Rheda-Wiedenbrück Tierschützer protestieren vor Tönnies-Werk

Rheda-Wiedenbrück (ei). Rund 30 Tierschützer haben mehrere Stunden die Hauptzufahrt zum Fleischwerk Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) blockiert, einige Demonstranten ketteten sich an die Lastwagen und machten so eine Weiterfahrt unmöglich. "Tiere sind keine Ware sondern fühlende Lebewesen" stand auf einem Banner, dass die friedlichen Demonstranten vor die Ausfahrt des Fleischwerkes legten. Zwei Männer hatten sich mit Fahrradschlössern an die Deichseln wartender Lkw gekettet, zwei junge Frauen hatten sich mit zwei Schlössern gegenseitig aneinander gekettet. Die vier angeketteten Personen wurden durch andere Teilnehmer der Aktion geschützt, die sich in einer Art Sitzblockade um sie herumgruppierten. Lkw-Fahrer wurden laut Polizei genötigt, ihre Fahrzeuge auf dem Gelände zurückzulassen. Sie mussten auf anderen Wegen ihre Heimkehr nach Hause antreten. Trotz der nicht angemeldeten Versammlung waren die Beamten der Kreispolizeibehörde Gütersloh den Versammlungsteilnehmern gegenüber sehr tolerant. Sie gaben ihnen über einen mehrstündigen Zeitraum die Möglichkeit, ihr Anliegen vorzubringen und ihre Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahr zu nehmen. Die Demonstration hatte gegen 13 Uhr begonnen, am Abend rückten Gruppen einer Einsatzhundertschaft aus Gelsenkirchen an. Nach Auflösung der Versammlung gegen 19.30 Uhr mussten fünf Demonstranten aus der Sitzblockade weggetragen werden, die vier angeketteten Personen wurden durch sachkundige Polizisten und Feuerwehrleute befreit. Es gab keine Verletzungen, lediglich an einem Lkw entstand ein leichter Sachschaden. Über 50 Polizeibeamte aus dem Kreis Gütersloh und anderen Städten Nordrhein-Westfalens sowie zahlreiche Feuerwehr- und Rettungskräfte waren im Einsatz.

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