Dennis (l.) und Patrick Weinert im Osten Kongos. - © Dennis & Patrick Weinert
Dennis (l.) und Patrick Weinert im Osten Kongos. | © Dennis & Patrick Weinert

Rheda-Wiedenbrück Dokumentarfilmer aus Rheda-Wiedenbrück im Ostkongo

Dennis und Patrick Weinert aus Rheda-Wiedenbrück haben einen Film gedreht, der den Konflikt im Ostkongo dokumentiert

Carolin Nieder-Entgelmeier

Rheda-Wiedenbrück. Dennis und Patrick Weinert sind wieder unterwegs. Die Brüder aus Rheda-Wiedenbrück reisen als Dokumentarfilmer, Fotografen und Journalisten um die Welt und nehmen in Krisenregionen Probleme in den Fokus, die in Zeiten von Terror in Europa in der Öffentlichkeit kaum noch eine Rolle spielen. So wie der seit Jahrzehnten herrschende Konflikt im Ostkongo. Für ihren neusten Film „Ashes of Kivu" haben Dennis und Patrick Weinert zwei Monate im Kongo gearbeitet. Sie haben es trotz bewaffneter Konflikte, schlechter Infrastruktur und ungenügender medizinischer Versorgung geschafft, eine Generation zu porträtieren, die nur Krieg kennt. „Wir haben uns gefragt, wie Menschen in unserem Alter, die nie in Frieden gelebt haben, mit ihrem Schicksal umgehen", erklärt der 22-jährige Patrick Weinert. Um diese Frage nicht nur für sich selbst, sondern auch für ein großes Publikum beantworten zu können, haben die Weinert Brüder zwei junge Männer zu den Protagonisten ihres Films „Ashes of Kivu" gemacht. Ein regierungskritischer Musiker und ein ehemaliger Kindersoldat, der als Boxer versucht, seine Vergangenheit zu bewältigen, stehen im Fokus ihrer Dreharbeiten. Zudem nehmen sie die Landbevölkerung in der Region Kivu im Ostkongo in den Blick, weil sie, weit entfernt von großen Städten, besonders massiv unter den Kämpfen leidet. „Wir wollen mit unserer Dokumentation auf den Konflikt aufmerksam machen, denn nur wenn der Krieg endet, kann die Bevölkerung das Land endlich weiter entwickeln", sagt der 24-jährige Dennis Weinert. Brüder geraten in eine Offensive der kongolesischen Armee Um im Ostkongo recherchieren, fotografieren und filmen zu können, müssen die Weinert Brüder nicht nur mit den Sicherheitsbehörden Kontakt aufnehmen, sondern auch mit den Führern der Rebellengruppen. Sie geraten sogar in eine Offensive der kongolesischen Armee. „Die Kämpfe waren für uns natürlich keine Überraschung, aber wir haben uns in Absprache mit unserem Guide und Übersetzer genau überlegt, welche Risiken wir eingehen können und welche nicht", sagt Dennis Weinert. Gesundheitliche Risiken zählen auch zum Leben der Brüder aus Rheda-Wiedenbrück. Patrick Weinert erinnert sich, wie sein großer Bruder im Ostkongo mit hohem Fieber als Sozius stundenlang auf einem Mottorad sitzen muss, um endlich in ein Dorf mit medizinischer Hilfe zu gelangen. „Das war hart, aber auch Patrick hat während der Arbeiten für andere Projekte bereits häufiger mit verschiedenen Krankheiten kämpfen müssen", ergänzt Dennis Weinert. Um sich die Abenteuer samt der Risiken leisten zu können, arbeiten die Beiden auch an kommerziellen Projekten. Von ihren fotografischen und filmischen Dokumentationen können sie noch nicht leben. „Langsam spielen auch Sponsoring und Spenden eine Rolle für unsere Arbeit", erklären die Brüder. Unterstützung gibt es zudem von der Familie aus Rheda-Wiedenbrück. Die wird während der Abenteuer immer über genaue Standorte und Kontaktpersonen informiert. „Details, wie zum Beispiel während der Offensive im Ostkongo, sparen wir jedoch aus, um die Sorgen unserer Angehörigen nicht noch zu verstärken", sagt Dennis Weinert. Derzeit arbeiten die Weinerts in Moldawien an einem neuen Projekt, um die Folgen von Migration und Menschenhandel zu zeigen. „Nach einer Woche in der Heimat, fliegen wir dann in den nächsten Tagen weiter nach Dubai, um dort weiter zu recherchieren und zu filmen", sagen die Brüder.

realisiert durch evolver group