1990 bis 1992) regieren, weil das närrische Treiben 1991 wegen des Golfkrieges ausfiel. "Ich bin froh ein Narr zu sein" Prinzessin Dagmar II. kommt gebürtig aus Rietberg und unterstützt ihren Gatten im Autohaus Freitäger an der Konrad-Adenauer-Straße, dass er gemeinsam mit seinem Bruder führt. Bürgermeisterstellvertreter Werner Bohnenkamp überreichte dem um die Wette strahlenden Paar den Hoppeditz und freute sich, "hier oben auf der Bühne zu stehen und so viele fröhliche Gesichter zu sehen". Gleichzeitig gestand er: "Ich bin froh ein Narr zu sein, denn als Narr ist man niemals allein." Die Proklamation der neuen Tollitäten bildete den Höhepunkt eines abwechslungsreichen Programms voller Witz, Tanz und Gesang. Das Dorfgraben-Septett um "Buschi" (Alois Pauleikhoff), "der uns vor der Nase weg zum Doktor humoris causa befördert wurde", überraschte die Narrenschar mit der Neuigkeit, dass das muntere Trüppchen sich jetzt jeden Samstag zum gemeinsamen Schwitzen in der "Dorfgraben-Therme" trifft. Wie es dazu kam? "Wir haben uns die Nutzungsrechte des kleinen Stickenhäuschens in Stadlers Garten für die nächsten 100 Jahre gesichert und dort eine Vier-Sterne-Premium-Wellness-Sauna-Oase eingebaut", verkündeten die wackeren Sänger. Gemischt. Auch für Rietberger. Um aber eingelassen zu werden, müssen die Gäste das Septett-Sauna-Schwitzclub-Lied mit Textzeilen wie "wenn wir in unserer Schwitze-Klitsche auf der Glitsche-Pritsche schwitzen, mit dem Spritzewasser spritzen und Zwetschgen-Schnäpse zwitschern" fehlerlos auf die Reihe kriegen. Die erste Aufnahmeprüfung im stimmungsaufgeheizten Kolpinghaussaal verlief vielversprechend. Das bunt kostümierte Narrenvolk amüsierte sich königlich.

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