Bruno Mischke, Ingo Eßler, Rudi Hornig, Jürgen Wolff, Wolfgang Krüger, Gottfried Pavenstädt, Dieter Mersmann, Jürgen Lohmann (v.l.). - © FOTO: JUDITH AHLKE
Bruno Mischke, Ingo Eßler, Rudi Hornig, Jürgen Wolff, Wolfgang Krüger, Gottfried Pavenstädt, Dieter Mersmann, Jürgen Lohmann (v.l.). | © FOTO: JUDITH AHLKE

Herzebrock-Clarholz Den Blick nach vorne gerichtet

Jahresversammlung des Bundes der Vertriebenen Herzebrock-Clarholz

Herzebrock-Clarholz. "65 Jahre Bund der Vertriebenen (BdV) in Herzebrock-Clarholz, das ist schon was", meinte zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Vorsitzende Wolfgang Krüger.

Am Samstag konnte Krüger im Ollen Hof viele Mitglieder und Gäste begrüßen, die durch ihre Anwesenheit die Bedeutung des Verbands unterstrichen: Bürgermeister Jürgen Lohmann, Dieter Mersmann (Vorsitzender Heimatverein Herzebrock), Gottfried Pavenstädt (Kreistagsmitglied), Jürgen Wolff (Vorsitzender BdV-Bezirksverband-Halle), Ingo Eßler (BdV-Bezirksverband-Halle), Gerd Winkler (BdV-Kreis-Bauern-Verband Gütersloh), Rudi Hornig (Schlesier Rheda), Rolf Döhring (Vorsitzender Gartenfreunde Herzebrock), Manfred Perrey (Vorsitzender Schachclub Herzebrock), Ruth Klawitz (stellvertretende Vorsitzende Sozialverband Herzebrock).

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Das Jubiläum des BdV Herzebrock, der 1947 zunächst als Interessengemeinschaft der Vertriebenen ins Leben gerufen war, sei weniger Anlass zum Feiern, als zum Erinnern an eine "unsäglich leidvolle Zeit". Darin waren sich alle Redner einig.

Aus dem Bund vertriebener Deutscher, BvD, ist 1948 der Bund der Vertriebenen entstanden, weil nicht nur Deutsche ihre Heimat für immer verloren hatten. "Sie haben sich 1947 um die Menschen gekümmert und um Integration bemüht", meinte Jürgen Lohmann und betonte, dass die Mitglieder des BdV Ortsverbandes Herzebrock als Zeitzeugen wichtig sind, um ihre Erfahrungen und ihr Schicksal an die jüngeren Generationen weiterzugeben. Es gelte die Werte der Demokratie hoch zu halten und gegen Politikverdrossenheit zu wirken.

Information
Geschichte des BdV-Ortsverband

Der BdV Ortsverband Herzebrock-Clarholz wurde 1947 als Interessengemeinschaft der Flüchtlinge und Vertriebenen gegründet und zählt derzeit 55 Mitglieder.

Vorsitzende waren: Herr Reimann (1948), Robert Ratton (1948 – 1951), Robert Frach (1951-1974), Otto Nitschke (1974), Paul Nickel (1974 – 1984).

Seit 1984 ist Wolfgang Krüger erster Vorsitzender.

In Herzebrock-Clarholz sei die Integration der Flüchtlinge, Vertriebenen und Ausgebombten nach dem Krieg "unheimlich gut gelungen", zollte er dem BdV Respekt. Der BdV habe Brücken gebaut für die Gesellschaft und die Gemeinschaft, trotz der Trauer um die verlorene Heimat, und maßgeblich am Wiederaufbau nach dem Krieg mitgewirkt, würdigte Dieter Mersmann die Leistung des BdV in Herzebrock-Clarholz.

Ein Zurück in die alte Heimat wäre seinerzeit nicht möglich gewesen und so habe man den Blick nach vorn gerichtet und sich und den folgenden Generationen eine neue Heimat aufgebaut, stellten Wolfgang Krüger und Jürgen Wolff fest. Jürgen Wolff fährt seit vielen Jahren mehrmals jährlich in seine alte Heimat, wo er Freundschaften zu den jetzt dort lebenden Menschen aufgebaut hat und pflegt.

Gottfried Pavenstädt wünschte sich, dass die ostpreußische und schlesische Sprache gepflegt werden. Auch er erinnerte er an die Zusammenlegung der beiden Ortsteile 1970, als beschlossen wurde, dass es drei Bürgermeister gibt, einer davon ein Vertriebener evangelischen Glaubens. Das waren Otto Nitschke und Willy Weigelt.

Zu den Plänen des BdV Herzebrock-Clarholz für das kommende Jahr zählt eine Tagesfahrt im August.

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