Auf der großen Welle: Luisa Heinen macht sich mit der Walze bekannt. Die 25-jährige Freestyle-Kanufahrerin nahm gemeinsam mit Patrick Goedecke an der WM in Argentinien teil. Unter den 100 Weltbesten wurde sie 39.
Auf der großen Welle: Luisa Heinen macht sich mit der Walze bekannt. Die 25-jährige Freestyle-Kanufahrerin nahm gemeinsam mit Patrick Goedecke an der WM in Argentinien teil. Unter den 100 Weltbesten wurde sie 39.

Rheda-Wiedenbrück Rheda-Wiedenbrücker gehören zum deutschen Team bei der Kanu-Freestyle-WM

Ende November reisten Luisa Heinen und Patrick Geodecke nach Argentinien

Richard Zelenka

Rheda-Wiedenbrück. "Es war schon ganz schön aufregend", kommentiert Luisa Heinen ihr sportliches Abenteuer im Süden Amerikas. Gemeinsam mit ihren Vereinskollegen Patrick Goedecke (19) vom Kanu-Club Wiedenbrück Rheda reiste die 25-Jährige Ende November in den Westen Argentiniens, um an der Weltmeisterschaft im Kanu-Freestyle teilzunehmen. Beide Sportler gehörten dem etwa 20 Kanuten umfassenden deutschen Kader an. Während Patrick in der Juniorenklasse startete, belegte Luisa Heinen den beachtlichen 39. Platz im Feld der 100 weltbesten Freestyle-Kanuten. Es war der erste Flug überhaupt für die beiden jungen Kanu-Sportler aus Wiedenbrück. Und der hatte es in sich: Über 12.500 Kilometer ging es zunächst nach Chile und einen Tag später über bis zu 7.000 Meter hohen Andengipfel in den Westen Argentiniens. Das Ziel: Die 110.000-Einwohner- Stadt San Juan. Auf dem dortigen durch die Wüste künstlich angelegten Fluss Rio San Juan gab sich die Weltelite der Kanu-Freestyler bis Anfang Dezember ein Stelldichein. Für die WM-Titelkämpfe hatte sich das Duo in Neuss qualifiziert - es folgte ein hartes Training auf der Ems, um gegen die Weltbesten bestehen zu können. Die Freestyler sind wahre Wasserakrobaten, die mit ihren kurzen Booten auf stehenden Wellen oder Walzen spektakuläre Tricks, so genannte "Moves" zeigen, die im Wettkampf mit unterschiedlich hohen Punktzahlen von den Schiedsrichtern bewertet werden. Dazu gehören Drehungen um verschiedene Achsen, Überschläge und Sprünge. Kanu-Freestyle ist eine junge Sportart, die sich seit den 1980er Jahren aus dem Wildwasser-Kanusport heraus entwickelte. 1991 fand die erste Weltmeisterschaft statt. Seit 2006 finden im Zweijahresrhythmus offizielle Weltmeisterschaften im Wechsel mit offiziellen Europameisterschaften in den Bootsklassen Kajak-Einer und Einer-Canadier statt. Der Kanu-Club Wiedenbrück Rheda ist der einzige Verein im Kreis Gütersloh, der seit Jahren diese spektakuläre Sportart anbietet. Derzeit sind etwa 20 Kanu-Freestyler in dem hiesigen Verein aktiv. Die Tricks, die die Kanuten ihren Publikum präsentieren, sind atemberaubend. "Es ist aber nicht gefährlich, ich habe noch nie erlebt, dass jemanden etwas passiert ist", sagt Luisa Heinen. Die Wettkämpfe in San Juan boten tollen Wassersport, verliefen aber auch dort unfallfrei. "Ich war ziemlich nervös, aber mit riesigem Spaß dabei", so Luisa. Fast wichtiger als das Ergebnis waren am Ende für die beiden Wiedenbrücker die Begegnung und der Austausch mit jungen Menschen aus vielen Ländern dieser Erde. "Zusammen mit Franzosen, Amerikanern und vielen anderen Nationen wurde an den Tricks gefeilt, bis sie saßen", erinnert sich die 25-Jährige. Die Stimmung untereinander sei "sehr entspannt und locker" gewesen. Auch fern in der Heimat war man auf dem Laufenden: Via Livestream wurden die Wettkämpfe verfolgt. Den beiden Kanuten drücken ihren Vereinskameraden kräftig die Daumen. Das Fazit von Luisa Heinen: "Die Reise nach Argentinien hat sich gelohnt. Wir danken für die tolle Unterstützung, die vielen Spenden und die super Vorbereitung".

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