Für den Anbau: Pfarrer Marco Beuermann und Kirchbaumeister Ralf Manche befüllen die neue Kapsel für den Grundstein 2016. Da darf natürlich auch die aktuelle Tageszeitung nicht fehlen. - © Waltraud Leskovsek
Für den Anbau: Pfarrer Marco Beuermann und Kirchbaumeister Ralf Manche befüllen die neue Kapsel für den Grundstein 2016. Da darf natürlich auch die aktuelle Tageszeitung nicht fehlen. | © Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück Neuer Grundstein für Anbau der Kreuzkirche

Im Zuge der Arbeiten musste die ungeöffnete Kapsel von 1953 neu verlegt werden

Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück. Ungewöhnlich, aber der Situation angemessen, wurden am Samstagnachmittag in der Kreuzkirche Wiedenbrück gleich zwei Grundsteine gelegt. Im Zuge der Umbaumaßnahmen musste der alte Grundstein von 1953 entfernt werden. Dieser wurde nun mit der ungeöffneten Kapsel wieder neu verlegt und direkt daneben die neue für den Anbau mit dem Logo der Versöhnungskirchengemeinde und dem Jahr 2016. In die neue Schatulle kamen die drei Tageszeitungen, das Magazin aha, das Stadtgespräch, eine Ausgabe der Kirchenzeitung, ein Umschlag mit Geldstücken, Baupläne, Ausschreibungsunterlagen, diverse Dinge aus der jetzigen Zeit wie Einkaufswagenpins oder Anstecknadeln und die Urkunde. Die wurde nach dem Vorbild von 1953 aktualisiert und in Kalligraphie fein säuberlich von Hand geschrieben mit den aktuellen Unterschriften der Pfarrer und des Presbyteriums versehen und mit hinein gelegt. Die beiden Maurer des ausführenden Bauunternehmens Recker, Maik Gelbhardt und Ludger Niemeier, befestigten die beiden Grundsteine unter strenger Aufsicht von Kirchbaumeister Ralf Manche. Die Kupferkapsel hatte zuvor Ludger Liermann zugelötet. Bislang läuft alles perfekt und planmäßig. Ein schöner langer Sommer machte das möglich. "Eigentlich könnten wir schon fast einziehen", meinte Beuermann salopp, doch so richtig schön ist der Rohbau halt noch nicht. Zum Herbst und Winter geht es an den Innenausbau der Kirche alle Tage, die wie Superintendent Frank Schnieder vom Kirchenkreis Gütersloh so passend sagte, ein Freiraum werden soll für alle, ein Ort der Begegnung und des Austausches. Ein Ort der Freiheit. "Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit", betonte er. Eingeweiht werden soll die neue multifunktionale Kirche am Palmsonntag - das ist der 9. April 2017 um 15 Uhr. Mit einem Umzug vom Gemeindehaus in der Wiechernstraße geht es gemeinsam als Prozession zur Kirche. So wie Jesus damals in Jerusalem eingezogen ist, soll die Gemeinde in ihre neue Kirche einziehen. Die Grundsteinlegung war eingebettet in eine kleine Feierstunde vor der Kirche. Der Posaunenchor des CVJM unter der Leitung von Joachim Schröder gestaltete die Feier musikalisch. Anschließend gab es Getränke und Bratwurst und die Gelegenheit, den Baufortschritt zu begutachten. Bürgermeister Theo Mettenborg lobte die sichtbare Gemeinschaft, die in der Versöhnungskirchengemeinde gelebt würde. "Hier weht ein zukunftsgerichteter Geist durch die Gemeinde und das ist schön", meinte er. Er wünschte der Gemeinde einen guten Abschluss der Bauarbeiten und eine erfolgreiche Fertigstellung. Pfarrer Marco Beuermann berichtete, dass bereits 2006 der Beschluss zum Umbau da war. Dann kam erst noch die Vereinigung mit Rheda 2007, und der Umbau des Schnitkerhauses hatte zudem Priorität. In größter Eile wurde dann 2015 die Ausschreibung für den Kirchenumbau auf den Weg gebracht, denn zum Reformationsjubiläum 2017 sollte die Kirche fertig sein. Zwischendurch, als so ziemlich alles in Schutt und Asche lag, hatte Beuermann schon Not, ob die Entscheidung zu so einem umfangreichen Umbau richtig war. Doch jetzt, wo die Wände schon wieder fertig sind, die neue Empore gegossen ist und der Anbau steht, sieht er dem Ganzen ganz entspannt und mit großer Freude entgegen.

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