Dringender Sanierungsbedarf: Die Südtorschule wurde zuletzt 1990/91 umgebaut und saniert. Damals entstand auch das gläserne Verbindungselement, das jetzt schon seit Jahren indicht ist. - © Birgit Vredenburg
Dringender Sanierungsbedarf: Die Südtorschule wurde zuletzt 1990/91 umgebaut und saniert. Damals entstand auch das gläserne Verbindungselement, das jetzt schon seit Jahren indicht ist. | © Birgit Vredenburg

Rietberg Rietberger Südtorschule müsste dringend saniert werden

Schon seit Jahren schiebt die Stadt dringend notwendige Sanierungsarbeiten am Jugendhaus vor sich her

Birgit Vredenburg

Rietberg. Der gläserne Baukörper im Bereich des Jugendhaus-Cafés in der Südtorschule ist undicht. „Und es wird immer schlimmer. Beim letzten Starkregen hatten wir hier einen kleinen Weltuntergang", berichtete Jugendhausleiter Thorsten Zietz jüngst in der Kuratoriumssitzung. Die Verwaltung schiebt die notwendigen Sanierungsarbeiten indes schon seit Jahren vor sich her. Im Haushaltsplan-Entwurf 2017 sollen die geplanten Aufwendungen für Instandhaltungen sogar noch einmal auf 5.500 Euro halbiert werden. „Das Boot hat ein Leck", bestätigte Kuratoriums-Vorsitzender Werner Bohnenkamp. Und: „Wir reden da seit ewigen Zeiten von, inzwischen wird der Schaden immer größer." Es könne nicht angehen, dass in Erwartung des geplanten City-Outlet-Centers – von dem nicht sicher sei, dass es kommt – nicht mehr in die Südtorschule investiert werde. Wenn das Parkett inzwischen so großen Schaden nehme, dass es komplett erneuert werden müsse, reiche der Ansatz von 5.500 Euro nicht aus. Bohnenkamp: „Wer auch immer das Haus in der Zukunft betreibt, sieht diese Kosten ja auch und könnte den Kaufpreis entsprechend drücken." Sozialamtsleiter Wilfried Dörhoff bezifferte die bereits im vorletzten Jahr ermittelten Kosten für die Sanierung der Glasfassade auf gut 40.000 Euro und erklärte: „Wir wissen im Moment nicht, was mit diesem Objekt passieren wird – da bittet die Stadt um Geduld – deshalb wäre diese Investition im Moment nicht gerechtfertigt." Zurzeit werde geprüft, inwieweit die ein oder andere Ecke auch mit weniger Aufwand abgedichtet werden könne, um weitere Wasserschäden zu verhindern. Denn: „Es ist nicht auszuschließen, dass ein möglicher Neubesitzer aus planerischen Gründen sagt, er will das Zwischenelement anders gestalten. Dann wird auch das Parkett nicht mehr benötigt", erläuterte Dörhoff. Das Verbindungselement aus Glas stammt aus dem Anfang der 1990er Jahre, als die Südtorschule zuletzt umgebaut und saniert wurde. Ute Buchheim (FWG) sprach sich zumindest für eine kleine Lösung aus, denn „manchmal regnet es ja auch am Wochenende und dann kommt nicht extra jemand zum Wischen vorbei." Dem konnte Hardy Vormittag (Grüne) nur zustimmen: „Es kann nicht sein, dass wir die Wasserschäden hinnehmen, weil wir nicht wissen, wie es mit der Südtorschule weitergeht". Dörhoff versprach, die Meinung des Ausschusses über die unhaltbare Situation mit ins Rathaus zu nehmen. Gleichzeitig räumte er ein, dass es hier keine einfache Lösung gebe. „Das ist wie bei einem Flachdach. Wo es tropft, ist in der Regel nicht das Loch." Wirklich dicht bekomme man das Glaselement wahrscheinlich nur durch eine Komplettsanierung. Insgesamt belaufen sich die städtischen Ausgaben für den laufenden Betrieb der drei Jugendhäuser in Rietberg, Neuenkirchen und Mastholte – ohne Personal und ohne Gebäude – auf 21.000 Euro. „Das ist durchaus schmal", weiß Dörhoff. „Im Moment kommen wir damit aus, es darf aber nicht weniger werden."

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