Rheda-Wiedenbrück Schüler bilden zwei Kilometer lange Menschenkette

Verbindung: Schüler aus 16 Schulen bilden eine Menschenkette zwischen dem Rosengarten in Rheda und dem Ems-See in Wiedenbrück

Robert Becker

Rheda-Wiedenbrück. "Das ist einfach sensationell!" Bürgermeister Theo Mettenborg hatte schnell ein Fazit gezogen, als er gestern Vormittag die etwa zwei Kilometer lange Menschenkette zusammen mit Volker Brüggenjürgen, dem Vorstand der Caritas, mit dem Fahrrad abgefahren war. Vom Rosengarten in Rheda bis zum Ems-See im Zentrum Wiedenbrücks standen die Schüler in einer einzigen langen Reihe Spalier. 16 Schulen aus Rheda-Wiedenbrück hatten sich an der Aktion beteiligt, die beiden Stadtteile per Netzwerk zu verbinden. Hand in Hand standen die Schülerinnen und Schüler für eine gute Viertelstunde in der Flora. Zwischendurch übten sich manche in der La-Ola-Welle. Der Bürgermeister klatschte vom Rad aus viele Hände ab und gab am Ende, als er wieder vom Sportrad gestiegen war, noch ein weiteres Superlativ ins Protokoll: "Einmalig!" Dass die beiden Stadtteile, die einst durch die Autobahn A2 getrennt und später zusammengeführt wurden zu einer Stadt, heute noch - oder besser immer mal wieder - miteinander hadern, ist kein Geheimnis. Ein Zeichen der Verbindung zu setzen, ist in dieser Doppelstadt also etwas Besonderes. 3.000 Menschen taten dies. Die Zahl war durch Voranmeldungen der Schulen belegt. Die Schülerinnen und Schüler opferten die vierte Stunde, um zusammen mit den Lehrern in den Gartenschaupark zu marschieren. Nicht alle wussten, warum. "Kann uns mal einer den tieferen Sinn erklären?", maulten einige, als sich die Aktion etwas hinzog. Die meisten aber hatten ihren Spaß. "Eine gelungene Aktion", fand Jan-Claudius Wagner, stellvertretender Schulleiter des Ratsgymnasiums. Etwas zu spät erreichten die Schülerinnen des Reckenberg-Berufskollegs das Spalier. "Wir haben erst durch eine Schülerin während des Unterrichts davon erfahren und sind sofort los", erklärte Deutschlehrer Karl-Heinz Horstmann. Die Vorbereitungen liefen über mehrere Wochen. Nur zwei Schulen hatten abgesagt. Die Veranstaltung war Schlusspunkt der Aktionstage "Sucht hat immer eine Geschichte", die während der Woche an vielen Schulen im Kreisgebiet mit rund 120 Einzelveranstaltungen vom Team der Caritas durchgeführt worden waren. Dabei ging es unter anderem auch um die digitale Sucht. "Wir wollten ein Zeichen setzen, dass es nicht nur ein digitales Netzwerk gibt, sondern auch ein reales", sagte Volker Brüggenjürgen. Mit neun Fachkräften der Caritas-Schulsozialarbeit, vier Beratern der Sucht und Drogenhilfe sowie dem Caritas-Vorstand war das Orga-Team zahlreich vertreten. Die Feuerwehr ermöglichte mit dem Hubwagen Fotos aus 30 Metern Höhe. "Die Schülerinnen und Schüler haben heute erfahren, dass sie, unabhängig von Alter, Schulform oder Wohnortes eine große Gemeinschaft in der Doppelstadt bilden", sagte Felix Büscher, vom Team der Schulsozialarbeit in Rheda-Wiedenbrück.

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