Fahrt im historischen Karussell: Die vierjährige Milena hatte Glück und durfte zwischen dem Wiedenbrücker Engelchen und dem Christkind Platz nehmen. Mit ihren blonden Locken passte die Kleine perfekt in die Mitte. - © Waltraud Leskovsek
Fahrt im historischen Karussell: Die vierjährige Milena hatte Glück und durfte zwischen dem Wiedenbrücker Engelchen und dem Christkind Platz nehmen. Mit ihren blonden Locken passte die Kleine perfekt in die Mitte. | © Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück Nürnberger Christkind zu Gast in Wiedenbrück

Die 17-jährige Rebecca Ammon brachte gemeinsam mit ihrer Kollegin, Engelchen Leni Ewers, weihnachtliche Stimmung in die Stadt

Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück. Für viele Besucher des Wiedenbrücker Christkindlmarktes fängt die richtige Weihnachtsstimmung erst an, wenn das Nürnberger Christkind zu Gast war und aus seinem Nürnberger Prolog vorgetragen hat. Am Samstag war es wieder soweit: Unzählige Menschen versammelten sich vor der großen Tanne, wo die 17-jährige Rebecca Ammon, das amtierende Nürnberger Christkind, zunächst den Wiedenbrück-Prolog hoch oben auf einer Hebebühne mit klaren, deutlichen Worten vortrug. Kinderaugen strahlten und die Erwachsenen lauschten gespannt den Worten. Das Christkind mahnte, nicht nur an sich selbst zu denken Zuvor sorgte der CVJM Posaunenchor mit bekannten Weihnachtsliedern für einen festlichen Auftakt. Anschließend, zurück auf der Bühne des Marktes, trug sie den original Nürnberger Prolog vor, den sie erstmals am ersten Dezember zur Eröffnung ihres Marktes vortragen durfte. "Ihr Herrn und Frau?n, die ihr einst Kinder wart, ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!", heißt es so schön in ihrem Vortrag. Der Prolog wurde geschrieben von Dramaturgen Friedrich Bröger, Sohn des Nürnberger Dichters Karl Bröger. In seinen Ausführungen nimmt er Bezug auf die Situation um 1948, als nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ein Christkindes-Markt in Nürnberg stattfand. Und so ermahnte das Christkind Rebecca die Menschen, speziell in der Weihnachtszeit nicht nur an sich zu denken. "Doch leuchtet der Markt im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau'n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt. Die Kinder der Welt und die armen Leut', die wissen am besten, was Schenken bedeut'". Wiedenbrücks Symbolfigur, Engelchen Leni Ewers, die sich schon ganz besonders auf den Besuch ihrer Kollegin aus Nürnberg gefreut hatte, trug ihr Gedicht ebenso perfekt vor und erntete großen Beifall. Obgleich sich die beiden noch nicht zuvor kannten, waren sie gleich auf einer Wellenlänge und genossen das Bad in der Menge. Beim Gang zum historischen Karussell verteilten sie fleißig Freifahrten und Rebecca hatte für jedes Kind ein paar nette Worte parat. Unter großem Gedränge erreichten sie das Karussell und drehten einige Runden. Die vierjährige Milena hatte Glück und saß zwischen dem Wiedenbrücker Engelchen und dem Christkind. Bürgermeister Theo Mettenborg begrüßte die Symbolfigur aus Nürnberg persönlich und meinte, dass sie einen unbeschreiblichen Glanz ausstrahlen würde, den die Menschen doch bitte mitnehmen und in die Stadt hinaustragen sollten. Klaus Westermann vom Gewerbeverein dankte nicht nur dem Christkind, sondern ganz herzlich auch Edith Kerndler-Hamburger aus Nürnberg, die sich schon seit Beginn der schönen Tradition dafür einsetzt, dass der Besuch in Wiedenbrück in den festen Kalender des Christkindles aufgenommen wird. Immerhin hat die junge Frau rund 150 Auftritte zu bewältigen. Nachmittags stattete sie dem St. Aegidius Seniorenheim noch einen Besuch ab, was die Bewohner immer besonders glücklich macht.

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