Mit den Unterlagen aus der Wohnraumstudie: Bürgermeister Theo Mettenborg (l.) und der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer berichteten im Rathaus von der Herausforderung für die Stadt, für Wohnraum in allen Kategorien zu sorgen. - © Natalie Gottwald
Mit den Unterlagen aus der Wohnraumstudie: Bürgermeister Theo Mettenborg (l.) und der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer berichteten im Rathaus von der Herausforderung für die Stadt, für Wohnraum in allen Kategorien zu sorgen. | © Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück Stadt Rheda-Wiedenbrück hat mehrere Flächen für die Wohnraumstudie im Blick

Auf der Suche nach Flächen

Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück. "Die Wohnraumsituation fordert uns. Wir brauchen Wohnraum in jeder Kategorie", betont Bürgermeister Theo Mettenborg im Pressegespräch am Donnerstagmorgen. Deshalb ist die Stadt derzeit verstärkt auf der Suche nach Flächen, auf denen möglicherweise Wohnraum zu realisieren ist. "Ungefähr zwei Dutzend Flächen haben wir im Blick", sagt der Technische Beigeordnete der Stadt, Stephan Pfeffer. Die Umsetzung von 250 bis 350 Wohneinheiten pro Jahr sei dabei kein Problem. "Das können wir stemmen. Allein die Flächen sind das Problem." Basis für die Auseinandersetzung mit diesem Thema war einmal mehr die Wohnraumstudie gewesen, die die Stadt im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte. "Eines ist ganz klar", sagte Stephan Pfeffer. "Es gibt die übergeordnete Situation im Land, dass es Gebiete gibt, die entvölkert werden und andere, die bevölkert werden. Rheda-Wiedenbrück ist hier in der Gewinnersituation." Auch hinter dem Hotel Reuter in der Rhedaer Innenstadt könnte sich etwas entwickeln Das liege vor allem daran, dass die Menschen dort hin zögen, wo die Arbeit sei - nämlich in die Städte. "Deshalb haben wir einen ständig wachsenden Bedarf an Fläche und ein Ende ist nicht in Sicht." Bis zum Jahr 2035 werden in Rheda-Wiedenbrück rund 3.350 Wohneinheiten gebraucht. Das sind etwa 186 pro Jahr, prognostiziert die Studie. Derzeit steigt die Zahl der Wohnungssuchenden, ganz stark auch die Zahl derer mit Wohnberechtigungsschein. In der politischen Diskussion war bereits die Rede davon, ob es nicht ein Weg sei, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, die es in anderen Städten ja durchaus gebe. "Ich rechne aber nicht damit, dass wir dafür in Rheda-Wiedenbrück eine politische Mehrheit bekommen werden", sagt der Bürgermeister. Stattdessen setze man auf Gespräche mit dem Kreis Gütersloh und der KHW sowie mit anderen Playern der Wohnraumerstellung. Zu den Arealen, die die Stadt derzeit im Blick hat, gehört unter anderem das Gebiet hinter dem Bahnhof an der Kolpingstraße. Ein Investor für das Gelände der ehemaligen Firma Laufer will dort in erster Linie wertigen Einzelhandel etablieren. Würde man auf dem Areal eine reine Wohnbebauung umsetzen, wäre dort Platz für rund 120 Wohnungen. Aktuell hat die Verwaltung den Auftrag, eine Einzelhandelsnutzung oder eine Einzelhandelsnutzung in Kombination mit einer Wohnraumnutzung gemeinsam mit dem Investor zu prüfen. Auch hinter dem Hotel Reuter in der Rhedaer Innenstadt, wo der vorhandene Parkplatz im städtischen Besitz ist, könnte sich etwas entwickeln. "Wir denken derzeit etwas größer als nur in den Dimensionen des Parkplatzes. Alles setzt aber voraus, dass wir die Flächen bekommen, und das ist im allgemeinen schwierig. Die Eigentümer müssen heute nicht mehr verkaufen", sagt Mettenborg, dass auch hierzu derzeit Gespräche laufen. Was die Entwicklung von Neubaugebieten angeht, seien insgesamt derzeit bis zu 770 Wohneinheiten in der Entwicklung, so Pfeffer. "Darunter ist das Baugebiet Landweg mit Ein- bis Zweifamilienhäusern, der Kaiserforst mit 148 Wohneinheiten in Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern, die Simonssiedlung, die privat nachverdichtet wird, sowie das Gebiet Pflug mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, darunter 20 Prozent sozialer Wohnungsbau." Auch am Rondell werden perspektivisch rund 80 Wohneinheiten entstehen sowie rund 30 an der Bielefelder Straße. Innerhalb von zwei bis drei Jahren werde der Wohnraum aus diesen Projekten zur Verfügung stehen. "Wir werden hier aber weiter dran bleiben", so Mettenborg. Weil dieses Thema so vordringlich sei, werde auch das Team der Stadtplanung in der Verwaltung um zwei Stellen erweitert.

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