Vermissen Alternativen zum Outlet-Center: Ralph Böwingloh (v.l.) und Manfred Niewiarra. Fotos: Birgit Vredenburg - © Vredenburg
Vermissen Alternativen zum Outlet-Center: Ralph Böwingloh (v.l.) und Manfred Niewiarra. Fotos: Birgit Vredenburg | © Vredenburg

Rietberg Kann es in Rietberg eine Zukunft ohne City-Outlet geben?

Stadtentwicklung: Die FDP fordert noch vor der Bürgermeisterwahl am 16. September 2018 die Vorlage einer Vision „Rietberg 2030“

Birgit Vredenburg

Rietberg. Aus Sicht der Rietberger FDP stellt das geplante City-Outlet „eine gedankliche, eindimensionale Fehlkonstruktion dar, die an den Lebensnerv der Stadt geht". Es werde angenommen, dass ein nicht in die Stadt passendes Einkaufszentrum das erkennbare Problem einer sich verändernden Stadtlandschaft löse. Dabei gehe selbst der Investor davon aus, dass das CO lediglich zehn, vielleicht 15 Jahre läuft. „Wie kurz diese Zeitspanne eigentlich ist, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass die Landesgartenschau schon zehn Jahre zurück liegt", erklärten Manfred Niewiarra, FDP-Einzelkämpfer im Rat und Ralph Böwingloh, der die FDP als sachkundiger Bürger vertritt, gestern in einem Pressegespräch. Fixierung auf das Großprojekt City-Outlet sei langfristig zu kurz gedacht Niewiarra fordert noch vor der Bürgermeisterwahl im September diesen Jahres eine perspektivische Betrachtung der Stadtentwicklung und die Vorlage einer Vision „Rietberg 2030". Die Fixierung auf das Großprojekt CO sei langfristig zu kurz und zu eng gedacht. „Wir brauchen kein Outlet-Center mit angeschlossener Stadt – umgekehrt wird ein Schuh draus", betonte Niewiarra. Er vermisse den prinzipiellen Willen, andere Ideen auch nur in Betracht zu ziehen. Niewiarra kritisierte weiter, dass im Rat bisher keine fundierte Diskussion über eine umfassende Stadtentwicklung stattgefunden hat und dass hierzu auch noch kein externer Sachverstand eingeholt worden sei. Der Grundsatzbeschluss für das CO sei nicht auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens für Stadtentwicklung gefasst worden, „vielmehr war das Investment CO durch überwiegend kommerzielle Interessen eines Investors befördert", ärgert sich Niewiarra. Und: „Das beauftragte Unternehmen „Ecostra" begutachtet nur bestimmte Investitionsvorhaben im Handelsbereich, ist für Fragen einer komplexen Stadtenwicklung aber nicht kompetent." Ein City-Outlet umfasst nur Teilaspekte der Stadtentwicklung Ein CO umfasse jedoch nur Teilaspekte einer Stadtentwicklung und könne deshalb auch keine Priorität genießen. Aufgabe der Stadt sei es, sich den Herausforderungen der nächsten Dekade zu stellen und schon jetzt entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Nicht zuletzt sei auch die digitale Entwicklung und Vernetzung aller Lebensbereiche mit wesentlichen Änderungen in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbunden. Damit einher gehe die sogenannte 4. industrielle Revolution (Industrie 4.0), die die Anforderungen an die arbeitenden Menschen vollständig verändern werde. Niewiarra: „Das soziale Gefüge der Stadt erfährt dadurch einen tiefgreifenden Umbruch."

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