Mit dem Preis: Laudatorin Anja Weber (v.l.), Almuth Storck, Inge Bultschnieder und Schirmherr Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. - © Joe Kramer
Mit dem Preis: Laudatorin Anja Weber (v.l.), Almuth Storck, Inge Bultschnieder und Schirmherr Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. | © Joe Kramer

Rheda-Wiedenbrück IG Werkfairträge für vorbildliches Engagement ausgezeichnet

Geehrt mit dem Preis "Demokratie im Betrieb"

Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück. Der Verein "Arbeit und Leben NRW", ein Zusammenschluss des DGB mit einzelnen Volkshochschulen, hat zum vierten Mal den Preis "Demokratie im Betrieb" vergeben. Ein erster Preis ging an die "Interessengemeinschaft (IG) Werkfairträge", die sich für die Rechte von Werkvertragsarbeitnehmern einsetzt. Über dieses "vorbildliche Beispiel", wie "die Arbeitswelt ein Stück demokratischer wird", freute sich Rainer Schmeltzer, NRW-Arbeitsminister und Schirmherr des Preises. Er gratulierte den Preisträgerinnen und betonte in seiner Rede die Bedeutung des Preises und die damit verbundenen Herausforderungen für Gegenwart und Zukunft. Werkverträge seien eigentlich unproblematisch. Doch seit einigen Jahren nutzten Unternehmen sie auch für Kernaufgaben, um Personalkosten zu reduzieren. Die, um die es geht, sind für Subunternehmen tätig, oft mit Sitz in Osteuropa. "Das Resultat sind Niedrigstlöhne, schlechte und überteuerte Unterkünfte, extremer Arbeitsdruck und die Drohung mit sofortiger Entlassung bei Krankheit, Arbeitsunfällen oder Widerspruch." Bei Tönnies seien rund 3.500 Menschen aus Osteuropa über Subunternehmen mit einem Werkvertrag beschäftigt, "dort schließt sich der Kreis zur IG Werkfairträge". Anja Weber, Landesschlichterin NRW, sagte in ihrer Laudatio: "Die IG ist ein beeindruckendes Projekt, das in hohem Maße Bürgerinnenengagement und Zivilcourage zeigt." Durch Aktionen und Aufrufe mache sie erfolgreich auf Missstände aufmerksam, mobilisiere die Bevölkerung, stoße politische Debatten an und führe Verbesserungen für Betroffene herbei. "Die IG ist ein glänzendes Beispiel dafür, dass solidarisches Miteinander nicht auf Betriebsgrenzen reduziert werden darf, sondern die gesamte Gesellschaft etwas angeht." Der zweite erste Preis ging an ver.di-Vertrauensleute der UPS Niederlassung Düsseldorf. Sie hatten eine Betriebsratswahl initiiert, gegen den Widerstand des Arbeitgebers.

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