Echte Fründe: Der Verdienstorden ging an Martin Schnieder (l.) und Antonius Humpe. Fotos: Robert Becker|| - © emailgateway
Echte Fründe: Der Verdienstorden ging an Martin Schnieder (l.) und Antonius Humpe. Fotos: Robert Becker|| | © emailgateway

Rheda-Wiedenbrück Karnevalsgesellschaft Helü feiert 66-jähriges Bestehen

Helü: Die "Roten", die an ihrem Galaabend ein ganz besonderes Jubiläum feiern, müssen sich um die Zukunft ihrer KG keine Sorgen machen

Robert Becker

Rheda-Wiedenbrück. 66 Jahre KG Helü - das "Jubiläum" bestimmte den Galaabend der 1952 von sechs Personen gegründeten Karnevalisten. Viele der "Roten" trugen am Samstag die eigens dafür entworfene Plakette. "66 Jahr? gemeinsam feiern, das ist klar", reimte Prinz Thomas Huneke, der im ausverkauften Reethus durch das Programm führte. 598 Karten waren abgesetzt worden. "Wir sind unglaublich glücklich", freute sich Huneke über den großen Zuspruch. Die Stimmung im Saal ging Huneke unter die Haut. "Ich bin mitgenommen von Ihrer guten Laune", rief er ins Publikum. Die Zukunft der KG Helü darf als gesichert gesehen werden: Viele junge Karnevalisten präsentierten sich in den verschiedenen Tanzgarden. Die Jüngsten eröffneten den Reigen mit einer hawaiianischen Interpretation. Lokalpolitik im Visier Wilhelm Baumhus ging zum 22. Mal in die Bütt. Bei seinem "Spieglein, Spieglein in der Hand" nahm der "Till aus Rheda-Wiedenbrück" die Lokalpolitik ins Visier. Er kritisierte die zwei nur 80 Meter auseinander liegenden Fußgängerampeln am Nordring, die Staubildung durch zwei Kreisverkehre auf der Herzebrocker Straße und warnte: "Gebt acht, dass die neue Stadthalle das Stadtsäckel nicht pleite macht." In Rheda möchte der Till die Geschäftswelt bunter machen mit Eisdielen und Cafés, er begrüßte die Workshops dazu, bekannte aber: "Verschönerungsmodus hin oder her, für Rheda fällt das sicher schwer." Auch für den Karneval hatte er einen Wunsch: Keine Knöllchen. Für seine "Karnevals-Amnestie" empfiehlt Eulenspiegel der Verwaltung: "Nicht auf den letzten Zehner schauen, so kann man eine bürgerfreundliche Stadt bauen." Nach der Zugabe ging's zum nächsten Auftritt Prächtig angenommen wurden vom Publikum die Stücke der "Kölschen Cover Band" aus Wadersloh. Frontsänger Christoph Görges und seine Mitstreiter brachten mit den Klassikern der Brings, Bläck Föös, den Höhnern sowie Cat Ballou die Stimmung zum Kochen. Eine Zugabe, dann mussten die fünf zum nächsten Auftritt. Jugendgarde mit Solomariechen Jaqueline, die Emsmatrosen und das Männerballett lieferten die weitere Show. Das Männerballett imitierte Fluggeräusche eines Kampfjets. Ganz im Stile von "Top gun", dem Streifen mit Tom Cruise. Gemeinsam feiern bedeutete für die KG Helü auch, die anderen Karnevalisten der Emsstadt dabei zu haben. Einen herzlichen Empfang gab es für das Prinzenpaar des WCV, Martina und Reinhold und Willmann. Den Verdienstorden der KG Helü überreichte der Vorsitzende Jörg Johannpaschedag an Martin Schnieder und Antonius Humpe, die sichtlich gerührt waren. "Ihr müsst arbeiten, wenn andere feiern", stellte Johannpaschedag heraus. "Echte Fründe stohn zusammen", intonierten die beiden von der Bühne, die Urkunden unter dem Arm. "Dobrindt trinkt Tee, deswegen ist er so abgebrüht" Bevor die Harsewinkeler Landeier am Ende des dreistündigen Programms den musikalischen Abschluss machten, hatten die "Huusmeister des Bundesdaachs" das Wort. Die waren Klasse. "Ich brauche keinen Bätschelör, ich brauche einen Installateur!" reimten Axel und Frank. Sie zogen über SPD-Schulz her, über Dobrindt ("der trinkt nur Tee" - "ach deswegen ist der so abgebrüht") und über Nahles ("letzter aktiver Eifel-Vulkan"). Energie-Ideen sprachen sie Martin Schulz zu. Windräder baute der im Garten, heizen würde er mit Holzstückchen und Gas nähme der aus dem Darm.

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