Margret Loeser (l.) und Gertrud Meyer haben das Buch über St. Vit und seine Bewohner, über die Vergangenheit und die Gegenwart verfasst. Für die Schrift wirbt auch ein Plakat, das Ortsvorsteher Dieter Feldmann zeigt. - © FOTO: WILHELM IDE
Margret Loeser (l.) und Gertrud Meyer haben das Buch über St. Vit und seine Bewohner, über die Vergangenheit und die Gegenwart verfasst. Für die Schrift wirbt auch ein Plakat, das Ortsvorsteher Dieter Feldmann zeigt. | © FOTO: WILHELM IDE

Rheda-Wiedenbrück Aus Liebe zur Heimat

Zwei Frauen haben "St. Viter Geschichte(n) und Dönekes" geschrieben

Rheda-Wiedenbrück. Wer die neue Druckschrift über St. Vit zur Hand nimmt, erkennt, dass die Autorinnen Margret Loeser und Gertrud Meyer ihr Heimatdorf lieben. Sie wollen ihm ein literarisches Denkmal mit Blick auf die Gegenwart und die unwiederbringliche Vergangenheit setzen.

Unwiederbringlich auch darum, weil die Zahl der Bewohner durch Zuzug von rund 500 in den 1930er Jahren bis heute auf 1.366 gestiegen ist. Das Büchlein mit rund 100 Seiten und vielen Bildern ist darum für alteingesessene St. Viter und Neubürger lesenswert.

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Warum sich die Autorinnen im Frühsommer ans Werk machten, verraten sie in ihrem Vorwort: "Aus Anlass des 800-jährigen Bestehens unserer Kirchengemeinde kam die Idee auf, ein Buch über Tatsachen und Dönekes der St. Viter zu verfassen." Die Geschichte St. Vits hatten Loeser und Meyer schon zur Einweihung des Pfarrjugendheimes 1979 in Vorträgen dargestellt. Die Entwicklung des Dorfes bis zum Jahr 1997 wurde in "St. Vit. Alte Pfarrei und junges Dorf" in der Reihe "Heimatliche Beiträge" behandelt.

"Doch, wo bleiben Geschichten und Dönekes, die die Atmosphäre beschreiben und St. Vit so spannend und liebenswert machen?", fragten sich die Frauen. Dem Aufruf von St. Vits Ortsvorsteher Dieter Feldmann folgend, erzählten viele zum Teil ehemalige St. Viter wichtige Erinnerungen oder Lieblingsgeschichten. Auch die Autorinnen machten mit. "Im Pfarrgemeinderat, im Kirchenchor, in der plattdeutschen Laienspielgruppe, im Arbeitskreis ,Unser Dorf’ und in unseren Familien haben wir die Ohren offengehalten", erzählen sie bei der Vorstellung des Büchleins.

Information
100 Seiten stark

Das 100 Seiten starke Büchlein "St. Viter Geschichte(n) und Dönekes" ist bei den Autorinnen, im Pfarrbüro St. Vitus, bei Ortsvorsteher Dieter Feldmann und in der Buchhandlung Ruf zu erwerben. Es kostet 15 Euro.(lm)

Jahrelang sammelten sie Anekdoten, die Eingang in die kleine Schrift fanden. Entstanden sei "ein bunter Strauß von Tatsachen und Dönekes, die manchen Leser überraschen mögen", meinen sie. Das Büchlein mache deutlich, wie die Menschen in St. Vit gedacht, gefühlt und gehandelt haben.

Bürgermeister Theo Mettenborg lobt die Arbeit von Loeser und Meyer. Er schreibt in einem Grußwort: "Sie haben Ihrem Dorf mit der Schrift einen unschätzbaren Dienst erwiesen." Die Frauen verschafften den Lesern Eindrücke aus der Vergangenheit, die die Identifikation mit dem Ort in der Gegenwart stärkten und eine Handreichung für die Zukunft böten.

Das Bild der Gründungsurkunde St. Vits aus dem Jahr 1212 und der Abdruck der Übersetzung leiten die Textfolge ein. Vorgestellt werden Geistliche seit dem Jahr 1653 bis hin zum unvergessenen Bernhard Pantke. Er war von 1974 bis 1997 der rührige, verdienstvoller Pfarrer in St. Vit und fand 2004 auf dem St. Viter Friedhof seine letzte Ruhe.

Gedacht wird in dem Heft ausführlich der Bewohnerin von Gut Neuhaus, Elisabeth Maria Gabriele Huberta Gräfin von Korff, genannt Schmising-Kerssenbrock. Sie floh 1945 aus Berlin, fand in St. Vit eine Unterkunft und blieb dem katholischen Glauben treu. Ihre Sorge galt den vielen Vertriebenen, sie beschenkte auch andere Arme.

Der Leser wird auch vertraut gemacht mit Erinnerungen der St.Viter Dichterin Änne Nordemann, die fragte: "Kennt Ihr das Dörfchen wunderschön, wo Rotdornbäumchen an der Straße stehn? Das schöne Dorf ist uns bekannt, es ist St. Vit am Waldesrand." Neben dem besinnlichen Teil gibt es auch Erinnerungen an schwere Zeiten, bis hin zu Erzählungen vom Ende des Zweites Weltkrieges, als Dorfbewohnern die Todesstrafe durch die Alliierten drohte. Doch gibt es auch Vertellkes zum Schmunzeln und Lachen.

Durch die Schrift wird deutlich, dass St.Vit zwar ein gemütliches Dorf war und ist, aber keineswegs eine langweilige Insel der Glückseligkeit.

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