Die mobile Skulptur "Engel der Kulturen" fand vor dem Rathaus vielfache Wahrnehmung. - © Foto: Waltraud Leskovsek
Die mobile Skulptur "Engel der Kulturen" fand vor dem Rathaus vielfache Wahrnehmung. | © Foto: Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück Zeichen des guten Miteinanders

Interreligiöses Kulturprojekt "Engel der Kulturen" findet viel Zuspruch

Rheda-Wiedenbrück. Der "Engel der Kulturen" ist nun auch nach Rheda-Wiedenbrück gerollt. Seit seinem Entstehen 2008 hat der Engel schon tausende Kilometer zurückgelegt – über Deutschland bis nach Istanbul und Israel. Der Engel verbindet Städte miteinander, Länder, Juden und Muslime mit Christen. Ein soll ein markantes Markenzeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sein.

"Respektvolles miteinander, die Hände reichen und zuhören, das sind die Ziele des interkulturellen Projektes, dass nun auch in unserer Stadt fest etabliert ist", freute sich Bürgermeister Theo Mettenborg am Sonntagnachmittag, als der große stählerne Engel auf dem Rathausplatz, der letzten Station der Reise durch die Doppelstadt, gerollt wurde.

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Engel der Kulturen

Bislang ist das interreligiöse Kunstprojekt in rund 65 Städten fest installiert.

Der 1,50 im Durchmesser große Stahlring wird in die Städte, die sich beteiligen, mitgenommen und dann durch die Straßen gerollt.

Der Ring enthält die Symbole der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

Am 11. September rollt der Engel der Kulturen durch die Stadt Wedel in Schleswig-Holstein.

Der Stahlring zeigt die drei Symbole Halbmond, Kreuz und Stern. Eher zufällig entstand im Innenteil die Form eines Engels, somit war auch vor sechs Jahren der Name "Engel der Kulturen" geboren.

Froh darüber, dass die Stadt sich dafür entschieden hat, bei diesem Projekt der beiden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten mitzumachen, waren insbesondere die Vertreter der Kulturvereine.

Zwar leben sie schon seit vielen Jahren harmonisch miteinander, doch jetzt hat durch die Bodenintarsie auf dem Rathausplatz dieses Miteinander ein sichtbares Zeichen bekommen.

Von der Aegidiuskirche aus wurde die Skulptur zur AWO-Kita "Am Emssee" gerollt. Dort gab es Darbietungen der Kinder und des Jugendchores der aramäischen Gemeinde. Nächster Stop war am Willy-Brandt-Platz. Beim Halt am jüdischen Gedenkstein (Schloßstraße) wurden Friedensgrüße der Religionen gesprochen, die von Kindern der Gesamtschule umrahmt wurden. Weiter ging es zum Türkisch/Spanischen Vereinsheim (Reinkenwiese), bevor die Gruppe am Rathausplatz ankam.

Kinder der Matthias-Claudius-Schule hatten zuvor Friedenswünsche gemalt, die sie auf einem Holzmodell Modell des Kulturengels aufklebten. Alisan Yilmaz spielte auf der Saz Friedenslieder, während der Künstler Gregor Merten die vorbereitete Bodenplatte mit Beton füllte. Gemeinsam mit Theo Mettenborg, dem Imam Mehmet Yilmaz und dem Vorsitzenden des Alevitischen Kulturvereins, Kamuran Ugurlu, setzte er dann die Intarsie ein.

Sie soll ein Zeichen des Friedens und der Akzeptanz der verschiedenen Religionen in Rheda-Wiedenbrück sein. Zudem wurde eine neue Skulptur mit einem Schneidbrenner ausgeschnitten, die dann in die nächste Stadt geht. Der übrig gebliebene Ring des Ausschnittes wird von den beiden Künstlern zu einer Säule aufgestapelt. Der Name der Stadt steht auf dem Ring. Die fertige Säule soll dann irgendwann nach Jerusalem überführt werden.

Viele Menschen hatten die Feierlichkeiten verfolgt. In der Emskommune wird durch den sehr aktiven Integrationsausschuss schon lange ein gutes Miteinander von rund 100 Nationalitäten gelebt. Künstlerin Carmen Dietrich war erstaunt, dass so viele Kinder und Jugendliche dabei waren. "Das gibt es in anderen Städten oft gerade am Wochenende nicht", meinte sie. Zudem lobte sie das Organisationsteam um Jürgen Michaelis für eine sehr gute Vorbereitung.

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