Die Stallungen standen bereits in hellen Flammen, als die Feuerwehr auf dem Gelände an der Marburg eintraf. - © FOTOS: ANDREAS EICKHOFF
Die Stallungen standen bereits in hellen Flammen, als die Feuerwehr auf dem Gelände an der Marburg eintraf. | © FOTOS: ANDREAS EICKHOFF

Rheda-Wiedenbrück Stallungen brennen nieder: Drei Pferde erleiden Verbrennungen

Feuerwehr mit 200 Mann im Einsatz / 70 Pferde gerettet / Wohnhaus bleibt erhalten / Bürgermeister sagt unbürokratische Hilfe zu

Rheda-Wiedenbrück (ei). Bei einem Großbrand an der Marburg rettete die Feuerwehr am Samstag mehr als 70 Pferde. Drei Tiere erlitten nach Angaben einer Tierärztin schwere Verbrennungen. Dabei koordinierte Wiedenbrücks Löschzugführer und Pferdezüchter Wilhelm Baumhus die Rettungsarbeiten und trug zusammen mit den Bewohnern wesentlich dazu bei, dass später lediglich fünf Tiere von einer Tierärztin untersucht werden mussten. Zwei Menschen verletzten sich leicht.

Ein helles Flammenmeer wies den Feuerwehrleuten am Samstag den Weg, nachdem der Notruf kurz nach 6 Uhr die Feuerwehr erreichte hatte und die Löschzüge Rheda und Wiedenbrück alarmiert worden waren. Die Bewohner waren durch die Flammen geweckt worden und liefen teils in Nachtwäsche und ohne Schuhe ins Freie. Auch ihre Sorge galt zunächst den Tieren in den brennenden Stallungen. Sie wurden auf dem Freigelände zunächst angeleint und später mit Transportern zu benachbarten Höfe gebracht.

Anzeige

Vor allem die gelagerten Strohvorräte brannten "wie Zunder" und gaben dem Feuer reichlich Nahrung. Nachdem zunächst die anderen Löschzüge der Stadt alarmiert worden waren, wurden später zur Verstärkung noch die Feuerwehr Oelde sowie die Löschzüge Möhler und Spexard (Großtank-Löschfahrzeug mit 5.000 Litern Wasser) alarmiert. Später kamen noch der Atemschutzcontainer aus Gütersloh sowie das Deutsche Rote Kreuz zur Verpflegung der Einsatzkräfte hinzu. Rund 200 Feuerwehrleute kämpften in Spitzenzeiten gegen die Flammen.

Information
Spenden

Als einer der ersten half Hubert Hartmann aus St. Vit, der zahlreiche Pferde aufnahm. Vor zwei Jahren hatte auf seinem Hof ein Großbrand gewütet, bei dem die Reithalle samt Stallungen niederbrannte. Er erfuhr eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft, die er sich nun auch wieder wünscht. Sachspenden (Decken, Halfter, Sättel) nehmen der Reitverein St. Vit (Andrea Hahne, Tel. 01 75-4 31 76 99), Futterspenden Vera Schauren, Tel. 01 60-94 60 12 77, entgegen. Ferner wurde ein Sonderkonto für Spenden beim Reitverein Reckenberg-Wiedenbrück eingerichtet.(ei)

Das Wohnhaus wurde zwar durch die Flammen erheblich beschädigt, konnte aber Dank des massiven Feuerwehreinsatzes gehalten werden. Dabei half nach Angaben von Brandamtmann Otto Bensiek (Verantwortlicher für Vorbeugenden Brandschutz) auch eine vor wenigen Jahren eingezogene Brandschutzwand, die die Feuerwehr erheblich bei dem Bemühen unterstützte, den Brand auf die Stallungen zu begrenzen.

Durch die enorme Hitzeentwicklung wurde unter anderem der Dachstuhl des Gebäudes in Brand gesetzt. Mit Hilfe des Hubrettungslöschfahrzeugs konnten die Flammen aber relativ schnell wieder gelöscht werden. Dennoch ist das Haus bis auf weiteres nicht bewohnbar. Angehörige trugen noch während der Löscharbeiten die wichtigsten Wertgegenstände aus dem Haus.

Der Einsatz dauerten bis in den späten Abend. In der Nacht blieb eine Brandwache vor Ort, die am frühen Sonntagmorgen abgelöst wurde. Das kontaminierte Löschwasser wurde von einem Spezialunternehmen abgesaugt und entsorgt. An der Brandstelle machten sich auch Bürgermeister Theo Mettenborg und Ordnungsamtsleiter Heinz Bremehr ein Bild des Geschehens. Der Bürgermeister sagte den Betroffenen unbürokratische Hilfe zu.

Am Sonntag wurden nach Angaben einer Tierärztin auf einem Hof bereits Boxen für die verwaisten Pferde hergerichtet. Man möchte sie wieder möglichst schnell zusammenführen und unter einem Dach leben lassen. Der Familien- und Freundeskreis würde enormes leisten und bis zur Erschöpfung arbeiten. Insbesondere seien jetzt Spenden von Stroh und Heu nötig, da in den Flammen alles vernichtet worden sei – leider auch das teure Sattelzeug.

Anzeige
Anzeige
Anzeige


realisiert durch evolver group