Kartoffelfeldtag: Auf dem Hof bei Christel (v. l.), Hermann, Bernd und Monika Vollmer dreht sich vieles rund um die Erdäpfel. Der traditionelle Kartoffelfeldtag wird in diesem Jahr am 7. Juni zusammen mit dem 25-jährigen Jubiläum des Projektes "Leitbetriebe Ökologischer Landbau NRW" gefeiert. Der Hof Vollmer ist von Beginn an dabei. - © Natalie Gottwald
Kartoffelfeldtag: Auf dem Hof bei Christel (v. l.), Hermann, Bernd und Monika Vollmer dreht sich vieles rund um die Erdäpfel. Der traditionelle Kartoffelfeldtag wird in diesem Jahr am 7. Juni zusammen mit dem 25-jährigen Jubiläum des Projektes "Leitbetriebe Ökologischer Landbau NRW" gefeiert. Der Hof Vollmer ist von Beginn an dabei. | © Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück Jubiläum: Biolandhof Vollmer ist ein Leitbetrieb für Öko-Landbau

Was das bedeutet, erzählen Hermann und Bernd Vollmer

Natalie Gottwald

Rheda-Wiedenbrück. Als sich Hermann Vollmer vor 25 Jahren entschied, beim frisch aus der Traufe gehobenen Projekt "Leitbetriebe Ökologischer Landbau" mitzumachen, war noch gar nicht so klar, wie sich das Ganze entwickeln würde. "Ich wurde damals von mehreren Seiten vorgeschlagen, teilzunehmen", sagt der heute 67-Jährige, der damals ungefähr so alt war, wie sein Sohn Bernd (41) heute ist. "Ich bin bei meinem Vater auf diesem Hof ohne Chemie groß geworden. Aber die Zeiten waren damals andere", erzählt Hermann Vollmer, der auch eine Zeit lang in einem Lohnunternehmen arbeitete und dort natürlich mit Chemie in Berührung kam. "Das war erstmal faszinierend, erleichterte die Arbeit", so Vollmer im Rückblick. Doch irgendwann habe er angefangen, kritisch zu hinterfragen, was aus den Zusätzen werde, die man dem Boden so zuführe. Als Hermann Vollmer dann den elterlichen Hof übernahm, entschied er sich schon bald, den väterlichen Rat zu befolgen und anstatt auf Chemie auf die optimale Fruchtfolge zu setzen. "Ökolandbau bedeutet viel Planung", sagt er. "Bestimmte Pflanzen entziehen dem Boden nicht nur Nährstoffe, sondern über die Wurzeln wird auch wieder Nützliches zugeführt, von dem bestimmte andere Pflanzen in der Folge profitieren können", erklärt Hermann Vollmer. Klee, Bohnen oder Erbsen seien zum Beispiel Stickstoff-Sammler, und bestimmten Folgepflanzen könne das nützlich sein. Zum Thema Kartoffelbau werden auf dem Hof Vollmer schwerpunktmäßig Sorten auf ihre Eignung für den Ökolandbau getestet. "Manche Sorten brauchen einfach zu viel Dünger, andere sind zu krankheitsanfällig. Und schmecken müssen die Kartoffeln auch", sagt Bernd Vollmer. Jedes Jahr gebe es mindestens zehn neue Kartoffelsorten, die sich - nachdem sie beim Bundessortenamt jahrelang geprüft worden seien - in der Praxis bewähren müssten. Projektbetriebe führen Versuche durch Versuche zum Thema Fruchtfolge oder auch zu neuen Kartoffelsorten - wie anfällig oder resistent diese zum Beispiel gegen Käfer oder Krautfäule sind - führen die Projektbetriebe "Leitbetriebe Ökologischer Landbau" zum Beispiel durch. "Wir probieren hier in der Praxis aus, was von wissenschaftlicher Seite her theoretisch erdacht wird", erklärt Bernd Vollmer. Zur Feier des 25-jährigen Bestehens der "Leitbetriebe Ökologischer Landbau" findet am Donnerstag, 7. Juni, auf dem Biolandhof Vollmer, Schildstraße 4, eine Veranstaltung statt. "Wir feiern gleichzeitig unseren traditionellen Kartoffelfeldtag", sagt Bernd Vollmer. Der Vormittag wird dabei mit Grußworten und Vorträgen über das Projekt gefüllt sein. Am Nachmittag gibt es eine Betriebsvorstellung sowie zwei Fachvorträge zu den Themen Kartoffelbau und Feldfutterbau. Vor der Feier am 7. Juni gibt es noch einen Termin auf dem Biolandhof Vollmer: Am Sonntag, 27. Mai, lädt die Familie zum großen Hoffest ein. Es beginnt um 9.30 mit einem Gottesdienst, der bei schönem Wetter unter freiem Himmel, bei Regen in der Scheune stattfindet. Und bis zum Hoffest haben Bernd und Hermann Volmer noch allerhand zu tun, nicht nur auf den 50 Hektar Acker und Weideland, die zum Hof gehören. "Wir bauen gerade einen mobilen Hühnerstall - der muss bald fertig werden", sagt Bernd Vollmer. Ein bekannter Landwirt trennt sich nämlich von seinen Hühnern und Vollmers wollen die Tiere übernehmen. "Die sollen bis zum Hoffest hier bei uns einziehen."

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