Herzebrock-Clarholz Lesung im Gewölbekeller

WDR 5-Sprecherin Ulrike Froleyks las aus "Der wunderbare Massenselbstmord"

Ulrike Froleyks las zum bundesweiten Tag des Vorlesens im Gewölbekeller des ehemaligen Herzebrocker Klosters. - © FOTO: JUDITH AHLKE
Ulrike Froleyks las zum bundesweiten Tag des Vorlesens im Gewölbekeller des ehemaligen Herzebrocker Klosters. | © FOTO: JUDITH AHLKE

Herzebrock-Clarholz. "Das ist ja der Knaller" sagte die Rundfunksprecherin und Moderatorin Ulrike Froleyks, als sie den Gewölbelkeller im ehemaligen Kloster Herzebrock sah. Am bundesweiten Tag des Vorlesens las sie aus dem Roman "Der wunderbare Massenselbstmord" des finnischen Autors Arto Paasilinna.

"WDR 5 liest vor" hatte Hörer aufgerufen, sich mit ihren Ideen für Orte und Wunschliteratur zu bewerben. Etwa 20 Sprecher/innen und Moderatoren besuchten die 50 Orte in ganz Nordrhein-Westfalen, die aus den über 200 Bewerbungen ausgewählt worden waren, und lasen teilweise an drei verschiedenen Orten vor. Die Auswahl erfolgte nach Regionen und interessanten Örtlichkeiten, so Ulrike Froleyks, die von dem "schönen Ensemble" der Klosteranlage Herzebrock begeistert war.

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Mittags hatte sie bereits in einem Hangar des Flughafens Paderborn-Lippstadt vorgelesen, bevor sie am späteren Nachmittag vom Heimatverein Herzebrock empfangen wurde.

Im Oktober hatte dieser sich mit dem Romanvorschlag für die Aktion beworben, weil man darin auch eine gute Gelegenheit sah, erstmals zu probieren, ob sich der Gewölbekeller für Lesungen eignet. Um so größer war die Freude, dass es geklappt hat, denn nur fünf Orte mit der Postleitzahl 3 wurden ausgewählt, so Hans-Bernhard Vielstädte vom Vorstand. Er begrüßte über 60 Zuhörer und "das Gesicht zur Stimme", das man in dieser Runde kennen lernen konnte.

Der Heimatverein hatte für eine behagliche Atmosphäre gesorgt mit stimmungsvoller Dekoration, Heizgeräten sowie heißem Tee und Plätzchen. Schnell gelang es der Vorleserin, die Zuhörer in den Bann der skurrilen Geschichte zu ziehen. Mit Stimm-Modulation, Betonung und Gestik erweckte sie die Romanfiguren zum Leben und ließ das Publikum teilhaben an deren eigens gegründeter Interessengemeinschaft zum Zweck, organisiert und gemeinschaftlich ihrem Leben ein Ende zu setzen. Dabei entwickeln sie eine erstaunliche Unternehmungslust, deren Absurdität Teil des Humors ausmacht.

Der Heimatverein hatte eine bestimmte Textauswahl vorgeschlagen, der Ulrike Froleyks aber nicht gefolgt war. Sie las aus dem einführenden Romanteil, fasste Übergänge zusammen und endete an einer spannenden Stelle. "Die zwei allerschönsten Stellen lese ich nicht, die können Sie selbst nachlesen", forderte sie auf. Wer das sofort tun wollte, hatte Gelegenheit den Roman an einem bereitstehenden Büchertisch zu erwerben und ihn von Ulrike Froleyks signieren zu lassen.

Der Heimatverein war erfreut über die große Resonanz. Die Akustik war gut in allen Winkeln, man benötigte nicht mal eine Lautsprecheranlage. Ähnliche Vorhaben sind geplant, man verhandelt zur Zeit über eine Zusammenarbeit mit der VHS Reckenberg-Ems, berichtete der Vorsitzende Dieter Mersmann.

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