Rheda-Wiedenbrück Gefahr durch toten Winkel

Grundschüler lernen bei der Firma Frankenfeld den Umgang mit schweren Lkw

Josef und Julia Frankenfeld (r.) erklären Katharina, Celestina und David die Gefahrenzonen.
Josef und Julia Frankenfeld (r.) erklären Katharina, Celestina und David die Gefahrenzonen.

Rheda-Wiedenbrück. Das wussten Katharina, Celestina und David schon: Ein Lkw-Fahrer erkennt Fußgänger oder Radfahrer, die sich in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges aufhalten, gar nicht oder erst sehr spät. Die Schüler der Klasse 4c der Eichendorffschule lernten nun aber anhand von Absperrbändern, wie weit sie möglichst von einem schweren Lkw Abstand halten sollten, damit sie von dem Fahrer gesehen werden.

Johannes Frankenfeld und seine Tochter Julia erklärten den Mädchen und Jungen der dritten und vierten Klassen der Grundschule an der Triftstraße das sehr genau. Im Rahmen eines Projektes besucht die Spedition Frankenfeld jetzt nach und nach Grundschulen im Kreis Gütersloh, um den Jungen und Mädchen die Gefahren eines 40-Tonners näher zu bringen.

Die Eichendorff-Schüler konnten sich zusammen mit dem Fahrer Konrad Busche das Führerhaus ansehen und erleben dort, dass trotz mehrerer Spiegel rundherum Kinder, die seitlich oder knapp vor oder hinter dem Fahrzeug standen, nicht zu sehen waren. Begriffe wie "toter Winkel" hatten die Kinder zwar schon mal von ihren Eltern beim Autofahren gehört. Doch dass dieser beim Lkw noch viel größer ist als bei einem Pkw, das hätten sie nie gedacht.

"Wir möchten die Kinder für die Begegnung mit Lkw im Straßenverkehr sensibilisieren", erzählt Julia Frankenfeld. Sie absolviert gerade ein Logistikstudium und möchte anschließend in das 1945 gegründete Unternehmen einsteigen. Sie wollte nicht nur vor Gefahren im Straßenverkehr warnen, sondern den Kindern auch einen ersten Einblick in die Aufgaben eines Logistikunternehmens geben.

"Auch wir müssen schon früh Werbung für unseren Beruf machen, der heute weitaus mehr ist, als Waren von A nach B zu fahren", erklärt Josef Frankenfeld. Eine gute Logistik, moderne Technik und Planung würden heute eine ganz große Rolle in der Branche spielen.

Die Spedition Frankenfeld hat sich das Thema Sicherheit bereits seit vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben. Alle Fahrzeuge sind mit großem Aufwand sicherheitstechnisch aufgerüstet worden, damit Gefahren schnell erkannt werden können, erklärte der Chef.
Die Eichendorff-Schüler wissen nach dem Besuch der Spedition nun, dass sie Abstand halten müssen, wenn sie mit ihrem Fahrrad an einem Laster vorbeifahren. Sie werden fortan wohl nicht mehr denken: "Der hat ja Bremsen".

Denn auch das haben die Jungen und Mädchen gelernt. Bis so ein schweres Fahrzeug steht, dauert es viel länger, als wenn ein Auto bremsen muss. Für jeden Grundschüler gab es dann noch den Comic "LKW, Transport & Co", herausgebracht vom Kinder-Medienverlag und dem Verband für Verkehrswirtschaft und Logistik NRW. Darin werden die verschiedenen Arten von Brummis – vom Heizölwagen über den Kühllaster bis hin zum Schwertransporter erklärt. Auch über die Aufgabe eines Disponenten, die Einteilung der Touren, die Beladetechnik, die Geschichte des Güterverkehrs auf der Straße, Technik früher und heute, das Leben eines Lkw-Fahrers und die Sicherheit wird informiert. Alles, was morgens in der Praxis gezeigt wurde, ist in dem Comic noch einmal anschaulich dokumentiert.

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