Der Ausbau verzögert sich. - © Picture Alliance
Der Ausbau verzögert sich. | © Picture Alliance

Rietberg Glasfaser-Ausbau in Rietberg und Umgebung verzögert sich

Breitbandversorgung: Grund ist eine nachträgliche Änderung der zentralen Ausbaugebiete in Rietberg, Mastholte und Mastholte-Süd. Neuenkirchen muss sich noch gedulden

Birgit Vredenburg

Rietberg. Wann endlich beginnt in Rietberg die digitale Zukunft? Im Juni hatte die Verwaltung angekündigt, dass der Glasfaserausbau durch die Stadtwerke Soest und Helinet voraussichtlich im November 2017 an den Start gehe – allerdings nur in Rietberg, Mastholte und Mastholte-Süd. Kurz vor Weihnachten wurde im Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss bekannt, dass das Ausschreibungsverfahren erst im zweiten Quartal 2018 endet und erst danach mit den eigentlichen Tiefbauarbeiten begonnen werden kann. Die zeitliche Verzögerung erklärte Bürgermeister Andreas Sunder mit nachträglich vorgenommenen Änderungen des Ausbaugebietes. Eine so genannte Backbone-Trasse sei für den südlichsten Stadtteil bereits erstellt. „In Mastholte, Mastholte-Süd und Rietberg sollen die Haushalte direkt an die Glasfaser angeschlossen werden", sagte Sunder in jüngster Sitzung. In Neuenkirchen, das die vorgegebene Anschlussquote von 40 Prozent aller Haushalte in der Vorvermarktung vor eineinhalb Jahren nicht erreicht hat, soll eine zweite Nachfragebündelung starten, sobald im Stadtgebiet gebuddelt wird. „Wenn die Leute sehen, dass es los geht, sind die Erfolgsaussichten am größten", sagte Stadtsprecher Juergen Wohlgemuth auf Nachfrage der NW. Bei FTTB (Fibre-to-the-Building) wird das Glasfaserkabel bis an das Haus verlegt. Innerhalb des Gebäudes wird die vorhandene Kupferverkabelung verwendet. Die magische Grenze für den Ausbau in den Gewerbegebieten liegt bei 30 Mbit/s. „Alles was darüber geht, ist nicht mehr förderfähig", informierte Projektleiter Andreas Mescheder vom Düsseldorfer Beratungsunternehmen Micus jetzt in einem aktuellen Sachstandsbericht. Eine Markterkundung von insgesamt 297 Betrieben Am Bahnhof, Am Bahnhof 2, An der Industriestraße, Bokeler Straße, Esphorst-Löhner, In der Feldmark, Lippstädter Straße und Röhr habe gezeigt, dass 51 Prozent der Betriebe unterversorgt seien. Der Ausbau solle aus dem Bundesprogramm „Sonderaufruf Mittelstand" gefördert werden. „Die Besonderheit ist hier, dass die Grundstückseigentümer sich mit 2.000 Euro an der Förderung beteiligen müssen", erläuterte Mescheder. Eine schriftliche Bedarfsabfrage der unterversorgten Betriebe habe eine Rücklaufquote von lediglich 26 Prozent ergeben. „Wir werden dennoch das ganze Gebiet zur Förderung anmelden, allerdings geht die Glasfaser an den Betrieben, die sich nicht gemeldet haben, erst einmal vorbei", so Mescheder. Für jedes Gewerbegebiet müsse ein eigener Förderantrag gestellt werden. 50 Prozent der Wirtschaftlichkeitslücke übernehme der Bund, 40 Prozent das Land und zehn Prozent die Stadt. Sunder ergänzte: „Die Maximalförderung je Gewerbegebiet liegt bei 1 Millionen Euro. Die benötigten Summen sind im Haushalt noch nicht berücksichtigt und müssen zu gegebener Zeit überplanmäßig bereit gestellt werden". Die Gewerbegebiete „Bokeler Straße", „In der Feldmark", „Am Bahnhof 2" und „Lippstädter Straße" werden eigenwirtschaftlich erschlossen und sind deshalb nicht mehr förderfähig. Für den Ausbau der Glasfaser in den Außenbereichen empfiehlt Mescheder eine Förderung durch das Land NRW, „weil der Bund länger braucht, die Förderanträge zu prüfen". Da dieses Förderprogramm eine maximale Fördersumme von 2 Millionen Euro pro Ausbaugebiet vorsehe, sei das Stadtgebiet in die drei Cluster Nord (829 mögliche Anschlüsse), Mitte (690 Anschlüsse) und Süd (778 Anschlüsse) aufgeteilt worden. Andreas Mescheder erklärt dazu: „Ziel der Ausschreibung ist, mindestens 50 Mbit/s zur Verfügung zu stellen, idealerweise flächendeckend, jedoch mindestens für 95 Prozent der Haushalte." Mescheder Der frühestmögliche Start für den Ausbau sei Mitte 2018. „Der Ausbau an sich dauert zwischen 18 und 24 Monaten, je nachdem, welches Unternehmen den Zuschlag bekommt."

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