Computer und Tablet: Die Mitglieder des Schulausschusses sagen ja zum digitalen Lernen. Den Schulen fehlt allerdings größtenteils noch die Ausstattung. Außerdem sei es wichtig, zu formulieren, welche pädagogischen Ziele die Schulen verfolgten, raten Experten. - © picture alliance / Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa
Computer und Tablet: Die Mitglieder des Schulausschusses sagen ja zum digitalen Lernen. Den Schulen fehlt allerdings größtenteils noch die Ausstattung. Außerdem sei es wichtig, zu formulieren, welche pädagogischen Ziele die Schulen verfolgten, raten Experten. | © picture alliance / Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

Rheda-Wiedenbrück CDU drückt beim Thema Digitalisierung in Schulen aufs Gaspedal

Im Schulausschuss sprechen sich die Mitglieder dafür aus, das Thema für Rheda-Wiedenbrücker Schulen voran zu treiben

Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück. Was für Jugendliche in ihrer Freizeit längst selbstverständlich ist, ist es in der Schule noch lange nicht: Der Umgang mit digitalen Medien. Experten berichteten jetzt im Schulausschuss zum Thema "Schule und digitale Bildung" und zu den Möglichkeiten und Schritten der Umsetzung für Rheda-Wiedenbrück. Und das kreisweite Projekt "Schule und Bildung" wurde vorgestellt. Die Kommunalpolitiker sollten anschließend entscheiden, ob Rheda-Wiedenbrück an diesem Projekt teilhaben soll. Bereits im März dieses Jahres hatte die CDU-Fraktion die Erstellung eines Medienentwicklungsplans für die Stadt beantragt. Das empfahlen jetzt auch Detlef Schubert, Medienberater bei der Bezirksregierung Detmold, und Christian Ebel vom zuständigen Projektteam der Bertelsmann-Stiftung. Schubert, selbst von Haus aus Lehrer, betonte in seinem ausführlichen Vortrag, dass die digitale Kompetenz heute eine Kulturtechnik sei, warnte aber gleichzeitig vor übertriebenem Aktionismus. "Das Thema digitales Lernen befindet sich immer in einem Spannungsfeld zwischen Technik und Pädagogik", sagte er, dass - bevor eine Menge Zeit und Geld investiert würden - zunächst formuliert werden müsse, was die einzelnen Schulen wollten. "Wichtig ist die Vermittlung von Medienkompetenz" Das Zeitalter der Computerräume sei vorbei, sagte Schubert. "Die Medien müssen am Lernort, in den Klassenzimmern - auch für kleine Arbeitsgruppen - zur Verfügung stehen." Und es sei wichtig, nicht die Nutzung der Medien zu lehren ("Das können die so genannten digital Natives"), sondern den Schwerpunkt auf die Vermittlung einer Medienkompetenz zu setzen. "Nur wenn die Schüler interaktiv selbst Inhalte erstellen, lernen sie auch, wie die im Internet zur Verfügung gestellten Inhalte zu werten und zu nutzen sind." Das Internet in der Hosentasche, das fast jeder Jugendliche heute in Form eines Smartphones ständig bei sich habe, müsse nicht nur technisch in die Schulen einziehen. Gleichzeitig müsse die sinnvolle Nutzung der Inhalte gelehrt werden. Christian Ebel vom Projektteam "Schule und digitale Bildung" der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung stimmte ihm zu. "Die Generation Internet ist nicht automatisch auch medienkompetent - das haben diverse Untersuchungen gezeigt." Jede Schule solle ein Medienkonzept mit eigenen Anforderungen erarbeiten, so Ebels Empfehlung. Dabei gelte die Maxime "Pädagogik vor Technik". Darüber hinaus sei ein ständiger Dialog zwischen Schulen und Schulträgern unerlässlich. "Ist ein Medienentwicklungsplan der notwendige erste Schritt?" Was denn jetzt konkret die nächsten Schritte seien, fragte Henrika Küppers (CDU) und trat damit - stellvertretend für ihre Fraktion - aufs Gaspedal. "Ist ein Medienentwicklungsplan der notwendige erste Schritt?" Das sei ein notwendiger Schritt, sagte Christian Ebel. "Aber am wichtigsten ist, dass die Träger und die Schulen in einen Dialog kommen." Seitens der Verwaltung warte man derzeit auf ein Startsignal aus der Politik, dass das Thema digitale Bildung ein zentrales Thema politischen Handelns sein solle, sagte der Erste Beigeordnete Georg Robra. "Erst dann wird die Verwaltung tätig und zeigt konkret auf, was alles kosten wird und welches die nächsten Schritte sind." Dieses Startsignal gab es: Einstimmig begrüßte der Schulausschuss den Eintritt der Stadt ins Kreis-Projekt "Schule und digitale Bildung". Zusätzlich soll über den Fortgang regelmäßig im Ausschuss berichtet werden.

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