Eigentlich dürfte da nichts stehen: Manch ein Bürger, der per Briefwahl über die Besetzung des Seniorenbeirates abstimmen kann, ist über den Aufdruck auf der Lasche des roten Rücksendekuverts irritiert. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Eigentlich dürfte da nichts stehen: Manch ein Bürger, der per Briefwahl über die Besetzung des Seniorenbeirates abstimmen kann, ist über den Aufdruck auf der Lasche des roten Rücksendekuverts irritiert. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück Roter Umschlag verwirrt Wahlberechtigte in Rheda-Wiedenbrück

Mit den Unterlagen zur Briefwahl haben die über 60-Jährigen auch einen Kuvert bekommen, der einen Aufdruck hat, den es eigentlich nicht geben dürfte

Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück. Ein Kuddelmuddel verursachen die Unterlagen, die 11.400 wahlberechtigte Rheda-Wiedenbrücker erhalten haben. Die Bürger über 60 Jahren sind aufgefordert, über die Besetzung des Seniorenbeirates abzustimmen. Irritiert wird mancher von ihnen von dem Aufdruck auf dem roten Rücksendekuvert. "Da dürfte eigentlich gar nichts stehen", räumt Maximiliane Plöger, Pressesprecherin der Stadt, auf Nachfrage der NW ein. Doch dem ist nicht so. Stattdessen weist ein Satz die Wahlberechtigten darauf hin, dass sie ihren "Abstimmungsschein mit der unterschriebenen Versicherung an Eides statt zur Briefabstimmung" und "den verschlossenen blauen Stimmzettelumschlag mit dem darin befindlichen Stimmzettel" in den roten Umschlag stecken sollen. Aber: "Beides gibt es nicht, anders als bei einer Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahl", so Plöger. Sie informiert, dass schon beim Versand der Wahlunterlagen die über 60-Jährigen mit einem extra Schreiben auf dieses Versehen hingewiesen wurden. Für Konfusion sorgt der Aufdruck dennoch. Darum wurde am vergangenen Donnerstag ein weiterer Brief an die Bürger verschickt, die ihre Stimme für die Bewerber zum Seniorenbeirat abgeben dürfen. Darin steht: Der angekreuzte Wahlschein gehört in den roten Umschlag, der per Post ans Rathaus geht. Zusatzkosten entstünden der Stadt durch die 11.400 weiteren Briefe nicht, so Plöger. "Die Kosten übernimmt der Dienstleister, weil der den Fehler gemacht hat." Der externe Anbieter hatte die Wahlunterlagen im Auftrag der Stadt verschickt. Ausgeschrieben worden war diese Aufgabe nicht, "weil der Dienstleister auch in anderen Bereichen für die Verwaltung tätig ist", so Plöger. Eine Ungültigkeit der Wahl zu dem beratend tätigen Gremium, das sieben gewählte und sechs bestellte Mitglieder beispielsweise vom DRK oder von den Kirchen zählt und sich um die Belange der älteren Menschen kümmert, sei nicht zu befürchten, meint die Pressesprecherin. Dass die Gültigkeit der Abstimmung durch den Fehler nicht infrage gestellt werde, habe der Kreis Gütersloh als Aufsichtsbehörde bereits bestätigt. Zu der jüngsten Abstimmung über den Seniorenbeirat im Jahr 2011 waren 10.906 Bürger berechtigt gewesen. Von ihrem Wahlrecht hatten 4.620 Bürger Gebrauch gemacht. Ob die damalige Wahlbeteiligung von 42,3 Prozent nun wegen des Umschlagverwirrspiels wieder erreicht wird, bleibt abzuwarten. Gewählt wird noch bis Mittwoch, 9. November, um 12 Uhr. Dann beginnt die Auszählung der Stimmen. So lange können die Wahlberechtigten über 16 Kandidaten in den Wahlbezirken Rheda, Wiedenbrück, Batenhorst, Lintel und St. Vit abstimmen. Das basiert auf einem Ratsbeschluss beziehungsweise der Satzung. Die legt fest, dass aus den größeren Stadtteilen zwei und aus den kleineren jeweils ein Vertreter im Seniorenbeirat sitzt. Auch das sorgt zumindest bei einer älteren Dame für Stirnrunzeln, "weil die Anliegen von Senioren schließlich dies- und jenseits der Autobahn ähnlich sein dürften". Und: "Wir sind doch eine Stadt", meint sie.

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